REUTLINGEN. »Konstruktiv, aber auch kritisch den Bau von Stuttgart 21 begleiten« - das wollen nach dem von ihnen so unerwünschten Ausgang des Volksentscheids auch die Reutlinger Abgeordneten der Grünen in Berlin und Stuttgart. Dies machten Beate Müller-Gemmeke und Thomas Poreski bei einer abschließenden Pressekonferenz des lokalen Bündnisses »Ja zum Ausstieg« deutlich.
Im Fokus der Aufmerksamkeit der S-21-Gegner aus Reutlingen stehen dabei vor allem die Barrierefreiheit des Tiefbahnhofs und der zweigleisige Ausbau der Wendlinger Kurve. So weit wie Hartmut Hollenberg von der Ökolokisch-Demokratischen Partei (ÖDP), der ungeachtet des Bürgervotums einen Baustopp fordert, gehen die übrigen Gruppen jedoch nicht. Christoph Joachim beispielsweise hat als Mitglied im Landesvorstand des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) an Reutlingens Oberbürgermeisterin geschrieben.
Brief an Barbara Bosch
Unter Berufung auf das GEA-Interview vom Samstag heißt es in dem offenen Brief, der VCD erwarte von Barbara Bosch, dass sie sich vor allem in ihrer Funktion als Städtetagspräsidentin nun auch aktiv für die Umsetzung aller von Heiner Geißler in der Schlichtung erarbeiteten Verbesserungen bei »Stuttgart 21 plus« einsetze. Auch die Gemeinderatsfraktion der Grünen und Unabhängigen will nach den Worten ihres Sprechers Rainer Buck die OB drängen, sich für die Zweigleisigkeit der Wendlinger Kurve einzusetzen und darauf zu achten, »dass der ÖPNV und die Regionalstadtbahn nicht zu kurz kommen«. Grünen-Kreisrat Michael Hagel pocht ebenfalls darauf, »dass die versprochenen Vorteile von Stuttgart 21« auch kommen.
»Wir werden weiter demonstrieren«, sagt Rüdiger Weckmann von den Linken, das Reutlinger Aktionsbündnis gegen S 21 bleibe bestehen. Es will laut Cornelia Eberle und Katharina Bausch »die politisch Verantwortlichen in der Region zu S 21 kritisch begleiten«, nicht zuletzt den Reutlinger SPD-Abgeordneten und Stuttgarter Finanzminister Dr. Nils Schmid. An ihn habe man appelliert, den Weiterbau erst dann mitzufinanzieren, wenn die Bahn die wahren Kosten offengelegt habe. Am Donnerstag, 15. Dezember, gibt es, so Bausch, im Kulturzentrum franz.K einen »Abend des Rückblicks, des Nach-vorne-Schauens und des Weiterdenkens«.
Der BUND schließlich, der beim gestrigen Pressegespräch als Gastgeber fungierte, will laut Reinhard Beneken darauf achten, dass beim Bau von Stuttgart 21 weder bei der Sicherheit noch beim Naturschutz Abstriche gemacht werden.
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