Bauvorhaben - Rommelsbacher Ortschaftsrat bejaht einstimmig Planung fürs Pflegeheim. Bezug im September 2019

Überhaupt nichts auszusetzen

VON ELKE SCHÄLE-SCHMITT

REUTLINGEN-ROMMELSBACH. Fast konnte man es hören, wie den Mitgliedern des Rommelsbacher Bezirksgemeinderats die Steine, ja Felsbrocken vom Herzen fielen, als Werner Rumpel, Geschäftsführer der Reutlinger Altenhilfe (RAH), in der Ratssitzung die Planungen für das örtliche Pflegeheim vorstellte. »Großartig. Das ist alles so durchdacht, da gibt es überhaupt nichts auszusetzen« - der Begeisterung von Reiner Linsenbolz schloss sich die Runde mit Beifall und am Ende mit einmütiger Zustimmung an.

FOTO: Elke Schäle-Schmitt
Bezirksbürgermeister Siegfried Thumm meinte zufrieden: »Damit hat man nicht unbedingt rechnen können, dass wir so eine tolle Lösung bekommen.« Nach all den Irrungen und Wirrungen, sollte das wohl heißen. Die Vorgeschichte war ja bekanntlich lang und zäh, aber jetzt soll es zügig vorangehen. »Am Donnerstag stimmt der Gemeinderat ab, in zwei Wochen die Gesellschafterversammlung der RAH«, erläuterte Rumpel. »Wenn die Beschlüsse so durchgehen, kommen über Winter in der Schule die Tapeten runter und die Fenster raus, damit wir im Frühjahr mit der Baumaßnahme beginnen können.«

Die alte Schule - das ist der Clou - bleibt nämlich erhalten, ebenso wie die meisten alten Bäume. »Da entsteht etwas ganz Besonderes«, lobte Rumpel den Entwurf des Architekturbüros Schwille, der zwei moderne Flachdachseitenflügel über gläserne Verbindungstrakte mit dem vorhandenen Gebäude verbindet. »Das Schulhaus hat so viel Charme. Es wär ewig schad', das abzureißen«, so Rumpel. Auch die Gebäudesubstanz passt: Statisch und auf Feuchtigkeit wurde das alte Gemäuer geprüft: »Alles bestens, das steht in 500 Jahren noch.« Sogar der alte Treppenaufgang bleibt erhalten. »Den brauchen wir zwar nicht, aber er gehört einfach zur Optik dazu.«

Die alte Schule wird die Ansicht des künftigen Pflegeheims zur Tannheimer Straße hin dominieren. Rechts daneben, im Sockelgeschoss des Neubaus, wird sich der Eingang samt Cafeteria befinden. Im Erd- und Obergeschoss entstehen je 26 Einzelzimmer mit eigener Nasszelle, macht in Summe vier Wohngruppen, denen jeweils eine eigene Verteilerküche - gekocht wird das Essen im Vollen Brunnen - sowie ein Wohn- und Aufenthaltsbereich im Schulhaus zugeordnet ist. Auch die beiden Stationszimmer werden im Altbau untergebracht. Selbst die alte Innentreppe darf dort bleiben - ergänzt durch einen Fahrstuhl im Neubauflügel.

Neu für die RAH sind zwei »Komfortpflegezimmer«: doppelt so groß wie die normalen Zimmer und in Wohn- und Schlafraum aufgeteilt, eine Miniwohnung sozusagen. »Es gibt eine Nachfrage nach solchen größeren Zimmern«, erläuterte Rumpel und betonte, dass sich die Bewohner, aber auch die Mitarbeiter in der neuen Einrichtung wohlfühlen sollen, die sich die RAH insgesamt gut 7,5 Millionen Euro kosten lässt. »Pflegepersonal ist rar«, sagte Rumpel. »Deshalb müssen wir gute Arbeitsbedingungen schaffen.« Und deshalb waren RAH-Mitarbeiter in die Planungen einbezogen. Das Personal der künftigen Einrichtung wird teilweise direkt aus dem Ort kommen. »Wir haben im Vollen Brunnen einige Mitarbeiter aus Rommelsbach, die jetzt schon angemeldet haben, dass sie wechseln wollen.«

Alles, was Werner Rumpel schilderte, klang wie Musik in den Ohren der Rommelsbacher Räte. Und wann soll der schöne Traum Wirklichkeit werden? »Spätestens Anfang September 2019«, versprach der RAH-Geschäftsführer. »Wenn es gut läuft, auch etwas früher.« Dann soll es einen Tag der offenen Tür geben, bei dem die Bevölkerung die neue Einrichtung kennenlernen kann. »Danach wird noch einmal durchgeputzt, und am nächsten Tag beginnt der Bezug.« (GEA)



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