Innenstadt - Geschichtsverein informiert vor und im alten Rathaus über Stand des historischen Bauensembles

Oberamteistraße: Was wird aus den historischen Häusern?

VON NORBERT LEISTER

REUTLINGEN. »Ein begrenzt offener Realisierungswettbewerb ist von der Stadt ausgerufen worden, um das Gebäudeensemble 28 bis 32 in der Oberamteistraße zu retten«, sagte Professor Roland Wolf am Samstag vor dem alten Rathaus.

Archivfoto: GEA
Archivfoto: GEA
Zwei Gemeinderatssitzungen habe es schon gegeben, einige Architektenbüros aus ganz Deutschland hätten Interesse angemeldet und würden sich an dem Wettbewerb beteiligen. Eine dritte Sitzung sei vonnöten. Danach werde der Gemeinderat entscheiden, wie die Sanierung der Häuserzeile tatsächlich angegangen werden soll.

Vor dem Alten Rathaus hatte der Geschichtsverein bei nasskaltem Wetter in Kooperation mit dem Altstadt-Freundeskreis und dem Schwäbischen Heimatbund aber nicht nur Glühwein ausgeschenkt. Die Engagierten wollten vor allem die Öffentlichkeit darüber informieren, »dass die Zeit drängt«, sagte Roland Wolf. »Bevor das ganze Ensemble in sich zusammenfällt.«
»Ein Projekt, das weit über Reutlingen hinaus von Bedeutung ist«
 

»Glücklicherweise gibt es ja nun das Konzept der Stadt«, sagte der Vorsitzende des Geschichtsvereins. Die Fraktionen im Gemeinderat seien sich alle einig, dass die historischen Gebäude erhalten werden müssten - »es gibt aber noch keinen Konsens über das Wie«, betonte Wolf. Am Samstag sei auf jeden Fall die Stimmung am Rande des Reutlinger Marktes eindeutig gewesen: »Alle, die hier vorbeikamen, sagten, dass die Häuser erhalten werden müssen.«

Dem stimmte auch Fritz-Eberhard Griesinger als Reutlinger und ehemaliger Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes zu: »Bei der Oberamteistraße handelt es sich um ein Projekt, das weit über Reutlingen hinaus von Bedeutung ist.« Und Dr. Bernd Langner als Heimatbund-Geschäftsführer erinnerte daran, dass schon vor zwei Jahren in der Zeitschrift »Schwäbische Heimat« ein ausführlicher Bericht zu den Gebäuden unter dem Titel »Eine Jahrhundertchance« erschienen sei.

Dieser Bericht stammte im Übrigen von Tilmann Marstaller. Der weithin bekannte Bauhistoriker, der sich wie kein anderer mit der baulichen Geschichte und auch der Substanz der Häuser in der Oberamteistraße auskennt, hielt im alten Rathaus einen Vortrag vor mehr als 30 Interessierten.

Darin ging Marstaller einmal mehr auf die einzelnen Gebäudeteile der drei Häuser ein. Das vierte Gebäude, das stützende Eckhaus vor der Volkshochschule, ist ja abgerissen worden - und ist verantwortlich für die »Schieflage« der Resthäuser. »Die weisen bekanntlich eine größere Neigung auf als der Schiefe Turm von Pisa«, sagte Roland Wolf.
»Die weisen eine größere Neigung auf als der Schiefe Turm von Pisa«
 

Relativ neu ist laut Marstaller die Erkenntnis, dass sich in allen drei Gebäuden »Bauteile befinden, die vor der Zeit von 1308 stammen«. Dieses Jahr sei von einiger Bedeutung, weil genau da das Gebäudeensemble als Schenkung nach Königsbronn ging. Ansonsten gibt es laut Marstaller keine Quellen zu dieser Zeit. »Klar ist jedoch, dass im Erdgeschoss der Nummer 32 das noch vorhandene Nordportal des Kernbaus etwas mehr oder weniger aus dem Jahre 1270 stammen muss«, Plusminus ein paar Jahre hin oder her. Auch der Jugendgemeinderat war am Samstag an der Aktion des Geschichtsvereins beteiligt. »Das ist ein interessantes Thema, das sich lohnt«, sagte Ardit Jashanica. (GEA)



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