Protest - »Reutlinger Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21« veröffentlicht Bilanz der Antworten auf ihren Offenen Brief an die Amts- und Mandatsträger in der Region

Stuttgart 21: Die meisten haben nicht reagiert

KREIS REUTLINGEN. Mitte Februar hat das »Reutlinger Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21« einen Offenen Brief an zwölf lokale Amts- und Mandatsträger geschickt, die unter anderem mit ihrer Anti-Ausstiegskampagne im November 2011 fürs Großprojekt geworben hatten (der GEA berichtete).

Foto: Franziska Kraufmann
Die S-21-Gegner wollten wissen, wie die Angeschriebenen angesichts der aktuellen Kostendebatte zum Großprojekt stehen. »Haben Sie für das Projekt geworben, obwohl Sie es schon damals besser wussten oder hätten wissen müssen«, fragen die Aktivisten im Brief nach und unterstellen, dass die Adressaten ihre »Kontrollpflicht unzureichend wahrgenommen und notwendige Fachfragen unterlassen haben«.

Der Brief ging an die Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch und an Landrat Thomas Reumann, die CDU-Abgeordneten Ernst-Reinhard Beck, Dieter Hillebrand und Karl-Wilhelm Röhm, die Abgeordneten Klaus Käppeler (SPD) und Pascal Kober und Andreas Glück (beide FDP), an den FDP-Kreisvorsitzenden Hagen Kluck sowie an die Industrie- und Handelskammer – und nicht zuletzt an den SPD-Landesfinanzminister und Reutlinger Abgeordneten Dr. Nils Schmid.

Keine Antwort von OB Bosch

Nun zieht das Bündnis Bilanz im Hinblick auf die Reaktionen: Acht der Angeschriebenen haben nicht geantwortet – darunter die Reutlinger Oberbürgermeisterin und Finanzminister Schmid. Dieses Nicht-Reagieren steht im Widerspruch zu Bekenntnissen zu mehr Bürgerbeteiligung, finden die Aktivisten.

Landrat Reumann, Hagen Kluck und Andreas Glück hatten ihre – unveränderte Position unverzüglich mitgeteilt.

Viele der S-21-Befürworter kennen die Fakten nur ungenügend, unterstellt die Protestgruppe nicht zum ersten Mal den Befürwortern.

Dies sei einmal mehr abzulesen an den Antworten des FDP-Abgeordneten Glück, der Behauptungen aufstelle, die nicht nur falsch, sondern voller Fehler seien, etwa im Hinblick auf die Finanzierung der Wendlinger Kurve.

FDP-Kollege Kober, so beklagen die Aktivisten, stelle die Protest-Gruppe in seiner Antwort »zumindest assoziativ – in die Nähe des Klischees von egoistischen, saturierten, zukunftsvergessenen und rechthaberischen Dauer-Protestierern« und sei damit nicht weit von den »Berufsdemonstranten des S-21-Freundes Stefan Mappus entfernt«.

Die S-21-Gegner fordern die hiesigen Befürworter erneut auf, »ein Wahnsinnsprojekt« zu stoppen und sich stattdessen für ein bürgerfreundliches, bezahlbares und funktionierendes Bahnsystem – auch für den Nah- und Regionalverkehr – einzusetzen. (eg/GEA)



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