Sanierung - Altstadt-Freundeskreis begrüßt das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs für die Oberamteistraßenzeile

Oberamteistraße: »Jetzt muss es zügig weitergehen«

REUTLINGEN. »Der erste Schritt ist getan. Aber jetzt muss es auch zügig weitergehen«, kommentierte Regine Vohrer als scheidende Vorsitzende des Altstadt-Freundeskreises das Ergebnis des Realisierungswettbewerbs für die denkmalgerechte Sanierung der historischen Häuserzeile in der Oberamteistraße. Der Gemeinderat müsse gleich zu Beginn des neuen Jahres entscheiden, ob die Stadt die Realisierung selber in die Hand nehme oder an die GWG übertrage. »Es darf jetzt zu keiner erneuten Hängepartie kommen«, betonte auch Dr. Konrad Kern, der einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Altstadt-Freundeskreises gewählt wurde.

Eine »leere Hülle« aus Fachwerk und gussgläsernen Biberschwänzen soll die labilen historischen Gebäude Oberamteistraße 28 bis 32 stützen, die selbst als Exponate gesehen werden. So jedenfalls sieht es der Siegerentwurf der Wulf Architekten, Stuttgart, vor.
Eine »leere Hülle« aus Fachwerk und gussgläsernen Biberschwänzen soll die labilen historischen Gebäude Oberamteistraße 28 bis 32 stützen, die selbst als Exponate gesehen werden. So jedenfalls sieht es der Siegerentwurf der Wulf Architekten, Stuttgart, vor. FOTO: Markus Niethammer
Regine Vohrer kandidierte nicht mehr für den Vorsitz, sondern wechselt in den Beirat des Vereins. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Altstadtfreunde den Architekten Jürgen Robert Klein. Medienreferent bleibt Bernhard Wilke, Schriftführer Hans Bock. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden bei der Hauptversammlung im Café Sommer Jürgen Knorrn, Diane Scherzler und Martin Schuetzler bestätigt. Dem Beirat gehören neben Regine Vohrer Professor Roland Wolf, der Bauhistoriker Tillmann Marstaller und Stadtrat Hagen Kluck an.

»Ich werde alles tun, um das Projekt im Gemeinderat voranzubringen«, versprach FDP-Stadträtin Regine Vohrer, »es ist schon viel zu viel Zeit verloren gegangen«. Jetzt liege ein überzeugender Entwurf für ein die mittelalterlichen Häuser wieder stützendes Eckgebäude vor. Einstimmig habe sich das Preisgericht für den Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Wulf und der Reutlinger Statiker Knaak und Reich entschieden.

Die Altstadt-Freunde wollen die weiteren Schritte zur Sanierung der Oberamteistraßen-Häuser konstruktiv-kritisch begleiten. »Man darf sich jetzt nicht auf dem guten Ergebnis des Wettbewerbs ausruhen«, stellte Kern fest. Der Verein werde an die bisherigen Aktivitäten anknüpfen, zu deren Höhepunkten die Beteiligung am Tag des offenen Denkmals zählte. Spätestens bis zum Denkmaltag am 9. September 2018 müssten die Detailplanungen auf den Weg gebracht sein.

Der Altstadt-Freundeskreis werde Anfang des Jahres eine Führung durch die Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse in der Eingangshalle des Reutlinger Rathauses anbieten.

Bei der Hauptversammlung hatten die im Amt bestätigten Kassenprüfer Holger Bergmann und Clemens Vohrer dem Verein eine gute Finanzlage bescheinigt. Deshalb beschlossen die Mitglieder eine Senkung des Jahresbeitrags auf 15 Euro. Damit will man auch eine eventuell bestehende Hürde zur Mitarbeit bei den Altstadtfreunden abbauen. Konrad Kern und Regine Vohrer riefen dazu auf, die Basis des Vereins zu verbreitern. Es sei schließlich ein Anliegen der gesamten Bürgerschaft, eine der ältesten mittelalterlichen Häuserzeilen Deutschlands zu erhalten und der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. (v)

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