Demokratie - Junges Gremium stellt Antrag zum Radverkehr, plant Runden Tisch in Sachen Busverkehr und hat einen wöchentlichen »Veggieday« für Schulmensen im Sinn

Jugendgemeinderat: Sicher Rad fahren

REUTLINGEN. Verbesserung der Situation für Radler im Straßenverkehr, die Idee eines Runden Tischs mit Jugendsprechern der Kommunalparteien in Sachen ÖPNV und der Vorschlag eines wöchentlichen »Veggiedays« in Schulmensen: Es war ein bunter Themenmix, den die jüngste Sitzung des Reutlinger Jugendgemeinderats (JGR) bot.

.Antrag zum Radverkehr

Die Holländer radeln schon längst auf Radschnellwegen, in Deutschland sind sie noch rar. Das Bild zeigt  Göttingen.
Die Holländer radeln schon längst auf Radschnellwegen, in Deutschland sind sie noch rar. Das Bild zeigt Göttingen. FOTO: dpa
Thomas Kuchelmeister war in die Sitzung gekommen, um die Pläne und Forderungen der Vereinigung »Eltern für radelnde Schüler« vorzustellen. Der Hauptgedanke der Vereinigung, Fahrradstraßen abseits von Hauptverkehrsstraßen zu schaffen, deckt sich mit den Wünschen der Gremiumsmitglieder, die einen Antrag an die Stadtverwaltung aufgesetzt haben. Darin wird gefordert, sichere Verkehrswege, wie zum Beispiel Fahrradstraßen für radelnde Schüler, ins Zentrum der Netzplanung des Masterplans Radverkehr zu stellen. Reutlinger Schulen sollen dabei neben anderen Punkten auch Ziel- und Knotenpunkte des Netzplans darstellen. Weiter heißt es: »Der Jugendgemeinderat ist darüber hinaus nicht damit einverstanden, dass die Radwege an den Kfz-Hauptwegen liegen sollen«, wie es in den bisherigen Masterplan-Entwürfen vorgesehen ist. »Wir schlagen Radwege auf günstigen Nebenstraßen vor, die Radfahrer bevorrechtigen.« Bei der Entwicklung des Radverkehrsnetzes will das Gremium stärker beteiligt werden.

.Runder Tisch ÖPNV

Oberbürgermeisterin Barbara Bosch wird dieser Tage eine Mitteilung des Jugendgemeinderats auf den Schreibtisch bekommen. Inhalt ist der Plan des Gremiums, einen Runden Tisch ÖPNV zu schaffen. Konkret will der Jugendgemeinderat eine Kommunikationsplattform einrichten und leiten, in der Jugendorganisationen der kommunalen Parteien über den Reutlinger Busverkehr debattieren können und sollen. Nachtbus, Kurzstreckentarif: Themen wie diese sollen ventiliert werden, der Jugendgemeinderat könnte als Vermittler auftreten, um eine gemeinsame Leitlinie zu finden. Diese könnten wiederum die Jugendorganisationen in ihren Parteien und gegenüber den Gemeinderatsfraktionen vertreten.

.»Veggieday« an Schulmensen

In einer Anfrage, die der JGR an die Stadtverwaltung richtet, erkundigt sich das Gremium, welche Unterstützungsmöglichkeiten vorhanden sind, um bei den Schulfördervereinen dafür zu werben, einen vegetarischen Tag pro Woche an Schulmensen einzuführen - zunächst probeweise für drei Monate. Mit einem solchen »Veggieday« möchte der JGR dazu beitragen, dass die Schüler ein Bewusstsein für die Bedeutung von Fleisch in Bezug auf den globalen Klimawandel entwickeln. Der JGR würde die Aktion begleiten und über die Umweltentwicklung informieren.

. Neu im Jugendgemeinderat

Chiara di Ruggiero gehört jetzt dem Jugendgemeinderat an. Die Nachrückerin wurde in der Sitzung vereidigt. Eigentlich sollte auch Nathalie Arnold diese Ehre zuteil werden, sie musste aber erkrankt passen. Die beiden jungen Frauen rücken für die Ausscheider Fabian Schulten und Ibrahim Jallow nach. Neu im Jugendgemeinderat ist auch die Gestaltung der Tagesordnung. Wurden die Themen bislang nur tabellarisch und schriftlich aufgeführt, werden sie jetzt mit Piktogrammen auch illustriert, was die Sache für einige Mitglieder des inklusiv besetzten Gremiums erleichtert. JGR-Betreuer Klaus Kupke sieht das Reutlinger Gremium hier in einer »Vorreiterrolle«. (rabe)

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