Stuttgart 21 - Regionalverband hat sich dafür ausgesprochen, warnt jedoch davor, dass andere Projekte nicht liegen bleiben dürfen. OB Bosch sieht die Sache positiv
Wirtschaftsstandort wird gestärkt
REUTLINGEN/TÜBINGEN. Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 steht vor seiner Realisierung: Nach dem Bahnaufsichtsrat haben auch die anderen Geldgeber trotz Kostensteigerung die Weichen für das Milliardenvorhaben gestellt. Der GEA hat Vertreter aus der Region gefragt, wie sie das Projekt und seine Auswirkungen beurteilen.
Der Regionalverband Neckar-Alb habe sich schon vor geraumer Zeit für das Projekt ausgesprochen, sagte die Direktorin des Regionalverbands, Angela Bernhardt. Unabdingbare notwendig sei dabei eine leistungsfähige Verknüpfung der Neckartalbahn mit der Neubaustrecke Richtung Ulm. Das sei mit der sogenannten Wendlinger Kurve und der Anbindung an den Flughafenbahnhof auch gegeben. Allerdings existierten durchaus Befürchtungen, dass durch die explodierenden Kosten andere Projekte liegen bleiben. Dazu gehöre beispielsweise die Elektrifizierung der Neckartalbahn und in der Folge der Zollernbahn. »Ich hoffe, dass bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 sich auch da etwas getan hat, denn dies ist ein wichtiges Anliegen der Region«, so Bernhardt.
»Die Entscheidung für Stuttgart 21 wird den Wirtschaftsstandort Reutlingen stärken und mit ihm das gesamte Oberzentrum Reutlingen/Tübingen als wichtigen Teil der dynamisch wachsenden Europäischen Metropolregion Stuttgart«, so die Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch. Die Stadt Reutlingen und ihre Nachbarn bekämen mit dem geplanten ICE-Bahnhof am Landesflughafen eine attraktive und schnelle Bahnverbindung in nächster Nähe.
Die Europäische Metropolregion Stuttgart werde durch dieses Infrastrukturprojekt ihre Position in Baden-Württemberg verbessern und verkehrstechnisch noch besser als bisher an Europa angebunden werden. Aus Sicht der Stuttgarter sei zu hoffen, dass für die Seitenflügel des denkmalgeschützten Hauptbahnhofs noch eine erhaltende Lösung gefunden werden kann, so Bosch. (GEA)