REUTLINGEN-GÖNNINGEN. Raus aus der Stadt, hinein ins Grüne - die von der Stadtmarketing und Tourismus GmbH (StaRT) ins Internet gestellte GPS-Tour »Faszinierender Tuffstein und Gönninger Seen« bietet Idylle pur. Am Seeufer lässt es sich herrlich entspannen. Dort tummeln sich gar nicht menschenscheue Enten, die neugierig hinter Spaziergängern herpaddeln. Der Blick auf den von Wäldern umgebenen See ist die reinste Erholung für das Auge.
Doch ganz leicht gemacht wird es dem Wanderer nicht. Bevor ihn sein GPS-Gerät zum Ziel führt, muss er einen steilen Waldrücken überwinden, den Bannwald. Dort soll sich, wie auf Schildern zu lesen ist, der »Urwald von morgen« entwickeln. Umgestürzte Bäume versperren den Weg. Wanderschuhe sollte jeder, der sich für diese Tour entscheidet, unbedingt anziehen. Denn es geht über schmale, teils an einer Böschung gelegene Pfade. Dafür kommt ein Dschungel-Gefühl auf. Für Abenteuerlustige genau das Richtige.
»Heimatland! Da habt ihr euch aber was vorgenommen!«
Dank GPS-Gerät ist es nicht weiter tragisch, wenn der Geführte sich mal dazu entschließt, einen Abstecher auf freies Feld zu machen. Der Pfeil auf der elektronischen Karte ist ein verlässlicher Wegweiser, der immer in die richtige Richtung zeigt und schließlich wieder in den Wald führt. Weil technische Geräte jedoch auch ausfallen können, ist es in dieser Wildnis grundsätzlich ratsam, für den Notfall eine Karte dabeizuhaben. Doch normalerweise hilft das Gerät sicher aus dem Bannwald heraus.
Ausgangspunkt der rund zwölf Kilometer langen Rund-Wanderung mit Wendepunkt in Gönningen ist der Parkplatz an der Breitenbachquelle zwischen Pfullingen und Gönningen. Dort heißt es: GPS-Gerät an und dann geduldig das Signal abwarten. Der Wanderer wird am Breitenbach entlang bis hin zur Quelle navigiert. Dort kann er sich Quellwasser abfüllen. Also eine leere Flasche im Gepäck nicht vergessen.
Ein Grillplatz lädt zum Verweilen ein und er wird nicht der einzige auf der Tour bleiben. Deshalb der Tipp: Einen Tagesausflug anstatt der drei vorgegebenen Stunden einplanen! Wer bereits die Achalm bezwungen hat und nicht zu sehr ins Schnaufen kam, ist bestens für die über 526 Höhenmeter gerüstet, die er hinter sich bringen muss. Ohne Kondition wird der Navigierte die Tour nicht bis zum Ende durchhalten, denn nach der beschaulichen Pause an den Gönninger Seen lotst ihn das GPS-System zunächst nach Gönningen. Der Stadtteil fasziniert mit seinen Tuffstein-Bauten. In der Ortsmitte passiert der Wanderer die Kirche, die aus Gönninger Tuffstein ist. Ältere Ausflügler werden erinnert an Tage, in denen die Gönninger Seen noch Steinbrüche waren.
Ist der Unternehmungslustige von der Route abgekommen, weil er ein Straßenfest besuchen will, erscheint es zeitsparend, Einheimische anstatt das Gerät nach dem Weg zu befragen. Denn bei größeren Abweichungen dauert es eine Weile, bis der elektronische Wegweiser den richtigen Weg verrät. »Heimatland! Da habt ihr euch aber was vorgenommen!«, entfährt es einer Frau angesichts der Strecke, die die Wanderer bis zum Abend noch zurücklegen wollen. Denn zum krönenden Abschluss geht's auf den über 700 Meter hoch gelegenen Stöffelberg. Erst danach weist das GPS-Gerät den Weg zurück zum Parkplatz, auf dem das Auto steht. Ein kleiner Nachteil: Mit dem Bus ist dieser nicht erreichbar.
Alternativ zur GPS-Wanderung gibt es im Internet auch eine GPS-Radtour. Doch, wer denkt, diese sei leichter, hat sich getäuscht. Auch dabei werden die Waden so richtig trainiert: Für die Tour »Malerische Naturkulisse der Gönninger Seen« ist ein Mountainbike erforderlich, denn auch dabei geht es über Stock und Stein steil bergauf. (GEA)
GPS-Tour
GPS-Rad- und Wanderwege in der Region
In loser Folge testet der GEA GPS-Touren im Kreis Reutlingen. Nächste Woche ist die Wanderung "Durch die malerische Trailfinger Schlucht nach Münsingen" an der Reihe. Wer eine GPS-Tour unternehmen möchte, kann gegen eine Pfandgebühr ein Gerät bei der Tourist-Information Reutlingen ausleihen. Auch der Listhof stellt für seine Touren GPS-Geräte. Besitzer von GPS-fähigen Handys haben die Möglichkeit, sich im Internet die Rad- oder Wanderwege selbst herunterzuladen. Neben acht Reutlinger Touren finden sich auf der Seite von "Mythos Schwäbische Alb" unter "Erleben" über 80 weitere Wander- und Radwege zum Download. Touren aus ganz Europa stehen auf der Internetseite Outdooractive.com zur Auswahl. Alle Angebote sind kostenlos. (weid)
www.tourismus-reutlingen.de und www.mythos-schwaebische-alb.de