Flotte Feger - Trotz Schmuddelwetters gingen viele an den Start und säuberten Reutlingen

Reutlinger Stadtputzete: Weg mit dem Dreck!

REUTLINGEN. Pünktlich um 10 Uhr setzte der Regen ein. Doch trotz dieser himmlischen Dusche verzeichnete Organisator Jan-Uli Kilian von den Technischen Betriebsdiensten Reutlingen (TBR) bei der jährlichen Stadtputzete keinen Einbruch bei der Zahl der ehrenamtlichen Flotten Feger. »Einige fragten, ob die Veranstaltung abgesagt wird«, so Kilian. »Aber das ist in den letzten 16 Jahren nur drei Mal passiert, wenn der Schnee zu hoch lag.«

An fünf Treffpunkten in der Innenstadt und einem Standort in Orschel Hagen trafen sich die fleißigen Helfer
An fünf Treffpunkten in der Innenstadt und einem Standort in Orschel Hagen trafen sich die fleißigen Helfer.
»Es waren dieses Jahr sogar mehr Freiwillige«, berichtet Kilian, »denn es kamen zusätzliche Kindergärten und Schulen dazu, die schon im Vorfeld die Anlagen von Müll gesäubert hatten.« Über 2 000 Kinder und Jugendliche seien im Einsatz gewesen. Insgesamt beteiligten sich etwa 3 500 Ehrenamtliche, darunter viele Gruppen wie die Jugendfeuerwehr, der Fischerei- oder Albverein. In ihrer Eröffnungsrede am Glashaus in der Pomologie betonte Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, es sei wichtig, mit der Putzaktion ein positives Zeichen zu setzen. »Man zeigt damit, dass einem die Umwelt nicht egal ist und dass man nicht wegschaut.«

An fünf Treffpunkten in der Innenstadt und einem Standort in Orschel Hagen trafen sich die fleißigen Helfer, holten sich Zangen, Handschuhe und Säcke und reinigten rund 100 bis 150 Gebiete. »Auch etwa 50 Leute aus den Flüchtlingsheimen haben mitgemacht«, freut sich Kilian. Viele Kinder hätten ihre Eltern zur Putzaktion aufgefordert, weil »man etwas für die Umwelt tun müsse«. Am Ende standen 60 bis 70 Kubikmeter Müll, die entsorgt werden konnten.

Außer dem üblichen Abfall wurden Reifen, Rasenmäher, ein Mofa und im Ohmenhäuser Wald Nachtspeicheröfen gefunden. Für diese muss nächste Woche ein Kran zum Einsatz kommen. »Es wäre besser, wenn jeder seine Verantwortung für die Müllentsorgung tragen würde«, sagt Kilian. Manche würden sagen: »Dafür ist die Stadtreinigung zuständig.« Und sicherlich könne man mehr machen, aber das würde unweigerlich auch höhere Kosten verursachen, die zulasten der Bürger gingen.

Zulasten der Bürger gehen Wohlstandsmüll und Dreck zwar auch beim Großreinemachen, aber: die vielen, vielen freiwilligen Helfer taten’s gerne. Insbesondere Kinder und Jugendliche lächelten beim Schuften – und mancher empfand die Aktion sogar als eine Art Schatzsuche.

Wiewohl keine wirklichen Schätze gehoben werden konnten. Belohnt wurden Reutlingens „Flotte Feger“ trotzdem: Beim Abschluss-Fest auf dem TBR-Gelände, wo traditionell ein Helfer-Vesper lockte und Hüpfburg sowie ein Clown für Unterhaltung sorgten.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in unserer morgigen Montagsausgabe – entweder auf Papier oder digital im E-Paper. (gb/GEA)

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