Reutlingen
Schule - Die Klasse 8 d des Isolde-Kurz-Gymnasiums ist »Lebensweltmeister«. Nach dem großen Finale in Kiel, wurden die erfolgreichen Kicker gestern jubelnd empfangen

So sehen Sieger aus!

Von Steffi Renz

REUTLINGEN. »Unglaublich!«, »Ist das geil!«, »Aufregend!« - die Jungs und Mädels der Klasse 8 d am Reutlinger Isolde-Kurz-Gymnasium (IKG) konnten es auch am Tag danach kaum fassen: Sie sind »Lebensweltmeister«! Entsprechend begeistert wurden die 26 Schüler, Klassenlehrerin Stefanie Schädel und Co-Klassenlehrer Ingo Walter gestern bei ihrer Rückkehr vom Finale in Kiel von Schulkameraden, Lehrerkollegen und Eltern gefeiert. »Das hat uns umgehauen« kommentierte Schulleiter Martin Englert die Nachricht vom Triumph der IKG-ler.

Jubelnder Empfang am IKG: Die Klasse 8 d hat die Lebensweltmeisterschaft gewonnen. FOTO: NIETHAMMER
Jubelnder Empfang am IKG: Die Klasse 8 d hat die »Lebensweltmeisterschaft« gewonnen. FOTO: Markus Niethammer
Die »Lebensweltmeisterschaft« war ein bundesweiter Schulwettbewerb, an dem 204 Teams aus siebten bis neunten Klassen teilnahmen. Genau 204 deshalb, weil sich exakt so viele Mannschaften für die Fußball-WM in Südafrika qualifizieren wollten. Zu Beginn des Großprojekts wurde jedem Schulteam eine Nation zugelost. Das IKG ging dabei für Pakistan in den Wettkampf. Doch nicht nur Fußball wurde gegeneinander gespielt. In die Bewertung gingen zur Hälfte auch ein selbst gestaltetes Plakat über das jeweilige Land ein. Jugendlichen andere Lebenswelten erschließen und das Bewusstsein für die Eine Welt zu wecken, war das Ziel der Organisatoren.

Claudia Klatt vom mitveranstaltenden EPIZ, dem Entwicklungspädagogischen Informationszentrum Reutlingen, zeigte sich »überwältigt« vom Empfang der Schulgemeinde des IKG für die 8 d. »Herr Englert als Schulleiter kann stolz sein auf diese Klasse, mir ist sie auch richtig ans Herz gewachsen«, meint sie und trägt stolz das T-Shirt mit den Autogrammen der Weltmeister.

Sie habe letztes Jahr vor den Sommerferien einen Artikel im GEA über die Lebensweltmeisterschaft gelesen und ihre Klasse daraufhin angemeldet, erzählt Klassenlehrerin Stefanie Schädel vom Beginn des Projekts. Seit letzten Oktober beschäftigten sich die Schüler nun mit »ihrem« Land Pakistan. Knüpften per E-Mail Kontakte zu Jugendlichen dort, luden die Schulgemeinschaft zu einem pakistanischen Nachmittag mit selbst gekochten Spezialitäten ein und demonstrierten im Eine-Welt-Laden, wie man in Pakistan Fußbälle näht.

Neben diesem Wissen glänzten sie auch mit fußballerischem Können. Nur ganze zwei Gegentore kassierte das gemischte Team (es mussten immer mindestens zwei, in der Finalrunde sogar drei Mädchen mitspielen) in Vor-, Zwischen- und Finalrunde. Torwart Uli Hönes wollte den Ruhm dafür aber nicht alleine ernten: »Das lag an der fantastischen Abwehr.« Auch der Schütze des goldenen Treffers zum 1:0 im Finale schildert sein Tor ganz cool: »Ich sah den Torwart zehn Meter vor dem Kasten stehen, da hab ich von der Mittellinie aus drübergelupft«, erzählt Fabio Friese. »Das war ein Mega-Tor!«, werden Hanna Haupter und Annika Reinhardt schon etwas euphorischer.

Dass sie auch weltmeisterlich feiern können, bewiesen die Achtklässler direkt nach dem gewonnenen Finale in Kiel am Donnerstagabend. Zuerst wurde die eigens im Musikunterricht gelernte pakistanische Nationalhymne angestimmt. Dann nahmen sich die Schüler die Fußballprofis zum Vorbild: »Wir sind bestimmt eine halbe Stunde mit dem Pokal über den Rasen gerannt und haben unseren Orangensaft direkt aus dem Pokal getrunken«, verrät Fabio. Anschließend ging es zum Open-Air-Konzert, wo weitere neue Freundschaften geschlossen wurden. Und auch gestern bei der Ankunft am IKG war noch genügend Power für spontane Gesänge und eine kleine Jubelfeier vorhanden. Schon jetzt freuen sich die Weltmeister auf die Einlösung des gewonnenen Preises: ein Training mit den Stars des Bundesligisten VfL Wolfsburg. (GEA)


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