Verkehrsberuhigung - Die Nürnberger Straße ist zu breit und soll auf 6,50 Meter zurückgebaut werden

Nürnberger Straße in Orschel-Hagen wird zurückgebaut

REUTLINGEN. Der Scheibengipfeltunnel soll Ende des Jahres fertig sein, bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Nicht nur am Tunnel selbst, sondern dort, wohin der Verkehr zu fließen droht – nach Orschel-Hagen zum Beispiel. In der Gartenstadt ist es zunächst die Nürnberger Straße, die zurückgebaut werden soll – von 9 auf 6,5 Meter Breite an möglichst vielen Stellen. Noch vor Eröffnung des Tunnels soll dies geschehen.

Die autobahnähnliche Dimension der Nürnberger Straße zieht den Schwerlastverkehr an wie das Licht die Motten. Die Straße enger zu machen könnte ein probates Mittel sein, um den Verkehr in der Gartenstadt zu beruhigen. FOTO: NIETHAMMER
Die autobahnähnliche Dimension der Nürnberger Straße zieht den Schwerlastverkehr an wie das Licht die Motten. Die Straße enger zu machen könnte ein probates Mittel sein, um den Verkehr in der Gartenstadt zu beruhigen. FOTO: Markus Niethammer
Verkehrsplaner Stefan Dvorak erläuterte ein Bündel von Maßnahmen in der Sitzung des Gemeinderats. Viele Bewohner aus Orschel-Hagen saßen im Zuschauerraum. Sie hatten im Vorfeld das Wort – als »Experten vor Ort«, wie Dvorak sagte, bei einem Workshop, einer Ortsbegehung und im Dialog mit den Stadtplanern. Doch auch Auswärtigen falle der Landstraßencharakter der Nürnberger Straße auf, die den Stadtteil komplett durchquert – »da fühlt sich bisher jeder Sattelschlepper wohl und wird sie gerne als Abkürzung benutzen«.

Die Gegenmaßnahmen seien im Rahmen der Bürgerbeteiligung gemeinsam erarbeitet worden. An der Einmündung zur Rommelsbacher Straße soll der Bau eines Kreisverkehrs geprüft werden, ebenso an der Roanner Straße, für die auch eine T-Kreuzung infrage komme. In der Nürnberger Straße sollen möglichst keine Parkplätze verloren gehen, sondern im Gegenteil zusätzliche entstehen.

Kreisverkehre werden geprüft

Edeltraut Stiedl (SPD), selbst Gartenstadt-Bewohnerin, bekräftigte den Wunsch, »dem Verkehr aus dem Achalmtunnel entgegenzuwirken«. Allerdings geht sie von einer Zunahme des Lkw-Verkehrs aus, da dieser nach Eröffnung des Tunnels nicht mehr durch die Innenstadt fahren darf. »Wir müssen die Lkw im Laisen umlenken« – über einen neu zu gestaltenden Weg von der Ost-West-Trasse beim Burgerking zur Rommelsbacher Straße. Sie sei von der IGELOH (Interessengemeinschaft Einkaufen und Leben in Orschel-Hagen) autorisiert worden, diesen Vorschlag »vehement« zu vertreten. Ebenso machte sich Stiedl für einen Kreisverkehr beim Berliner Ring stark.

Jürgen Fuchs (FWV), ebenfalls Gartenstadt-Bewohner, sprach die »Umgehung« von Orschel-Hagen an. Zwar sei das »Schreckgespenst Dietwegtrasse« weg, doch stehe der Umbau der Burgerking-Kreuzung noch in weiter Ferne. Eine »Südumfahrung« von Orschel-Hagen sei wohl ebenfalls im Gespräch, nach seiner Information eine »schmale Stadtstraße zwischen Roanner und Rommelsbacher Straße, was man so läuten hört«.

Holger Bergmann (Grüne) redete ebenfalls den Kreisverkehren an der Rommelsbacher und Roanner Straße das Wort, ist allerdings auch gegen einen Durchgangsverkehr nach Sondelfingen. Den »Burgerking-Knoten« präferiere er deshalb, weil es die einzige Lösung sei, die schnell umsetzbar sei. Bergmann signalisierte für seine Fraktion Zustimmung.

Rainer Löffler (CDU) sah in den Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Nürnberger Straße den »Bürgerwillen umgesetzt«. Ein Fragezeichen machte er hinter die geforderten Kreisverkehre, allein schon wegen der fehlenden Voraussetzungen, was die Flächen angeht. Löffler forderte ein weitergehendes »Mobilitätskonzert« für den Durchgangsverkehr. Es gebe bisher »nicht mal eine Idee, wie der Umbau des Knotens am Burgerking aussehen könnte«.

Bienen müssen rein und raus

Thomas Ziegler (Linke) begrüßte die Prüfung von Kreisverkehren, insbesondere am Berliner Ring, ebenso an der Roanner Straße, mahnte aber »Feingefühl in der Ausführung« an. Für die Autofahrer machte sich Sven Fischer (WiR) stark, dem Ziegler den Blickwinkel der 60er-Jahre vorgeworfen hatte. »Unser Staat funktioniert nur, wenn die Bienen rein- und rauskommen«, so Fischer. (GEA)

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