Fasnet - »Brezelsegen« und Häsverbrennen vor 300 Zuschauern auf dem Marktplatz. Die Schandele und die anderen Reutlinger Narrenzünfte beenden die Saison
Wenigstens »warme Fiaß«
REUTLINGEN. Heftiges Wehklagen am Marktplatz - die Schandele haben gestern ihre Symbolfigur verbrannt und die die Fasnet damit offiziell für beendet erklärt. Und während das Schandele-Häs in Flammen aufging, sagte ein Zuschauer bei Temperaturen um die null Grad ganz unsentimental: »Der hat's guad, der kriagt jetzt wenigstens warme Fiaß.«
Das Schandelekostüm geht in Flammen auf, die Fasnet ist zu Ende. Es bleibt ein Trost: »Es goht scho wieder dagega.«
FOTO: Gerlinde Trinkhaus
Rund 300 Zuschauer hatten sich diesmal am Marktplatz eingefunden, um die Zeremonie zu beobachten, darunter viele Kinder, die naturgemäß den »Brezelsegen« erwarteten. Und sie sollten nicht vergebens gekommen sein: Schandele verteilten das knusprige Backwerk. Schnell nahmen die Dinge ihren Lauf. Kaum hatte der Zeremonienmeister gesprochen (»So horchet nun und merket auf, die Verbrennung nimmt jetzt ihren Lauf«) war die Sache schon vorbei. Die Schandele wurden in den Spitalhof zurückgetrieben, wo man sie zur nächsten Fasnet wieder hervorholen wird. Ein Trost: »Es goht scho wieder dagega.«
Und ähnliche Zeremonien gab es auch in den Ortsteilen. Ob in Betzingen, Gönningen, Degerschlacht oder Rommelsbach, überall wurden Kostüme verbrannt, Geldbeutel gewaschen, die Fasnet beendet. (GEA)
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