Hochschule - Finanzminister Dr. Nils Schmid bringt 12,1 Millionen Euro für die letzte große Sanierung mit

Schmid sagt Millionen für Hochschule Reutlingen zu

Von Kristina Wiechert

REUTLINGEN. Im September wird die letzte große Sanierung auf dem Campus der Hochschule angegangen. Für die 12,1 Millionen Euro teuren Arbeiten an Gebäude 3 hat Wirtschafts- und Finanzminister Dr. Nils Schmid gestern bei seinem Besuch offiziell grünes Licht gegeben. Nach der Sommerpause soll der Bau bis auf die Grundmauern entkernt, im Inneren komplett saniert und zu einem Servicegebäude mit einer Fläche von 3800 Quadratmetern ausgebaut werden.

Im frisch sanierten Gebäude 4, in der Hand den Gesamtplan für das Hochschulgelände (von links): Präsident Dr. Peter Nieß, Minister Nils Schmid, Vizepräsident Dr. Hendrik Brumme und der Leiter des Staatlichen Hochbauamts Tübingen, Bernd Selbmann.  FOTO: KIWI
Im frisch sanierten Gebäude 4, in der Hand den Gesamtplan für das Hochschulgelände (von links): Präsident Dr. Peter Nieß, Minister Nils Schmid, Vizepräsident Dr. Hendrik Brumme und der Leiter des Staatlichen Hochbauamts Tübingen, Bernd Selbmann. FOTO: Kristina Wiechert
Die Umstrukturierung verspricht kürzere Wege, denn nach der Fertigstellung im Frühjahr 2014 ist dann das Lernzentrum mit Bibliothek und Medienzentrum samt Computerarbeitsplätzen und Gruppenarbeitsräumen darin untergebracht, ebenso die Hochschulverwaltung und das Servicezentrum für die Studierenden, zu dem auch Studierendenbüro, Zulassungs- und Prüfungsamt gehören. »Das ist ein ganz modernes Konzept«, freute sich Hochschulpräsident Professor Dr. Peter Nieß.

Nicht selbstverständlich

Das große Sanierungsprojekt kann der amtierende Präsident, der im August in Ruhestand geht, dann mit entspannter Neugier verfolgen. Vizepräsident Professor Dr. Hendrik Brumme, verantwortlich für Bau und Infrastruktur, wird nach der Sommerpause seine Nachfolge antreten. Und der wird sich neben der Sanierung des Gebäudes 3 auch mit einem Neubauvorhaben beschäftigen müssen. Minister Schmid gestern: »Ich freue mich, dass im nächsten Jahr die Bauarbeiten zum Neubau für die Studiengänge 'Medizinisch-Technische Informatik' und 'International Logistics Managements' beginnen werden.«

Das Projekt mit einer Fläche von 1 500 Quadratmetern und Baukosten in Höhe von 6,6 Millionen Euro wird von Land und Hochschule gemeinsam finanziert. Die Hochschule muss 1,3 Millionen Euro aus eigenen Kräften beisteuern und macht dafür Mittel aus dem 2020-Hochschulförderprogramm des Bundes locker. »Da mussten wir schon bluten«, sagte Hochschulvizepräsident Professor Dr. Hendrik Brumme, »aber diese Investition war eine Chance, die genutzt werden musste.« Das neue Gebäude 16 soll auf der Freifläche zwischen Mensa und Gebäude 17 entstehen.

Steigende Studentenzahlen

Die Hochschule Reutlingen kann mit einer guten Infrastruktur bei den Studierenden punkten, denn alle Fakultäten und Einrichtungen - mit Ausnahme des Robert-Bosch-Zentrums für Leistungselektronik in Rommelsbach - befinden sich auf dem Campus. Die Kehrseite des attraktiven Vorteils bekam die Hochschule in den vergangenen Jahren zu spüren: Die Gebäude stammen mit einer Ausnahme alle aus den 70er-Jahren - und damit wurden sie in ähnlichen Zeiträumen marode und sanierungsbedürftig. »Seither ist da nix passiert«, so Nieß. Auch Gebäude 3 ist wie Gebäude 4 mit dem Bauschadstoff PCB (polychlorierte Biphenyle) belastet. »Vor allem an heißen Tagen wäre die Belastung sehr hoch gewesen«, erklärte der Hochschulpräsident. »Deswegen bin ich sehr froh über die Mittel des Landes.« Durch ein angemietetes Interimsgebäude können die ständigen Umzüge auch logistisch bewältigt werden. Als nächste Großaktion steht im August der Umzug der Bibliothek auf dem Plan, die dann im Gebäude 20 für einige Zeit ihre Bleibe finden wird.

Auch durch die Konjunkturpakete, aus denen 5,7 Millionen Euro in verschiedene Baumaßnahmen geflossen waren, hatte die Hochschule profitiert. So wurde bereits das neue energieeffiziente Rechenzentrum in Gebäude 8 eingeweiht, die Mensa erhielt ein Flachdach und die Außenhülle des Institutsgebäudes 4 wurde energetisch saniert.

Neubau und Sanierungen sind auch dem Wachstum der Hochschule geschuldet, denn in den vergangenen Jahren stiegen die Studentenzahlen kontinuierlich. Waren es im Jahr 2007 noch 3 600 Studierende auf dem Campus, so sind es aktuell 4 800 - Tendenz steigend. Im Wintersemester wird der doppelte Abiturjahrgang mit prognostizierten 5 200 G8- und G9-Absolventen die Hörsäle füllen. Eine Zahl, die sich laut Prognose bis ins Jahr 2020 halten wird. (GEA)



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