Reutlingen
Kooperation - Hochschule Reutlingen und Albert-Einstein-Gymnasium haben »Studieren 2.0« ins Leben gerufen

Wie »ticken« künftige Studenten?

REUTLINGEN. Im kommenden Jahr erwarten die Hochschulen in Baden-Württemberg wegen der doppelten Abiturjahrgänge und der abgeschafften Wehrpflicht einen Ansturm von Studierenden. Viele Experten befürchten, dass die neuen Studierenden nicht nur jünger, sondern auch schlechter auf eine akademische Ausbildung vorbereitet sind. Alles Vorurteile? Wie »ticken« die künftigen Studierenden? Welche Ziele haben sie? Was erwarten sie? Diesen Fragen ist die Hochschule Reutlingen nachgegangen und hat das Pilotprojekt »Studieren 2.0« zusammen mit dem Reutlinger Albert-Einstein-Gymnasium ins Leben gerufen.

Dabei haben Schüler in Workshops zusammen mit der Hochschule Fragebögen entwickelt. 145 Jugendliche gaben Auskunft über ihre Werte und Ziele, ihren Medienkonsum und das Freizeitverhalten. Zudem haben die meist 17-Jährigen ihre persönlichen Fähigkeiten bewertet und Wünsche an die Hochschulen formuliert.

Die wichtigsten Ergebnisse: Jugendliche stehen unter hohem persönlichen Erwartungsdruck. So sind ihnen gute Schulausbildung, hoher Lebensstandard, aber auch persönliche Freiheit wichtig. In ihrer Freizeit treffen sich Teenager gerne mit ihren Freunden und sitzen täglich vor dem Computer. Aber auch beim Surfen im Internet stehen soziale Kontakte im Vordergrund. Was die Studien- und Berufspläne nach dem Abitur angeht, so hat ein Drittel der Befragten bereits konkrete Vorstellungen.



Überraschend bei den Antworten: Etwa ein Drittel der Befragten ist sich über den persönlichen Studienerfolg unsicher oder fühlt sich überfordert. Zwar glaubt knapp die Hälfte (46 Prozent) ausreichend bis gut auf ein Studium vorbereitet zu sein. Doch immerhin 13 Prozent fühlen sind anderer Meinung. Insbesondere ihre mathematischen Fähigkeiten beurteilen viele als schlecht.

»Die Schnittstelle zwischen Schulen und Hochschulen ist in den letzten Jahren vernachlässigt worden«, nennt der stellvertretende Schulleiter des AEG, Ulrich Wagner, die Motivation für seine Zusammenarbeit mit der Hochschule Reutlingen. Auf die Ergebnisse der Umfrage möchte das Albert-Einstein-Gymnasium reagieren und bald konkrete Vorschläge für die eigene Arbeit machen.

»Die Umfrage hat uns wichtige Hinweise auf die künftige Studentengeneration mit ihren Stärken und Schwächen geliefert. Wir werden daraus Schlussfolgerungen für die Lehre ziehen«, sagt auch der Initiator des Projektes, Vizepräsident Professor Harald Dallmann. So überlegt die Hochschule derzeit, sogenannte Brückensemester vor Studienbeginn anzubieten. (GEA)



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