Jahreshauptversammlung - Maler und Lackierer waren im Jahr 2011 gut ausgelastet. Kritik an Ausbildung
Nachwuchs fehlt es an Leistungsbereitschaft
REUTLINGEN/LICHTENSTEIN. Der Maler und Lackierer hat eine bunte Palette vielseitiger Aufgaben von der Innenraumgestaltung über das werbewirksame Gestalten von Schriften, Schildern und Ähnlichem bis hin zu Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten.
Die Handwerksbetriebe waren im vergangenen Jahr gut ausgelastet und erwarten auch im Jahr 2012 ein zufriedenstellendes Auftragsvolumen. Sowohl der Obermeister der Innung, Johann Hölz, als auch der Geschäftsführer der Reutlinger Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann, stellten bei der Jahreshauptversammlung im Honauer »Forellenhof Rössle« fest, dass die Tätigkeit der Maler und Lackierer im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Gerade im Sommer und Herbst des letzten Jahres waren die allermeisten der Fachbetriebe voll ausgelastet. Geschäftsführer Ewald Heinzelmann ist sich relativ sicher, dass die Entwicklung auch im Jahr 2012 anhalten wird. »Solange wir keine außerordentlichen Ereignisse etwa im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise oder einer globalen Wirtschaftskrise bekommen werden, wird die Beschäftigung auf einem hohen Niveau verbleiben«, so der Geschäftsführer der Reutlinger Kreishandwerkerschaft.
Die Branche bedauert, dass nach wie vor keine Einigung über die steuerliche Förderung der energetischen Sanierung zustande gekommen ist. Der Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat hat in der letzten Woche wieder kein Ergebnis erzielen können. Die Maler und Lackierer sind sich sicher, dass eine steuerliche Förderung wesentlich dazu beigetragen hätte, die Hauseigentümer zu entsprechenden Maßnahmen zu motivieren. Sorgen bereiten den Fachleuten zum einen die eigene Nachwuchssituation und zum anderen der Wettbewerb mit Nichtfachbetrieben.
Die energetische Sanierung erfordere ein hohes Know-how, insbesondere auch im Bereich der Bauphysik.
Warnung vor der Konkurrenz
Die Betriebe beklagen sich über die Qualifikation des Berufsnachwuchses und wollen deshalb in einen kritischen Dialog mit der zuständigen Gewerbeschule treten. Viele der jungen Maler lassen aus Sicht der Betriebe das notwendige Engagement und die notwendige Leistungsbereitschaft vermissen.
Die gute Auftragssituation verleite auch Nichtfachbetriebe, tätig zu sein. Die Innung warnt die Kunden vor dieser Konkurrenz. Energetische Sanierung, Fassadengestaltung und -sanierung seien sehr langfristige Angelegenheiten, bei denen enormes Gewährleistungsrisiko bestehe.
Bei der Versammlung stand die turnusmäßige Neuwahl des Innungsvorstandes auf der Tagesordnung. Dabei wurde der Trochtelfinger Obermeister Johann Hölz einstimmig in seinem Amt bestätigt.
Zu seinen Stellvertretern wurden der Reutlinger Armin Schlachter sowie Michael Strohm (Metzingen) gewählt. Dem Vorstand der Innung gehören weiter an: Peter Eberwein (Reutlingen), Hans-Martin Eisenbeis (Reutlingen), Stefan Reichenecker (Bad Urach), Achim Russ (Münsingen) sowie Gerhard Vidoni (Reutlingen). Die Kasse der Innung wird wie bisher von Jürgen Faber (Reutlingen) und Ulrich Keppler (Pfullingen) geprüft. (eg)
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