Topsozial - Bei der Tübinger Messe für soziale Berufe zeigt die hohe Besucherzahl, dass vielen berufliche Erfüllung wichtiger ist als ein hohes Gehalt

»Gutes tun tut gut«

VON HELENA GOLZ

TÜBINGEN. »Es tut gut, wenn man Gutes tut«. Da sind sich Veranstalter und Interessenten bei der fünften »Topsozial«, der Messe für soziale Berufe, im Sparkassen-Carré in Tübingen einig. Vom Erzieher-Beruf, über Physio- und Ergotherapie bis zur Intensivpflegefachkraft. 31 Aussteller sind bei der vom Internationalen Bund (IB) ausgerichteten Messe vor Ort und beraten junge Menschen bei Ausbildungs- und Studienwahl. »Wir möchten, dass Interessierte und Arbeitgeber miteinander ins Gespräch kommen«, so Walter Belser, Regionalleiter des IB Südwürttemberg, bei der Eröffnung.

Der Bedarf an Fachkräften in den sozialen Berufen sei weiter hoch, sagt Tübingens Sozialbürgermeisterin Christine Arbogast, Schirmherrin der Messe. Das verschärfe sich noch angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation. »Der Nachwuchs darf uns nicht ausgehen.«

Die hohe Besucherzahl lässt auf das Gegenteil schließen. Rund 800 Gäste zählt die Veranstaltung. Manche kommen mit sehr konkreten Berufsvorstellungen. Die 17-jährige Jasmin Lutz möchte Erzieherin werden. Am Stand der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Reutlingen erfährt sie, dass sie während ihrer Ausbildung die Fachhochschulreife und dann sogar den Bachelor in »Frühkindlicher Bildung und Erziehung« machen kann. Den Beruf der Erzieherin findet sie sehr abwechslungsreich. »Und wenn einen etwas interessiert, dann setzt man sich auch hin und lernt«, sagt sie.

Immer öfter mit Studium

Bei der Messe zeichnet sich ab: Das berufsbegleitende Studium wird immer öfter angeboten. Eva Merath, Studiengangsbetreuerin des Fachs Pädagogikmanagement an der Steinbeis-Hochschule in Stuttgart, betont die Wichtigkeit solcher Studiengänge: »Die Akademisierung von Erzieherinnen und Erziehern ist noch viel zu gering. Sie liegt bei nur vier Prozent.« Aber erlernte Studieninhalte, wie BWL, seien zum Beispiel bei der Leitung eines Kindergartens sehr wichtig. Gleichzeitig habe man die Aussicht auf ein höheres Gehalt.

Das Thema Gehalt ist beständig in den sozialen Berufen. »Die Bezahlung ist klar niedriger als etwa in der Industrie, aber die berufliche Erfüllung ist eine ganz andere«, argumentiert Walter Belser. Dominik Hergenröther, Schüler im zweiten Lehrjahr zur Intensivpflegekraft beim Klinikverbund Südwest, kann dem nur zustimmen. In blauer OP-Kleidung erklärt er Interessierten, dass er seinen Beruf bestimmt nicht mache, um reich zu werden. »Aber am Ende des Tages hat man etwas Sinnvolles getan. Man hat sich aktiv für die Gesundheit eines Menschen eingesetzt.« (GEA)



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