DLRG - Rund 180 DLRG-Schwimmer aus drei Landkreisen bei Reutlinger Bezirksmeisterschaften am Start

Rettungswettkampf: Dem nassen Tod keine Chance lassen

VON JÜRGEN MEYER

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Durch langsames Retten gestorben: In der DLRG kommt bei aller Ernsthaftigkeit und Professionalität der Humor nie zu kurz. Die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft haben sich diese unschmeichelhafte Variante für die ausgeschriebene Kurzform ihres Akronyms selbst verpasst. Obwohl ihre ehrenamtliche Tätigkeit natürlich genau auf das Gegenteil abzielt.

Schnell schwimmen, abtauchen und  Puppen retten: Am Wochenende zeigten Rettungschwimmer, was sie drauf haben.
Schnell schwimmen, abtauchen und Puppen retten: Am Wochenende zeigten Rettungschwimmer, was sie drauf haben. FOTO: Jürgen Meyer
In der Region steht die DLRG etwas im Schatten der anderen Rettungsorganisationen, da sie meist nur mit dem Freibadbetrieb und sporadischen Wachdiensten in den Freigewässern in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich leisten Helfer aus der Region auch Rettungsdienste an den Küsten der Nord- und Ostsee. Der Weg zum Lebensretter in Bereitschaft beginnt mit einem Anfängerschwimmkurs und gipfelt in der Ausbildung zum Rettungsschwimmer.

Sich unter Gleichgesinnten darin zu messen, wer am schnellsten im Wasser vorwärtskommt, ist der sportliche Aspekt eines Wettbewerbes, bei dem aber die zügige Rettung eines Verunglückten im Mittelpunkt steht. »Damit grenzen wir uns von den üblichen Schwimmwettbewerben ab«, sagt Roland Adam, Leiter der DLRG-Jugend im Kreis Reutlingen, wo über 2 600 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aktiv sind. »Jeder Schwimmer sollte idealerweise auch die einfachen Techniken der Wasserrettung beherrschen, damit der nasse Tod keine Chance hat.«

Am Wochenende hatte Adam zusammen mit seinen Bezirksnachbarn Yann Späth (Tübingen) und David Kaiser (Esslingen) und einem Dutzende Helfer umfassenden Team eine Mammutveranstaltung zu schultern. Jährlich ermitteln die DLRG-Bezirke bundesweit ihre besten Wasserretter, die sich in Vergleichswettkämpfen für den Ausscheidungswettbewerb auf Landesebene (in Württemberg am 13./14. Mai in Biberach) qualifizieren.

Untertauchen von Treibgut

Gestern und am Samstag kamen rund 180 Schwimmer in den Hallenbädern von Betzingen (Einzelschwimmer) und Waldhäuser-Ost (Staffeln) aus den 28 Ortsgruppen der Bezirke Reutlingen, Tübingen und Esslingen zusammen.

In dem kleinen Bad an der Echaz, wo die Ortsgruppe Reutlingen auch zweimal die Woche die Schwimmerausbildung betreibt, ging es eng und hektisch, aber völlig geordnet zu. Die schnellsten Rettungsschwimmer der Region maßen sich in verschiedenen Disziplinen, die den reellen Bedingungen an der Küste oder im See nahe kommen. Dazu gehört das Hindernisschwimmen. Dabei wird das Untertauchen von Treibgut simuliert.

Beim »Retten« einer schweren Kunststoff-Puppe müssen die Helfer nach 25 Metern auf den Beckengrund abtauchen und sie über dieselbe Distanz zum Ziel schleppen. Neben einer Variante über 100 Meter gibt es über diese Strecke auch das Retten mittels Flossen und mit Gurtretter. Das Hilfsmittel besteht aus einem Gurt, einer Verbindungsleine und einem Auftriebskörper aus Schaumstoff. Die 9 bis 30 Jahre alten Teilnehmer mussten dabei Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Können miteinander kombinieren. (GEA)

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