Reutlingen
Ortsgeschichte - Betzinger haben zwei Gefallenenmale restaurieren lassen, die jetzt auf dem Friedhof stehen

Vor dem Vergessen und dem Verfall bewahrt

REUTLINGEN-BETZINGEN. Der eine lag auf dem Bauhof in der Christophstraße, der andere hatte es zwar schon auf den Betzinger Friedhof geschafft, wo er aber im wahrsten Sinn des Wortes ein Schattendasein führte: zwei GefaIlenenmale, die unmittelbar mit der Betzinger Geschichte zu tun haben und kurz vorm »Zerbröseln« waren, wie Bezirksbürgermeister Thomas Keck sagt. Deshalb ergriff er die Initiative und sorgte dafür, dass die beiden Kleindenkmale einen neuen Platz und mehr Aufmerksamkeit finden. Sie stehen mittlerweile bei der alten Aussegnungshalle - traut vereint und frisch renoviert.

Auf die Initiative von Bezirksbürgermeister Thomas Keck hin wurden die beiden Gefallenenmale für Betzinger Soldaten restauriert. Und sie bekamen einen neuen Platz: Sie stehen jetzt bei der alten Aussegnungshalle auf dem Friedhof.FOTO:  NIETHAMMER
Auf die Initiative von Bezirksbürgermeister Thomas Keck hin wurden die beiden Gefallenenmale für Betzinger Soldaten restauriert. Und sie bekamen einen neuen Platz: Sie stehen jetzt bei der alten Aussegnungshalle auf dem Friedhof. FOTO: Markus Niethammer
In den vergangenen Jahren waren beide Gefallenengrabmale aus dem Blick der Betzinger verschwunden. Das eine war in die Friedhofsmauer eingelassen und von Grünzeug so überwuchert, das es kaum noch zu sehen war. »Es war schwierig, das wieder rauszuholen, ohne dass etwas zerstört wird«, berichtet Keck. Bei dem anderen Grabstein, der auf dem Bauhof gefunden wurde, war's schon einfacher. Wie er in die Christophstraße kam, weiß kein Mensch.

»Man kann doch nicht verantworten, dass so etwas kaputtgeht«, erklärt der Betzinger Bezirksbürgermeister sein Bemühen, die Denkmale wieder besser ins Licht zu rücken. Ein Steinmetz wurde mit der Restaurierung beauftragt. Den einen Gedenkstein hat die Gemeinde Betzingen dem »Soldaten Martin Digel« gewidmet, der bei Villiers vor Paris 1870 »im Heldenkampf für das Vaterland gefallen ist«. Der Zweite ist für »Betzingens gefallene Söhne« im Ersten Weltkrieg. »Ehre seinem Andenken« ist auf dem Grabmal für Martin Digel zu lesen. Darum geht es auch Thomas Keck. »Das sind keine Attraktionen«, sagt er, »aber man sollte solche geschichtlichen Dinge bewahren.« (keg)


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