Nachtschwärmer - Neunte Auflage mit Party pur in brechend vollen Kneipen. Mindestens sechs Schlägereien

Tausende in der heißen kalten Nacht

REUTLINGEN. Halli Galli in der Stadt: Tausende Partyfans haben die Nacht vor Dreikönig zum Tag gemacht. Haben bei der neunten »Nachtschwärmer«-Auflage, mit präsentiert vom Reutlinger General-Anzeiger, Straßen, Gassen, Kneipen, Cafés oder Restaurants geflutet bis zum frühen Morgen. Meist blieb das Treiben friedlich-fröhlich. Großer Wermutstropfen: Es gab gleich sechs Schlägereien mit teils schwer Verletzten. Szenen einer heißen kalten Nacht:

Nachtschwärmer Reutlingen 5. Januar 2010
Innenheizungen gegen Außenfrost: knackiger Rock, sanfter Tanz oder Glühwein. Und dann raus auf die Partymeile Nummer eins - in der Kanzlei- und Oberamteistraße. FOTOS: PFISTERERFalco ist wieder da: Abtanzen in der Markthalle zu 80er-Jahre-Hymnen. FOTO: Markus Pfisterer
Angestürmt: An die 5 000 Nachtschwärmer, »mehr als im letzten Winter«, schätzt Organisator Marc Ganzer von »party-reutlingen.de« schon kurz vor Mitternacht. Und da ist noch längst kein Ende in Sicht. Erst gegen 3.30 Uhr lässt der Besucher-Ansturm nach. Viele Lokale haben bis vier Uhr morgens auf, einige bis sieben Uhr, die letzten After-Hour-Partygänger verlassen erst um zehn Uhr die gastlichen Stätten - nach bis zu 24 Stunden Stimmung. Das Publikum ist breit gestreut: Coole Jungs und hippe Mädels sind genauso dabei wie ergraute Schwoofer. Alle finden ihre Location und ihre Musik.

Rappelvoll sind kleine wie große Lokale - vor allem, wenn Live-Acts angesagt sind: »Hautnah« spielen dem altersmäßig vorgerückten Publikum im »Maximilian« Schlager, »Cherie« jazzt im »Oscar's« und Lokalmatador Joe Fox stimmt vor komplett belegten, gepflegten Sesselrunden im Café am Markt süffigen Gitarrensound an.

Abgetanzt: Jeder Kneipenzentimeter wird genutzt: Im »Delicias Latinas« begegnen sich die Tänzer bei Rhythmen, die ohne Umweg ins Blut gehen. Heiß! Im rauchigen San's rocken »Bunny and the Playboys« heftig ab und lassen bei den Fans Schweißströme fließen. Nicht überall bleibt Platz fürs Headbanging - Platz, um sich näherzukommen, dagegen allemal. Natürlich auch beim Tanz: In der Tanzschule »dance+music« legen Paare Foxtrott oder Cha-Cha-Cha aufs Parkett. Oder lassen sich von Tangos und Can-Can der Gruppe »Abgetanzt« faszinieren. Hunderte andere Partygänger stehen mehr auf 80er-Jahre-Sounds und bevölkern die Markthalle, die so voll wie selten ist. Vor dem coolen DJ sind nur noch Restplätze auf der Tanzfläche vorhanden.

Eingeschenkt: Minus sechs Grad? Egal, Glühwein in den Magen, Kumpels in den Arm und die Sause geht weiter - im Freien: An der Ecke Kanzleistraße/Oberamteistraße ist kurz vor Mitternacht kaum noch ein Durchkommen - für Fußgänger. Das »Corner« ist genauso gefragter Treffpunkt wie der Marktplatz. Einfallsreiche Wirte halten die Frischluftfans und Raucher mit ufoförmigen Heizstrahlern oder Fackeln bei Laune. Zahlreiche Hardliner unter den Besuchern kühlen aber gleich wieder mit Bier. Die Autofahrer bleiben bei züchtiger Bionade oder Eistee - alles verbilligt mit den Nachtschwärmer-Pässen zu haben.

Zugeschlagen: Mindestens sechs Schlägereien mit mehreren Verletzten verzeichnet die Polizei. Beteiligt sind zwei bis sechs Täter. Ein Opfer stürzt durch eine Scheibe und zieht sich schwere Schnittverletzungen zu; weitere Geschlagene müssen in Kliniken wegen Gesichtsverletzungen, Nasenbeinbrüchen, ausgeschlagenen Zähnen und anderen Verletzungen behandelt werden. »Mit Sorge fällt die zunehmende Gewaltbereitschaft bei den meist jüngeren Beteiligten oft in Zusammenhang mit Alkohol auf«, muss Dieter Hafner-Degen vom Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Reutlingen feststellen. Immerhin: Heillos besoffene Jugendliche sind nicht zu beklagen. Ruhestörungen halten sich in Grenzen, schließlich spielt die Musik winterbedingt hinter geschlossenen Türen und Fenstern.

Bilanziert: Trotz der Schlägereien bleibt Gewalt die Ausnahme unter den Tausenden in der langen Partynacht. »Eine ganze Stadt feiert«, ist der Gesamteindruck von Organisator Marc Ganzer. Die nächsten Nachtschwärmer können kommen - im Sommer. (GEA)



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