Turnier - 170 Schüler kämpfen bei Zwischenrunde der Fußball-Lebens-Weltmeisterschaft um Finalteilnahme
Reutlinger in Kiel dabei
VON CARINA STEFAK
REUTLINGEN. »Wir wollen Tooooore sehen!!«, brüllten die Cheerleader gestern aus vollem Hals und brachten die Turnhalle des Isolde-Kurz-Gymnasiums regelrecht zum Beben. Ihre Unterstützung zahlte sich aus: Bei der Zwischenrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft der etwas anderen Art konnte das gastgebende IKG-Team ordentlich punkten - und fährt nun zum Finale nach Kiel.
Die »Fußball-Lebens-Weltmeisterschaft« ist ein bundesweiter Schulwettbewerb, an dem 14 Bundesländer teilnehmen. Die Zwischenrunde Baden-Württemberg wurde gestern am Reutlinger IKG bestritten. 170 Schüler aus dem Ländle kämpften in acht Teams um die Teilnahme an der Endrunde am 10. Juni in Kiel. Dorthin fahren nun auch die vier besten Teams aus Baden-Württemberg: die Wilhelm-Feil-Schule aus Vaihingen/Enz, die Waiblinger Friedensschule, das Rottenburger Eugen-Bolz-Gymnasium und eben auch das Reutlinger IKG.
Jedes Team vertritt ein Land
Die Idee hinter dem Wettbewerb hängt mit der »echten« Fußball-WM in Südafrika zusammen. 204 Länder hatten um die Teilnahme an der WM gespielt, und ebenso viele Teams treten nun auch in der »Fußball-Lebens-Weltmeisterschaft« der deutschen Schulen gegeneinander an. Die 32 besten Mannschaften fahren dann zur Endrunde. Jedem Team wurde eines der Fifa-Länder zugelost, das es im Turnier vertritt. Baden-Württemberg vertritt den Kontinent Asien.
Unterstützt wird der Wettbewerb unter anderem vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, von der Aktion Mensch und auf regionaler Ebene vom Entwicklungspädagogischen Informationszentrum Reutlingen (EPiz). Schirmherr ist Fifa-Schiedsrichter Knut Kircher, der gestern auch selbst pfiff.
»In den Teams spielen 13- bis 15-Jährige gemeinsam«, erklärt Claudia Klatt, Projektkoordinatorin Baden-Württemberg. Von der Förderschule bis zum Gymnasium sind alle Schularten vertreten. Auch nach Geschlecht wird nicht unterschieden und so kicken Jungs und Mädchen zusammen um Punkte.
Der Sport ist bei diesem Wettbewerb allerdings längst nicht alles. Die Erfolge bei den Turnieren zählen nämlich nur zur Hälfte. Überdies haben die Schüler zu ihrem jeweiligen Land Plakate kreiert, auf dem sie auf die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten Gleichaltriger in anderen Ländern eingegangen sind. »Die Schüler haben Kontakt zu Jugendlichen beispielsweise in Indien oder in Pakistan aufgenommen und sie direkt interviewt«, weiß Rainer Schwarzmeier, einer der beiden Bundeskoordinatoren.
Der Kontakt sei über die Konsulate zustande gekommen, über Schulpartnerschaften, Vereine oder Bekannte, die familiäre Kontakte in die jeweiligen Länder haben. Der 14-jährige Sean Engels berichtet von seinen Erfahrungen, denn er und sein IKG-Team vertreten Pakistan. »Wir haben uns über E-Mails ausgetauscht und mit den Jugendlichen beispielsweise darüber gesprochen, wie sie wohnen und was ihre Hobbies sind«, berichtet der Eninger. Rainer Schwarzmeier lobt besonders den Fleiß der Schüler. Auch wenn es nicht immer einfach gewesen sei, Kontakte zu knüpfen - das Bemühen der Schüler, ihre Versuche, »gemeinsam auf den Weg zu gehen«, seien wichtige Erfahrungen gewesen.
Dieses Engagement wird auch in der Turnhalle nochmal deutlich: Der 15-jährige Nils Schrempp steht mit der grünen Pakistan-Flagge am Spielfeld. Wild fuchtelnd feuert der Reutlinger seine Mannschaft vom IKG an, umringt von vielen Teamkollegen in grünen Trikots, die, wie er, vollen Körpereinsatz bringen. Und lautstark unterstützt werden von - na klar - den Cheerleaderinnen. (GEA)
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