Inklusion - Bei der Kindersportwoche der TSG Reutlingen finden Kinder mit und ohne Einschränkungen Spaß am Sport

Kindersportwoche: Spiel, Sport, Toleranz

VON ULRICH HÄRING

REUTLINGEN. Bei der Kindersportwoche der TSG Reutlingen an Ostern hat sich der Verein etwas ganz Besonderes ausgedacht. Unter der Federführung von Laura Schmauder und Katja Hornung, die derzeit in Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren, entschied sich der Verein für ein ambitioniertes Projekt. Zum ersten Mal stand die Kindersportwoche, die von Dienstag bis heute in der Turnhalle der TSG stattfand, unter dem Motto der Inklusion.

Die Übungsleiter sind Studenten der Sonderpädagogik und helfen und unterstützen die Kleinen an den Geräten. FOTO: HÄRING
Die Übungsleiter sind Studenten der Sonderpädagogik und helfen und unterstützen die Kleinen an den Geräten. FOTO: HÄRING

Sich selbst die Welt erschließen

In einer klassischen Bewegungslandschaft bekommen Kinder mit und ohne Behinderung spielerischen Zugang zum Sport. »In städtischen Umgebungen haben Kinder heute nur noch wenig Gelegenheit, sich selbst auszuprobieren«, erklärt Dr. Benjamin Haar, Geschäftsführer der TSG. Die Idee, die Kindersportwochen ab diesem Jahr auch für Kinder mit Einschränkungen zu öffnen, kam von Laura Schmauder, die ihr FSJ in der Kindersportgruppe »Rasselbande« absolviert und von Katja Hornung die ihr FSJ in der Inklusionsabteilung der TSG ableistet.

In den vergangenen zwei Monaten haben die beiden in unzähligen Stunden ein Programm erarbeitet, welches durch einen variablen Schwierigkeitsgrad für alle Altersgruppen – mit und ohne Behinderung – eine Herausforderung darstellt. Ziel sei es, den Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren Möglichkeiten zu eröffnen, ihre grundlegenden motorischen Fähigkeiten zu erschließen. »Wir haben uns Spiele überlegt, die niemanden ausgrenzen«, sagt Laura Schmauder. »Begreifen kommt von Greifen«, fügt Haar hinzu. Die Kinder können dabei ihrer Kreativität freien Raum lassen. Kindgerechte Themen bieten die Gelegenheit zu einer spielerischen Annäherung an sportliche Aktivitäten.

Beim Thema »Dschungel« etwa läuft erst Musik. Stoppt sie, sollen die Kinder Tiere imitieren. Bei der Kinderolympiade wird ein Parcours mit Übungen aufgestellt und die Kinder können dann auf Stempeljagd für jede absolvierte Übung gehen. Zusammen mit dem dritten FSJler Thien Tran und zwei Übungsleitern beaufsichtigen Laura Schmauder und Katja Hornung die 17 Kinder, die dieses Jahr an der Kindersportwoche teilnehmen. Unter ihnen sind auch fünf Kinder mit Einschränkungen. Natürlich gibt es dadurch erhöhte Anforderungen an das Aufsichtspersonal, sagt Laura Schmauder. »Manchmal kann es dem autistischen Kind schon mal zu viel und zu laut werden, dann geht man mit ihm eben kurz raus.«

Aber der Aufwand lohnt sich. Die Kinder haben kaum Berührungsängste und helfen und ermutigen sich gegenseitig. »Außerdem wissen die Kinder ganz gut selbst, was sie sich zutrauen können und was nicht«, sagt Laura Schmauder. Darüber hinaus ist der Parcours auch so gestaltet, dass das Unfallrisiko minimal ist. Problematisch ist eher, dass die Ganztagsangebote in den Schulen zulasten der Freizeit der Kinder gehen. Häufig kommen die Kinder schon sehr erschöpft nach Hause und sind kaum noch zum Herumtoben zu animieren.

Da der Studiengang Sonderpädagogik nun von Reutlingen nach Ludwigsburg verlegt werden soll, fürchtet man ein wenig um den Nachschub an qualifiziertem Übungsleiter-Personal. Aber im Moment entwickelt sich das Projekt sehr vielversprechend und die TSG denkt darüber nach, auch die kommenden Kindersportwochen an Pfingsten und in den Sommerferien inklusiv anzubieten. (GEA)



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