Szene Aktuell - Die Konzertkritiken - Rupert Geißler alias Hank Davison gastierte zum ersten Mal im "Hirsch"

Der Altmeister des Biker Rock

VON HANS-JOACHIM KOCH

GLEMS. Der Altmeister des Biker Rock – Rupert Geißler alias Hank Davison – gastierte zum ersten Mal im »Hirsch«. Der Künstlername scheint in Anlehnung an eine große Motorradmarke kreiert zu sein. Höhen und Tiefen hat der gebürtige Münchner in seiner seit nunmehr gut 30 Jahre andauernden Musikerkarriere erlebt. Von dem Scheitern seiner Kneipe »Hank’s Hard Rock Cafe« über die unfreiwillige Unterbringung auf Staatskosten bis zu den Komplikationen bei einer Ohrenoperation. Unterkriegen ließ er sich davon nicht. Mit seiner Band hat er alles erreicht, was er wollte.

Solo und unplugged: Hank Davison in Aktion. FOTO: KOCH
Solo und unplugged: Hank Davison in Aktion. FOTO: KOCH
Er spielte mit seiner Hank Davison Band auf den größten Biker-Treffen dieser Welt und teilte die Bühne mit unzähligen Größen des Southern-Rock und Country-Blues. Nun ist er solo unterwegs. Die Bühne gehört heute Abend ihm, eingenommen wird sie von der Autorität seiner bloßen Erscheinung. Die restliche Überzeugung kommt von seiner Kunst. Lange Haare, Bart, Sonnenbrille und Hut sind sein Markenzeichen, zwei Akustikgitarren, ein Mikrofon und seine prägnante, raue Stimme die an AC/DC und CCR erinnert, sein Rüstzeug.

Es braucht ein paar Songs von Johnny Cash, Buddy Holly, Bobby Womack und CCR bis der Mann eingesungen ist und die Funken auf das Publikum überspringen. Mit »Proud Mary« von Ike und Tina Turner gibt’s dann kein Halten mehr. »Little Red Rooster«, »Dust My Broom«, »Rolling And Tumbling« – alles Klassiker des Country Blues – interpretiert er auf seine großartige Art. » Look At Little Sister« von Stevie Ray Vaughan bringt er gesanglich großartig nah am Original.

Nach »Sweet Home Chicago« kündigt er in Heimatsprache die obligatorische Pause an. Ansonsten waren die knappen Ansagen englisch gehalten. Nach der Unterbrechung geht es mit John Lennons Song »Working Class Hero«, der ihm wie auf den Leib geschrieben scheint, nahtlos in die zweite Runde. Klassiker wie »Me And Bobby Mc Gee« und »Sweet Little Sixteen« halten die gute Stimmung im Saal.

»Albatross« von Fleetwood Mac (instrumental) geht auf geniale Weise über in den Blues-Klassiker »Hoochie Coochie Man« von Willie Dixon. Danach gibt’s ein Medley mit Rock'n'Roll-Stücken. Erstaunlich, was aus einer Akustikgitarre in Offener Stimmung mit Bottleneck und einer raumfüllenden Rockröhre herauskommt. Dabei führt Davison einmal mehr vor, dass es auch ohne Verstärker und Band geht.

Als Zugabe bringt er noch Songs aus dem Kultstreifen Easy Rider mit der Biker-Hymne »Born To Be Wild« von Steppenwolf. Biker waren im Publikum kaum auszumachen. Aber egal, sein Programm taugt für alle Freunde des Südstaatenrock. Die Anwesenden hat er auf jeden Fall für sich eingenommen. (GEA)

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