Frohsinn - Prunksitzung der Krautskräga: Besuch von einer fremden Prinzessin, die aus Reutlingen stammt

Prunksitzung der Krautskräga: Majestät ausgeliehen

VON GABRIELE BÖHM

REUTLINGEN-BETZINGEN. Die Prunksitzung der Krautskräga in Betzingen ging am Samstagabend in die zweite Runde. »In manchen Jahren hatten wir wegen des großen Andrangs auch schon drei Veranstaltungen«, sagte Sitzungspräsident Karl-Heinz Kutzbach. Nachdem Alexander Dollinger mit Hits wie »Du schaffst das schon« für Stimmung gesorgt hatte, zogen die Akteure unter großem Beifall in die vollbesetzte Julius-Kemmler-Halle ein - allen voran die Mühla-Katza mit leuchtenden Augen.

Einer der Höhepunkte der Tanzeinlagen bei den Krautskräga war der Auftritt der jüngsten Garde  mit ihrem Tanz »Bibi Blocksberg«.  Foto: Böhm
Einer der Höhepunkte der Tanzeinlagen bei den Krautskräga war der Auftritt der jüngsten Garde mit ihrem Tanz »Bibi Blocksberg«. Foto: Böhm
Besonders stolz waren die nach Alter gruppierten Garden, die ein neues schickes Outfit mit Westen in verschiedenen Farben bekommen hatten. Die Grüne Garde mit den jüngsten Mädchen sorgte mit ihrem Tanz »Bibi Blocksberg« für den Auftakt eines mit Highlights randvollen Programms. Aufgrund einer verlorenen Wette zeigte sich Kutzbach auch dieses Mal kurzfristig in Gardemontur.

Ihre Tänze zeigten auch die drei anderen Garden, die sich den Themen »Cowboy und Indianer«, »Y.M.C.A« und »Hooked on Mozart« verschrieben hatten. »Wenn es noch mehr Tänzerinnen werden, brauchen wir eine größere Bühne«, meint Kutzbach. »Wir können nicht anbauen«, meinte Bezirksbürgermeister Thomas Keck, »aber vielleicht gibt es mal eine neue Halle an anderer Stelle«. Keck plauderte auch aus dem Nähkästchen der Gemeinderatssitzungen und erzählte unter großem Gelächter des Publikums die Episode zweier Bezirksgemeinderäte, die nach langer Sitzung in ein frisch ausgehobenes Grab »g´hagelt« seien und dort erst am nächsten Morgen von Totengräber »Zibeben-Heiner« gefunden wurden.

Zu den Promis, die Kutzbach auf die Bühne holte, zählten auch Monika Raffer und Sabrina I. vom Voller Brunnen, Erste Vorsitzende und Prinzessin des Karnevalsvereins Leonberg Gesellschaft Engelberg. Wie Kutzbach stolz verkündete, stamme Sabrina aus Reutlingen und sei quasi nach Leonberg ausgeliehen worden. Auf die Frage, warum kein Prinz dabei sei, hatte Sabrina eine einfache Antwort: »Weils koin hot.«

»Vielleicht gibt es mal eine neue Halle an anderer Stelle«
 

Gekommen war auch eine hochrangige Abordnung der 1. Karnevalsgesellschaft Sonnenbühl in Gestalt von Ehrenpräsident Dieter Stoll und Burgfräulein Corinna I. Die Guggenmusik »Leo Valentinos« stammte ebenfalls aus Leonberg und war die einzige auswärtige Gruppe in einem 18 Punkte umfassenden Programm, das ansonsten komplett von eigenen Vereinsmitgliedern gestaltet wurde.

Kondition, Körperbeherrschung und Einfallsreichtum bewiesen nicht nur die Garden, sondern auch die Tanzmariechen Jessica van Wirdum und Lena Stobernack, das Männerballett, das Damenballett, die Showtanzgruppe der Krautskräga und die Aktionsgruppe der Mühla-Katza. »Kipy«, die Kinderpyramidengruppe, formierte sich zu immer neuen tollen Bildern, wobei die kleine Maja auch mal aus der Reihe tanzte und das Publikum damit zum Lachen brachte.

Die schlanke Rosi Freundt aus dem Elferrat hatte sich für ihre Büttenrede mit dem Gesangsrefrain »Ich hab mich tausendmal gewogen« dick ausgepolstert und beklagte das Schicksal einer Dame, der es »halt gut schmecke«. Leider müsse sie inzwischen auf den Briefträger warten, weil sie nicht mehr selbst ihre Schnürsenkel binden könne.

Insgesamt sechs Sketche sorgten für Humor. Im Sketch »Ohne Worte« machte eine sechsköpfige Gruppe die Halle zum Kinosaal und zeigte nur mit Mimik und Gestik die bekannten Reaktionen auf Kinobesucher mit riesigen Popcorneimern und Zuspätkommer, für die die ganze Reihe immer wieder aufstehen musste. Durch das Hin und Her ergab es sich schließlich, dass ein frisch verliebtes Pärchen weit getrennt voneinander sitzen musste.

Abwechseln baten die junge Frau und der junge Mann die zwischen ihnen sitzenden Personen, Streicheleinheiten, Tätscheln und Küsschen von einem zum anderen weiterzugeben, was diese - mit entsprechendem Gesichtsausdruck - auch taten. Das alles wurde so gekonnt präsentiert, dass sich der Geräuschpegel in der Halle fast auf Null senkte, weil alle gespannt wissen wollten, wie es weiterging. Am Ende gab es begeisterten Applaus. Nach dem Programm wurde noch lange zusammen getanzt. (pr)

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