Reutlingen
Projekt - 14 Schüler des Isolde-Kurz-Gymnasiums stellen mit Oertel+Spörer einen Jugendstadtführer auf die Beine

Was geht wo in Reutlingen?

Von Carina Stefak

REUTLINGEN. Volle Power für ein Projekt: Diese Jugendlichen knien sich echt rein - und jeder hilft tatkräftig mit. 14 Schüler des Isolde-Kurz-Gymnasiums arbeiten mit dem Reutlinger Buchverlag Oertel+Spörer und unter den Fittichen ihres Lehrers Christian Klützke an einem Freizeitführer, den die Stadt so noch nicht gesehen hat: »Reutlingen Downtown«, der erste Stadtführer von Jugendlichen für Jugendliche. Kneipen, Discos, coole Läden - was wo geht in Reutlingens City, steht dort drin.

Eifrig bei der Sache: Das Layout steht noch nicht so ganz. Alle sollen ihre Meinung sagen und konstruktive Vorschläge machen. FOTO: STEFAK
Eifrig bei der Sache: Das Layout steht noch nicht so ganz. Alle sollen ihre Meinung sagen und konstruktive Vorschläge machen. FOTO: Carina Stefak
Neben Schulstress und Klausuren auch noch ein Buch herauszubringen, ist keine leichte Aufgabe. Die IKG-Schüler haben sie sich selbst gestellt. Im Seminarkurs wurde die Idee geboren, eine Schülerfirma zu gründen und damit am landesweiten »Junior«-Projekt der »Institut der deutschen Wirtschaft Köln Junior gGmbH« teilzunehmen. Und dafür brauchten sie eine Geschäftsidee.

Wie im echten Leben

Das Schüler-Unternehmen »enjoyReuT« ist auf ein Schuljahr angelegt, danach wird es wieder aufgelöst. Ansonsten funktioniert alles wie in einem »echten« Betrieb. Wie dort gearbeitet wird, genau das sollen die Schüler lernen: Arbeitsstunden aufschreiben, Bilanzen aufstellen, Abteilungen (Verwaltung, Finanzen, Marketing, Redaktion) koordinieren und einen Vorstand wählen. Den hat nun Candy Zahn inne, bei ihr laufen die Fäden zusammen. Das Wirtschaftsinstitut steht hilfreich zur Seite. Neben der Versicherung wird auch das Startkapital von 900 Euro »gestellt«, in Form von 90 Anteilsscheinen, die, vergleichbar mit Aktien, von den Schülern an Freunde und Bekannte verkauft wurden.



Gerade läuft die Hochphase der Projektarbeit und es gibt noch viel zu tun: Anfragen stellen, Anzeigen akquirieren, Bilder zusammentragen, Bildrechte sichern, am Layout feilen, das Deckblatt gestalten, Adressen sammeln, Vertragsformalitäten aushandeln und bei allem stets die Finanzen im Blick haben. Die To-do-Liste ist lang. Und auch, wenn alle aufeinander eingespielt sind, wie Candy Zahn sagt, klappt nicht alles reibungslos. Die GEA-Lokalredaktion hat sich in einer der freitäglichen Sitzungen dazugesetzt und ein bisschen genauer hingehört.

»Hast du jemanden erreicht?«, »Die Texte sind unvollständig«, »Das sind die Fotos? Das kann doch nicht alles sein«: klare und auch kritische Worte. Die Mädels jedenfalls sind ordentlich auf Zack - und müssen auch mal streng sein, wenn's vorangehen soll mit dem Buch. »Ich klemm mich noch dahinter«, versichert einer der männlichen Kollegen, denen die Mädels schon mal Feuer unterm Hintern machen: »Schreib's dir auf!«

Die Zielgruppe für den Stadtführer »Reutlingen Downtown« sind junge Leute bis 29 Jahre. Sieben Rubriken wie Sport, Natur, Kultur, Shopping, Bars und Restaurants, Party und Unterhaltung bieten geballte Informationen. Unternehmen, Club- oder Kneipenbesitzer - wer rein will in den Freizeitführer, der muss was bezahlen. Wer reinkommt, entscheiden die Autoren. Sie wissen schließlich, was »in« ist - und was nicht.

»Zu Beginn liefen die Anfragen schleppend«, erzählt Laura Vuckovic. »Es ist oft schon schwierig, die Firmen überhaupt ans Telefon zu bekommen«, fügt Candy Zahn hinzu und seufzt. Viel Arbeit, die sich die jungen Menschen da aufgehalst haben. Nächstes Jahr machen sie Abitur. Schnell wird aber klar: Das Projekt liegt ihnen am Herzen. Und auch Wirtschaftspatin Gabriele Schäfer-Lehari von Oertel+Spörer ist stolz auf ihre Truppe: »Diese Jungunternehmer sind engagiert, kreativ und machen einen guten Job. Das wird eine Überraschung für Reutlingen, denn das Buch ist vollgepackt mit echten Insidertipps«. (GEA)



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