Forschung - Rund fünfhundert Tierversuchsgegner zogen am Samstag durch die Tübinger Altstadt, um gegen Experimente an Affen zu demonstrieren

Abschaffung gefordert

Am Samstag hatten verschiedene Verbände und Organisationen Informationsstände auf dem Tübinger Marktplatz aufgebaut und zu einem Demonstrationszug durch die Altstadt aufgerufen. Trotz strömenden Regens beteiligten sich rund fünfhundert Tierversuchsgegner an der Veranstaltung. Dem Zug folgten Theaterstücke, Musik- und Redebeiträge.

Corinna Gericke von »Ärzte gegen Tierversuche« forderte »die Abschaffung aller Tierversuche zugunsten einer fortschrittlichen Medizin«. Diese Art von Forschung sei »altertümlich, grausam, ethisch nicht haltbar und medizinisch völlig abwegig«. In anderen Bundesländern würden Versuche, wie sie in Tübingen gemacht werden, mangels Nutzens nicht mehr genehmigt.

Herbert Lawo vom Landestierschutzverband Baden-Württemberg verdeutlichte, dass die Affen hochintelligente Tiere sind. »Aufgrund ihrer ausgeprägten sozialen Fähigkeiten gibt es Probleme, den verhaltens- und umweltbedingten Bedürfnissen unter Laborbedingungen gerecht zu werden.« Auch Millionen von Mäusen, Ratten, Meerschweinchen und Kaninchen würden in grausamen Versuchen sterben. »Die Ergebnisse sind jedoch oft irreführend und nicht auf den Menschen übertragbar.«

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner und verschiedene bundesweite Tierrechtsinitiativen schlossen sich dem Protest an und verwiesen auf alternative Forschungsmethoden in ihren (Bundes-)Ländern. Im Vorfeld zu dem Demonstrationstag hatte (wie berichtet) die Uni mitgeteilt, dass es »bislang keine Techniken gibt, die Tierversuche vollständig ersetzen können«. Insbesondere in der Forschung über Rehabilitation von Patienten nach Schlaganfällen oder bei Querschnittsgelähmten spielten Versuche mit nichthumanen Primaten eine wichtige Rolle. (GEA)

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