Bürgermeister - Im April wird der Kusterdinger Rathauschef gewählt. Amtsinhaber Jürgen Soltau bewarb sich als Erster

»Wir sind auf einem guten Weg«

VON INES STÖHR

KUSTERDINGEN. »Ich bin ein Kusterdinger«, versichert Jürgen Soltau. »Zumindest fühle ich mich so«, setzt der Bürgermeister schmunzelnd hinzu. Wissend, dass es eigentlich Generationen dauert, bis einen die Alteingesessenen als zugehörig ansehen. Vor 16 Jahren kam der 56- Jährige auf die Härten und gewann die Wahl zum Gemeindeoberhaupt gegen einen lokalen Mitbewerber. Nun stellt sich Soltau für eine dritte Amtsperiode zur Wahl.

FOTO: Ines Stöhr
In den vergangenen 16 Jahren hat sich in der Gemeinde mit ihren fünf Teilorten viel getan. Der Lärmschutzwall in Jettenburg war das erste Projekt, das unter der Regie Soltaus realisiert wurde. Die Pläne dafür lagen bereits mehrere Jahrzehnte lang in der Schublade. Auch einen Lebensmittelladen, der die Versorgung bis heute gewährleistet, brachte der gebürtige Ulmer mit einem geförderten Konzept nach Kusterdingen, nachdem frühere Initiativen an der Unwirtschaftlichkeit gescheitert waren.

Highlight: 900-Jahr-Feiern

Weitere wichtige Erfolge der vergangenen Jahre wären ohne die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat nicht möglich gewesen, wie Soltau betont: der Ausbau des Hochwasserschutzes auf den Härten, die ständige Weiterentwicklung der Kinderbetreuung unter anderem mit dem mittlerweile erweiterten Kindergruppenhaus, der Jugendfarm und einem zweiten Waldkindergarten sowie die Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete. »Wir wollen alle das Beste für die Gemeinde, das verbindet uns.«

Highlights seiner bisherigen Amtszeit seien die 900-Jahr-Feiern Kusterdingens und Wankheims gewesen, erinnert sich der Bürgermeister. Und besonders stolz ist er auf das Firstwald-Gymnasium, das 2015 in Betrieb ging. »Das hatte ich auch nicht auf der Agenda«, gesteht Soltau. Erst als die Schullandschaft mit dem Aus der Werkrealschule in Kusterdingen in Schieflage geriet, habe man reagieren müssen. »Es war aber nicht abzusehen, wie das Gymnasium angenommen wird.« Auf dem Grundstück ist auch der Standort für eine Realschule vorgesehen, das werde derzeit aber nicht weiter verfolgt. Mit der Änderung der Schulbezirke habe man im vergangenen Jahr die Position der beiden Grundschulen in Kusterdingen und Mähringen gestärkt.

2013 wurde der neue Bauhof eröffnet, auf den die Mitarbeiter viele Jahre hatten warten müssen. Immer wieder wurde das Projekt wegen akuterer Maßnahmen verschoben. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe sei auch die Aufrechterhaltung der Infrastruktur. So habe man in den vergangenen Jahren viele Millionen in die Kanal- und Straßensanierung investiert.

Aber auch Hochbauten kommen in die Jahre und müssen repariert werden. Aktuelle Beispiele: das Wankheimer Rathaus und das Lehrschwimmbecken. Dass man sich da im Gemeinderat nicht einig war, und den Mehrheitsbeschluss infrage stellte, ist eher die Ausnahme, sagt Soltau. Auch beim Wankheimer Rathaus wurde diskutiert, ob sich die Sanierung lohnt.

Die Stimmung im Gemeinderat sei in der Regel kooperativ, lobt Soltau den Umgang miteinander. Man nehme aufeinander Rücksicht und versuche nicht, mit allen Mitteln seine Meinung durchzusetzen. »Ich versuche, immer alle mitzunehmen«, so der Bürgermeister. Deshalb habe er das Thema Erbpacht für Gemeindegrundstücke auch noch einmal aufgenommen, als die Härtenliste im Gremium mit dem Projekt gescheitert ist. »Jetzt sind wir auf einem guten Weg.«

Entspannung in den Bergen

Die größten Projekte, die in der nächsten Amtsperiode anstehen, sind die Sanierung der Turn- und Festhallen in Kusterdingen und Mähringen sowie der Umbau der Härtenschule. Außerdem fehlen in der Gemeinde Pflegeplätze. Der Kreispflegeplan sieht bis 2020 etwa 80 Plätze in Kusterdingen vor. »Wir haben aktuell aber nur 30«, stellt Soltau fest.

Auch an der Barrierefreiheit müsse weiter gearbeitet werden. Das betreffe vor allem das Alte Schulhaus mit dem Seniorentreff und der Bücherei. »Das ist ein sehr dickes Brett.« Spannend sei außerdem, wie es auf den Härten mit dem Thema Energie weitergehe. »Aber auch die Aufnahme von Flüchtlingen war und ist eine Herausforderung.« Wobei deren Anteil in Kusterdingen deutlich höher ist, als in anderen Gemeinden im Kreis.

110 bis 120 Abendtermine hat der Bürgermeister im Jahr, darunter etwa 15 Hauptversammlungen von Vereinen, an denen er teilnimmt. Höhepunkte seiner dienstlichen Termine sind die Konzerte, sagt er. Einen Ausgleich zur Arbeit findet er beim Tischtennis oder beim Wandern vor allem am Wochenende. Achtmal ist er im vergangenen Jahr auf dem Filsenberg gewesen. Als Botaniker ist er bei solchen Ausflügen vor allem an der Flora interessiert, verrät Soltau. Und auch im Urlaub entspannt er in den Bergen. Da sind dann meist auch seine drei Töchter, 18, 16 und 13 Jahre alt, dabei. (GEA)

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