Gastronomie - Reutlinger Schlemmernacht kommt gut an. Zur zweiten Auflage kamen rund 600 Gäste in die Lokale
Volle Tische - volle Mägen
Von Claudia Hailfinger
REUTLINGEN. Voll im Stress. Das waren viele Reutlinger Gastronomen am Donnerstagabend. Während die Menschen draußen bei weit über 20 Grad in den Straßencafés schwitzten, stand den Geschäftsführern und ihren Mitarbeitern vor lauter Hektik der Schweiß auf der Stirn. Im »Oliveto« kam man fast nicht zur Tür herein.
Ob im »Joli« oder in den anderen 15 beteiligten Lokalen: Bei der zweiten Reutlinger Schlemmernacht bekamen die Gäste fantasievolle 3-Gänge-Menüs vorgesetzt.
FOTO: Markus Niethammer
Mit 102 Reservierungen hatten sich dort dieses Mal gut 20 Gourmets mehr zum köstlichen Mahl angemeldet als im vergangenen Jahr. Auch in der »Alten Mühle« hat man kaum Zeit für ein Statement: »Wir sind ausgebucht und haben leider gar keine Zeit«, erklärte die junge Frau hinterm Tresen und schenkte ein Viertele ein.
Neu dabei waren bei dieser zweiten Schlemmernacht drei Restaurants. Darunter auch der »Pfauen«. Die Betreiber kamen kaum nach, ihren Wolfsbarsch im Zucchinimantel an die hungrigen Gäste zu verteilen. Auch beim nächsten Mal werden sie dabei sein, da sind sie sich sicher.
Hüftsteak bei Kerzenschein
Ebenfalls neu im Boot war diesmal das Restaurant »Joli«, das erst vor zwei Monaten seine Pforten öffnete. Der Geschäftsführer und Mitstreiter der Reutlinger Gastro-Initiative - Uwe Grauer - widmete den Abend ganz den Schlemmernachtgästen - die anderen mussten draußen bleiben. Sie hätten auch gar keinen Platz gefunden. Bereits seit Tagen war das Restaurant ausgebucht. Umgeben von roten Rosen und flackernden Kerzen genossen die Gäste ihr argentinisches Rinderhüftsteak. Ob's schmeckte? Grauer hielt einen der beschäftigten Kellner am Ärmel fest: Die Teller auf seiner Hand waren praktisch leer geschleckt.
Vegetarische Gerichte hatte die Küche, wie auch in vielen anderen teilnehmenden Restaurants, zwar zu bieten, nachgefragt wurden sie aber nur ziemlich verhalten. Das »Maximilian« hatte sein Menü so zusammengestellt, dass jederzeit das Fleisch weggelassen werden konnte. »Die gebackene Zucchiniblüte ist ein Highlight für sich«, strahlte Chef Heinrich Engelhardt.
In seinem Restaurant herrschte am Abend etwas weniger Trubel. Die Hälfte der Tische sei mit Schlemmer-Gästen belegt, erzählte seine Frau. Man sei aber zufrieden. Neben altbekannten Gesichtern seien auch viele neue zu sehen gewesen. Auffallend sei außerdem, dass zunehmend auch Zweiertische angefragt wurden und nicht nur Großgruppen gekommen seien.
Zufriedene Organisatoren
Im »Furisto« lief die kulinarische Nacht parallel zum normalen Betrieb. Neun Tische waren für Schlemmer-Besucher reserviert, und so kam man mit der Stammbelegschaft über die Runden. Über die Werbung, die die Aktion für das Restaurant bringt, freute sich der Betreiber Tilo Kernbach dennoch.
»Insgesamt sind wir sehr, sehr zufrieden«, bilanzierte Jörg Ottmar von der Reutlinger Gastro-Initiative. Die Gästezahl der kulinarischen Nacht sei im Vergleich zum letzten Mal gestiegen. Ottmar schätzt, dass rund 600 Genussmenschen unterwegs waren. Die Gäste hätten sich wohlgefühlt und die Aktion inzwischen »verinnerlicht«, meint er. »Und die Restaurants waren auch unter Woche mal gefüllt.« (GEA)
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