Talentwettbewerb - Die Reutlinger Auflage des bundesweiten Contests »The Voice of Germany« ist ein voller Erfolg

Voice of Reutlingen »der absolute Hammer!«

Von Carina Stefak

REUTLINGEN. »Uuuuuuaaaaaaahhhh! Sie hat gewonnen!!!« Die Mädels können's gar nicht fassen, kreischen und brüllen was das Zeug hält, liegen sich minutenlang gerührt in den Armen. Das ist echte Freude für ihre Freundin Vera Staiger, die soeben auf die Bühne geht, wo sie zur Siegerin gekürt wird. »Ich freu mich, als hätte ich selbst gewonnen«, entfährt es Mai Mergili, die schon fleißig Fotos geschossen hat, um Veras Auftritt für die Nachwelt festzuhalten.

Songcontest The Voice of Reutlingen März 2012
Viele junge Talente versuchen im Jugendcafé ihr Glück. Vera Staiger hat es und nimmt den Sieg mit nach Hause. FOTO: Carina Stefak
Die 16-Jährige hat »The Voice of Reutlingen« und ist somit Gewinnerin des Gesangswettbewerbs, den das Jugendcafé am Federnseeplatz in Anlehnung an den bundesweiten Contest »The Voice of Germany« veranstaltet hat. Die Siegerin kann's selbst nicht fassen. Wie in Trance nimmt sie die Glückwünsche entgegen, strahlt glücklich übers ganze Gesicht. Dann nimmt sie auf dem Barhocker Platz und legt sich die Gitarre um. Noch einmal singt sie das Lied, mit dem sie alle anderen hinter sich gelassen hat: »If I Die Young« (»Wenn ich jung sterbe«) von der Gruppe »The Band Perry«. Verträumt wiegen sich die Pärchen im Publikum.

Gewusel und Geschnatter

Zwei Stunden vorher ist noch Hektik am Werk. Der Saal ist voll, überall Gewusel und Geschnatter. Die Teilnehmer haben ihre Familien mitgebracht, manche einen ganzen Fanclub. Mütter tätscheln die Hände ihrer Töchter, Väter nehmen sie in den Arm. Hier und da gibt's noch ein Küsschen vom Freund oder der Freundin, der eine oder andere geht noch mal in sich.

Über 30 junge Talente hatten sich im Vorfeld per Demo beworben, der 17. März war der Einsendeschluss. »Davon wurden dann 15 ausgewählt und für heute Abend zum Vorsingen eingeladen«, erklärt Jugendcaféleiterin Nicole Ittner. Und sie können sich wirklich hören lassen, denn Stimme, das steht fest, die haben sie. Einige begleiten sich selbst an der Gitarre, andere haben jemanden mitgebracht. Lieder von Whitney Houston, Incubus, Miley Cyrus, Leona Lewis, Adele und Tim Bendzko werden interpretiert, aber auch ein paar eigene Stücke. Die Sänger sind zwischen 15 und 20, da sind vor allem Lieder über Liebe und Herzschmerz angesagt.

Um kurz nach neun ist alles gelaufen, die Songs sind gesungen, die Entscheidung steht an. Und die Nerven liegen blank. Wer war der Beste? Die Jury hat keine leichte Entscheidung und zieht sich für eine halbe Stunde zurück. Gegen halb zehn kommen Oliver Adam, Linda Kyei und Polly Zeiler auf die Bühne und teilen dem Moderator ihren Favoriten mit. Der macht's »kurz und schmerzlos«, wie er sagt und bittet: »Vera, komm bitte zu uns auf die Bühne.«

Tapfer tut die junge Frau, wie ihr geheißen, fassungslos und ehrlich perplex. Nachdem sie noch mal gesungen hat, spendet das Publikum minutenlang Applaus, viele Zuhörer sind ehrlich berührt. Das ist es auch, was Jurymitglied Linda Kyei an Vera gefallen hat: »Sie hatte diese Bühnenpräsenz, die die Leute bei der Stange gehalten hat, obwohl's ja ein sehr ruhiger Song ist«, so Kyei. »Außerdem hat sie Rhythmusgefühl und auch die Songauswahl hat uns gefallen.«

Die fiel Vera gar nicht schwer. »Ich fand das Lied einfach total schön«, sagt sie und lächelt. »Auch wenn's eher unbekannt ist.« Sich auf der Gitarre zu begleiten, das hat sie sich selbst beigebracht, geübt auf dem Instrument ihres Vaters. »Er hat mir ein paar Akkorde gezeigt und mir ein Einsteigerbuch gegeben.« Diese Mühe hat sich gelohnt. Und dabei hätte sie, erkältet, wie sie ist, gar nicht ans Gewinnen geglaubt. Die Freude ist deshalb umso größer: »Das ist echt der absolute Hammer!«

Auch Veras Mitbewerber freuen sich mit der 16-Jährigen, die nun zur Belohnung ins Tonstudio darf. Diesen Preis hätten Brian und Maximilian, die einzigen männlichen Teilnehmer, natürlich auch gern mit nach Hause genommen. »Sie hat's verdient«, sagen aber beide. Linda Kyei meint: »Es wäre toll, wenn man noch mehr von ihr hört.« (GEA)




Galerie

Starke Stimmen im Jugendcafé

The Voice of Reutlingen

Songcontest The Voice of Reutlingen März 2012
FOTO: Carina Stefak
 
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