Tanztheater - Partida: Geschichte der »Kleinen Meerjungfrau« mit Performances, Musik und Projektionen neu erzählt

Über Abschied und Beginn

VON GABRIELE BÖHM

REUTLINGEN. Eleganz, Ästhetik, Körperbeherrschung und ein Feuerwerk an Choreografien bestimmten das Tanztheaterstück »Partida«, das das »Forum Tanz & Yoga« im voll besetzten Saal des Kulturzentrums franz.K. aufführte. Erzählt wurde in Tanzperformances, Musik und Leinwandprojektionen die Geschichte der »Kleinen Meerjungfrau«, die trotz großer Opfer erkennen muss, dass sie als Wasserwesen nicht mit ihrem irdischen Prinzen glücklich werden kann.

Foto: Böhm
Foto: Böhm
Brigitte Stemmler, Inhaberin der Tanzschule, hatte von den jüngsten Ballettklassen über den »Modernen Tanz« Erwachsener bis hin zu den Hip-Hop-Tänzerinnen jede ihrer 13 Gruppen im Einsatz. Ebenso groß war das musikalische Spektrum, in dem majestätisch-barocke Stücke von Händel, Luftig-Heiteres von Vivaldi, dramatische Klänge von Aubry und harte Rhythmen von Eminem kombiniert wurden.

»Ich brauche den Tanz, um mich ausdrücken zu können«, sagte Stemmler, die auf der Basis des Märchens ein völlig neues Stück schuf, das in 22 Bildern und Tanzeinlagen von Hoffnung, Liebe, Freude, Verzweiflung, Scheitern und Neuanfang erzählt. »Partida bedeutet Abschied, aber auch Beginn«, so die Tanzlehrerin.

Halbes Jahr Vorbereitung

Ein halbes Jahr dauerten die Vorbereitungen, in die auch Assistentin Rosali Greineck und Katharina Merk, die den Hip-Hop einstudierte, eingebunden waren. Je nach ihrem Lernstand zeigten Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene mit viel Spaß und Hingabe klassisches Ballett mit und ohne Spitzenschuhe in Kombination mit modernen Tanzelementen. Die kleine Meerjungfrau, zauberhaft verkörpert von Romy Nill, rettet den Prinzen, den Rosali Greineck mit Noblesse darstellte, vor dem Ertrinken und verliebt sich in ihn. Kurz zuvor hatte der Prinz noch gefeiert, dargestellt in prachtvollen Kostümen, höfischer Barockmusik und grazil getanzten Menuetten. Gleich danach eine Szene aus der Gegenwart: Bedrohlich rauscht der »Acid Rain«, dem Menschen schutzlos ausgesetzt sind. Auch »Masks«, getanzt von schwarz gekleideten Maskenträgerinnen, kommentiert die Handlung: Der Prinz erkennt nicht, wer ihn gerettet hat und ist fixiert auf eine irdische Prinzessin (Marie Nagel).

Begeisterter Beifall

Die kleine Nixe, die durch Erzählungen ihrer Großmutter (Eva Kronenthaler) von einem irdischen Leben träumt, geht mit den wild tanzenden Wasserhexen (Nina Huber, Sophia Stor) ein verhängnisvolles Bündnis ein: Sie darf an Land, doch muss ihre wunderschöne Stimme hergeben. Die Szene »Manipuliert« zeigt zur Musik von Oldfield und in rotes Licht getaucht eine Tänzerin, die an vier Bändern gehalten wird. Zwänge, Wünsche, Illusionen, denen sie sich nicht entwinden kann. Die kleine Meerjungfrau landet auf dem harten Boden der Realität, denn mit dem Prinzen kann sie keine Zukunft haben. Doch es gibt Hoffnung: Zum Gesang der Kreolin Cesaria Evora bricht sie in ihr neues Leben auf.

Bereits zwischendurch gab es Bravorufe und am Ende großen Beifall. Brigitte Stemmler und ihre Tänzerinnen schufen ein grandioses Stück, das hoffentlich noch öfter zu sehen sein wird. (GEA)



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