Reutlingen
Gastronomie - Bei der Reutlinger Schlemmernacht werden in 16 Lokalen Herbst-Menüs zum Einheitspreis kredenzt

Reutlinger Schlemmernacht: Gaumenschmaus in 48 Gängen

Von Alexander Rabe

REUTLINGEN. Viele Köche verderben den Brei, besagt ein allseits bekanntes Sprichwort. Bei der Reutlinger Schlemmernacht, die am Mittwoch, 12. Oktober, bereits zum dritten Mal Genießer in Restaurants der Stadt lockt, ist genau das Gegenteil der Fall. Denn: Erstens stehen die Köche der 16 beteiligten Restaurants natürlich nicht an ein und demselben Herd. Und zweitens servieren sie mitnichten Brei, sondern vielmehr herbstliche Drei-Gänge-Menüs, die den Gästen die Lokal-Auswahl erschweren - zumal der Preis einheitlich bei 26,50 Euro liegt.

Die Gastronomen der 16 beteiligten Restaurants werfen bei der dritten Reutlinger Schlemmernacht am Mittwoch, 12. Oktober, nicht nur ihr ganzes Können in die Waagschale, sondern vor allem saisonale Produkte in den Topf. FOTO: TRINKHAUS
Die Gastronomen der 16 beteiligten Restaurants werfen bei der dritten Reutlinger Schlemmernacht am Mittwoch, 12. Oktober, nicht nur ihr ganzes Können in die Waagschale, sondern vor allem saisonale Produkte in den Topf. FOTO: Gerlinde Trinkhaus
Im Vergleich zu den beiden vergangenen Schlemmernächten muss der Gast zwei Euro mehr investieren. Grund dafür sind die zum Teil deutlich gestiegenen Rohstoffpreise, wie Heinrich Engelhardt vom Restaurant »Maximilian« erklärt. Vor allem beim Fleisch sei der Einkaufspreis drastisch gestiegen, auch weil der asiatische Markt - zum Beispiel bei Gänsefleisch - nahezu alles aufkauft. Beim Qualitäts-Niveau habe man trotz allem nicht nachlassen wollen, eine leichte Preiserhöhung war daher unumgänglich. Dies sei allerdings immer noch ein absolutes »Top-Angebot«. Für 26,50 Euro bekomme man in Stuttgart gerade mal einen Hauptgang - und zwar nicht unbedingt in Schlemmernacht-Qualität.

Vorbereitung läuft schon

Zwar dauert es noch einige Tage, bis die 16 Köche die Schlemmernacht-Schürze schnüren, doch Uwe Förster vom »Culinarium« verdeutlicht, dass er wie seine Branchenkollegen schon lange zuvor tätig werden muss. Drei Wochen im Vorfeld hat er sich das Menü ausgedacht, es folgte die genaue Komposition. Rezepte werden erarbeitet, vorgekocht, probiert und optimiert. Alles, »um den Gästen das bestmögliche Geschmackserlebnis zu bieten«, so Förster.



Dass sich der Aufwand lohnt, zeigt die Tatsache, dass in den Lokalen zum Teil direkt nach der zweiten Schlemmernacht im Frühjahr Tische für die dritte, nun anstehende Auflage gebucht wurden. Rund 60 Prozent seiner Schlemmernacht-Gäste, so Försters Beobachtung, sind Wiederholungstäter. In der »Terrine«, erklärt Koch Marco Heller, waren die Schlemmernacht-Tische schon vor drei Monaten komplett ausgebucht.

Die Schlemmernacht soll aber laut Heinrich Engelhardt auch »ein herzliches Grüßgott für neue Gäste« sein, die bei dieser Veranstaltung mal ein anderes Lokal ausprobieren möchten. Zum Beispiel das Sportpark-Restaurant, schließlich ist Daniel Seywald, der seit April die Gäste im Lokal am Kreuzeiche-Stadion bekocht, erstmals bei der Veranstaltung dabei. Warum? »Weil ich das Event an sich super finde. Ich kann meinen Gästen so eine schöne Abwechslung bieten und zeigen, dass ich nicht nur à la carte draufhabe.«

Vielfältig und nicht zu schwer

Wie seine Kollegen setzt auch Seywald auf saisonale Produkte. Und da bietet der Herbst weit mehr als Kürbissuppe, Rehnüsschen und Zwetschgen-Zimt-Ragout. Wegen des spätsommerlichen Wetters setzen die Köche auf frische, nicht allzu schwere Kost. Nicht nur »Terrine«-Koch Marco Heller spricht von einer »tollen Auswahl für jedermann« bei den Menüs, die ohne Absprachen von den 16 Küchenchefs kreiert wurden.

Die Nachfrage ist groß, die Gäste sollten sich also schnellstmöglich, aber spätestens bis Montag, 10. Oktober, um die Reservierung kümmern. Die Telefonnummern, Adressen und Menüs der Restaurants sind am Samstag im Reutlinger General-Anzeiger zu finden, oder auf der Internet-Seite der Reutlinger Gastro-Initiative, die einmal mehr die Schlemmernacht-Strippen zieht.

Bei der Tischbestellung sollte dann neben dem Stichwort »Schlemmernacht« auch bestenfalls auch gleich die Anzahl der Vegetarier am Tisch angegeben werden, damit die Köche ebenbürtige fleischlose Alternativen vorbereiten können. Außerdem erfährt der Gast am Telefon, zu welcher Uhrzeit er optimalerweise im Restaurant sein sollte - zum Drei-Gänge-Genuss der dritten Reutlinger Schlemmernacht. (GEA)

www.rt-rgi.de



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