Verkehr - FWV-Räte greifen Elternanliegen auf und wollen Druck machen beim Radwegkonzept: Der kommt gerade recht

Reutlinger Masterplan Radverkehr wird später vorgelegt

VON ANDREA GLITZ

REUTLINGEN. Die Radfahrer müssen sich weiter gedulden: Der mit Spannung erwartete Entwurf zum städtischen »Masterplan Radverkehr/E-Bike-City Reutlingen« wird wohl erst Ende des Jahres vorgelegt, hieß es gestern auf Nachfrage aus dem Rathaus. Ursprünglich sollte das Papier, in dem das externe Planungsbüro Kaulen insbesondere ein Radwegnetz präsentieren soll, das den Namen verdient, nach der Sommerpause präsentiert werden.

Alle wollen sich mal pressewirksam abstrampeln für die Reutlinger Radfahrer:  Die FWV-Räte Annette Leininger, Georg Leitenberger, Erich Fritz, Jürgen Fuchs und  Kurt Gugel mit FWV-Pressesprecher Wilfried Müller (zweiter von rechts) hoch zu Ross in der Pomologie. Foto: Trinkhaus
Alle wollen sich mal pressewirksam abstrampeln für die Reutlinger Radfahrer: Die FWV-Räte Annette Leininger, Georg Leitenberger, Erich Fritz, Jürgen Fuchs und Kurt Gugel mit FWV-Pressesprecher Wilfried Müller (zweiter von rechts) hoch zu Ross in der Pomologie. FOTO: Gerlinde Trinkhaus
Die Reutlinger Kommunalpolitik hat also weiter Zeit, pressewirksam ihre teils späte Zuneigung zum Radfahren zu vertiefen. Gestern luden die Freien Wähler zum Vororttermin in die Pomologie, um für verbesserte Radinfrastrukur zu werben. »Beschleunigen und dranbleiben« will die Fraktion in Sachen Masterplan.

Wie angezeigt ihr Bemühen ist, ahnten die Räte beim Pressetermin allerdings noch gar nicht: Sie waren bis dato nicht informiert, dass das Radkonzept erneut verschoben wird.

Den Elan der FWV hatte vielmehr die Initiative »Eltern radelnder Schüler« beflügelt: Sie hatte sich mit den Ratsfraktionen ins Benehmen gesetzt, um auf Knackpunkte hinzuweisen, die die Eltern in einem ersten höchst wagen Planentwurf sehen, den die Stadt im April vorgestellt hatte (der GEA berichtete). Die Initiative vertritt die Auffassung, dass es in der Stadt ein zusammenhängendes Netz aus radbevorrechtigten Nebenstraßen geben sollte, das insbesondere Schüler sicher an ihre Lernorte bringt. Das Grundkonzept der Fahrradhauptwege auf wenig befahrenen Straßen wird namentlich unterstützt von der grünen Ratsfraktion.

Schnelle Lösungen suchen

Die Elterninitiative hat Radverkehr gezählt und eine Online-Umfrage gestartet. Man sieht dabei andere zentrale Knotenpunkte als die Verwaltung. Die Umfrage habe zudem ergeben, dass Schüler nicht gern entlang der Hauptstraßen unterwegs sind. Der Schülerradverkehr sei nicht erkennbar berücksichtigt, beklagt Initiativen-Sprecher Marco Wolz.

Die Freien Wähler haben die Anliegen der Eltern aufgriffen. Sie forderten beim Pressetermin unter anderem eine Möglichkeit, »legal und geregelt« Pomologie und Volkspark zu durchqueren: Derzeit weist nur ein verblichenes Schild auf rote Markierungen hin - die ebenfalls ganz verblichen sind. Man setzt insgesamt auf Lösungen, die laut dem FWV-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Fuchs »schnell und mit wenig Aufwand« zu machen wären. Etwa die Aktivierung der alten Honauer Bahntrasse in der Oststadt für die Radler.

Mit Erstaunen haben die Freien Wähler vernommen, dass das Land bei der Verkehrserziehung sparen will. Statt fünf soll es künftig nur noch vier Verkehrserziehungstage für Grundschüler geben. In Zeiten, in denen das Rad allerorten als Verkehrsmittel gehypt wird, ein Unding, findet man in der Fraktion. (GEA)





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