Ermittlungen - Nach Bekanntgabe der Insolvenz des SSV Reutlingen wurde am Kreuzeiche-Stadion randaliert. Die Reutlinger Fangruppe »Szene E« distanziert sich
Scheiben zerstört, Wände beschmiert
REUTLINGEN. Die Bekanntgabe der Zahlungsunfähigkeit des Fußball-Regionalligisten SSV Reutlingen ließ wohl bei einigen seiner Anhänger die Nerven durchgehen: Am Kreuzeiche-Stadion trieben in der Nacht zum Sonntag Randalierer ihr Unwesen.
Rund 5000 Euro Schaden verursachten Randalierer am Kreuzeiche-Stadion. FOTO: THOMYS
Scheiben des gläsernen Eingangsbereiches wurden eingeworfen - nur das innere Sicherheitsglas hielt stand. Die Wände des Stadions beschmierten sie zudem mit wenig geistreichen Slogans. Demnach richtete sich der Unmut der Randalierer in erster Linie gegen die Vereinsführung des Kreuzeiche-Klubs, der am heutigen Montag am Tübinger Amtsgericht den Insolvenzantrag stellt. Der Verein ist mit über vier Millionen Euro verschuldet.
Die Polizei bezifferte den entstandenen Sachschaden auf bis zu 5 000 Euro. »Die Täter sind wohl im Bereich der Fanszene des Vereins zu suchen«, schätzte ein Polizeisprecher. Die Zerstörungen wurden allem Anschein nach am Sonntag zwischen ein und sieben Uhr begangen. Die Ermittlungen laufen.
Die Reutlinger Fangruppierung »Szene E«, die am Samstagabend im Sportpark über die aktuelle Lage diskutierte, distanziert sich von den Randalierern. »Wir würden keinesfalls etwas tun, was das Insolvenzverfahren gefährden könnte«, erklärte Fabian Maier von der »Szene E«. Zudem sei die Fangruppe eher erleichtert, dass die finanzielle Hängepartie des Klubs nun beendet sei. »Wir haben das ja schon lange erwartet.«
Beim Reutlinger Auswärtsspiel in Karlsruhe unterstützten rund 80 mitgereiste Fans ihr Team trotz des sicheren Abstiegs. »Wir werden niemals untergehen«, stand auf einem Spruchband, dass die Anhänger präsentierten. Anschließend gab es ironische Gesänge zur finanziellen Lage des Klubs. »Wir sind erwachsen genug, um unseren Protest angemessen zu formulieren«, betonte Maier. (altho)