Reutlingen
Streik - Bei Eltern und Stadt wächst der Unmut

Protest am Montag

REUTLINGEN. Während die Gewerkschaft Verdi Erzieherinnen und Erzieher aus der Region und somit auch in Reutlingen am Montag, 6. Juli, zu weiteren Streiks aufruft, wächst bei den betroffenen Eltern der Unmut über den anhaltenden Arbeitskampf. »Eltern und Kinder aus einer Betzinger Kindertageseinrichtung und einer Kindertageseinrichtung im Hohbuch wollen am Montag auch in den Streik treten«, heißt es in einer Pressmitteilung des Elternbeirats.

Manche Eltern wüssten im Streikfall nicht, wohin mit ihren Kindern, so die Elternvertreter. Zwar verlaute seitens der Stadt, dass man auf eine »schnelle Einigung der Verhandlungspartner auf Bundesebene hoffe«, aber: »Was bringt es uns Eltern und den Kindern, wenn die Kindertagseinrichtungen wieder und wieder geschlossen sind und geplante Termine (...) ständig verschoben werden müssen«. In einer Protestaktion am Montag um 9.30 Uhr im Reutlinger Rathaus wollen die Eltern ihren Unmut »auch in schriftlicher Form kundtun«.

Der Gesamtelternbeirat »Gerk« hat in Briefen an Reutlingens Oberbürgermeisterin und die Gewerkschaften ebenfalls an die Kompromissbereitschaft der Verhandlungspartner appelliert und sie aufgefordert, »den Konflikt umgehend« zu lösen und die Streiks zu beenden. Zwar hätten die Eltern Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen, doch seien sie derzeit »zutiefst verunsichert und erbittert« (siehe Seite 13).



Eingeschränkte Notbetreuung

Kritik an der Streikstrategie kommt auch von der Stadt Reutlingen: »Die Art und Weise, wie die Streiks von den Gewerkschaften organisiert und durchgeführt werden, sind überzogen und unverhältnismäßig«, schreibt Verwaltungsbürgermeister Robert Hahn in einer Pressemitteilung.

Aufgrund der kurzfristigen Informationspolitik habe die Stadt kaum eine Chance, die Eltern zu informieren und eine Notbetreuung zu organisieren. Gestern Vormittag habe Verdi die städtische Bitte abgelehnt, über eine Notdienstvereinbarung für den kommenden Montag zu verhandeln, klagt Hahn, man werde aber »alles Denkbare versuchen, um eine eingeschränkte Notbetreuung zu organisieren.«

Verdi hingegen hat einen Bustransfer von Reutlingen zu einer Demonstration und Kundgebung in Göppingen organisiert. Abfahrt sei am Montag um 9.30 Uhr beim Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Tübinger Tor, heißt es in einer Verdi-Mitteilung. (rh)

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