Welttag des Buches - Schulen-Mediotheken machen am morgigen Donnerstag auf ihre Arbeit aufmerksam

Morgen gibt's Bücher zum Reinbeißen

VON MARTIN BERNKLAU

REUTLINGEN/PFULLINGEN. Am morgigen Donnerstag ist Welttag des Buches. Die Unesco hat das vor 20 Jahren ausgerufen. In Deutschland kümmert sich die Stiftung Lesen darum. Und in Reutlingen und Pfullingen haben sich fünf engagierte Bücherfrauen an vier Schulen was Besonderes einfallen lassen. Bei ihrer Aktion »Bücher versüßen das Leben« wollen sie unter anderem Schülerinnen und Schülern mit Naschwerk in die Mediotheken locken. Der Bio-Bäcker stiftet.

Ziehen nicht nur am Aktionstag »Bücher versüßen das Leben« an einem Strang (von links): Esther-Annie Dietz (Albert-Einstein-Gymnasium), Uta Schneider-Grasmück (BZN), Beate Hofmann (Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen), Monika Blank (AEG), Anja Steffen-Hauser (Johannes-Kepler-Gymnasium). FOTO: BERNKLAULesen und lernen in der Mediothek (von unten nach oben): Johannes-Kepler-Gymnasium, Friedrich-Schiller-Gymnasium und Bildungszentrum Nord.  FOTOS: PR
Ziehen nicht nur am Aktionstag »Bücher versüßen das Leben« an einem Strang (von links): Esther-Annie Dietz (Albert-Einstein-Gymnasium), Uta Schneider-Grasmück (BZN), Beate Hofmann (Friedrich-Schiller-Gymnasium Pfullingen), Monika Blank (AEG), Anja Steffen-Hauser (Johannes-Kepler-Gymnasium). FOTO: BERNKLAULesen und lernen in der Mediothek (von unten nach oben): Johannes-Kepler-Gymnasium, Friedrich-Schiller-Gymnasium und Bildungszentrum Nord. FOTOS: PR
Uta Schneider-Grasmück, Lehrerin und Mediotheks-Leiterin am Rommelsbacher Bildungszentrum Nord (BZN), ging einfach mal hin und fragte an bei der Reutlinger Bäckerei Berger. Dort zeigte man sich offen. Nun werden morgen in der Backstube in der Wilhelmstraße stolze 1 600 Kekse in Form eines aufgeschlagenen Buches gebacken und zu gleichen Teilen an die vier beteiligten Schulen ausgeliefert. Alles bio, alles regional – und kostenlos, natürlich.

Fachkräfte gefragt

Das ist auch nötig für so eine Aktion. Denn die einstigen Schulbüchereien sind zwar mit gedruckten und digitalen Medien, mit Räumen und Mobiliar ganz gut ausgestattet, seit sie mit dem technischen Fortschritt, aber auch im Zuge eines Trends zur Ganztagsbetreuung – parallel mit der Einrichtung von Schul-Mensen – in Mediotheken umgewandelt wurden. Aber die personelle Ausstattung hat damit nicht mithalten können. Das ist nur mit viel Engagement und Idealismus auszugleichen.

Denn wo sich einst nur Lehrkräfte nebenher um den Bücherbestand, Lernmittelfreiheit und auch mal Ausleihe kümmerten, sind heute bibliothekarische Fachkräfte gefragt. Bezahlt werden sie aber bei aller Wertschätzung ihrer Arbeit wie Ehrenamtler. Das ist Aufgabe der Schulen und ihrer Etats, auch von Gönnern und Sponsoren.

Förderverein finanziert

Ganz günstig kommt da noch das Pfullinger Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) weg. Dort hat der Förderverein der Schule das Honorar für die Stelle von Beate Hofmann übernommen. Am BZN trägt der Förderverein der Schule für die 2008 eingerichtete Mediothek »sogar seine Rücklagen ab«, sagt Uta Schneider-Grasmück.

Für Esther-Annie Dietz ist es »ein teures Hobby«, was sie gemeinsam mit ihrer Kollegin, der Lehrerin Monika Blank, seit 2012 für die Mediathek des Albert-Einstein-Gymnasiums an der Rommelsbacher Straße leistet – für eine Ehrenamts-Vergütung von maximal 2  400 Euro im Jahr, wie sie auf Nachfrage beziffert.

Einen Tag in der Woche kümmert sich die Diplom-Bibliothekarin Anja Steffen-Hauser im Reutlinger Johannes-Kepler-Gymnasium um die dortige Mediothek. Sie hat zum Beispiel drei Lehramtsstudenten im fünfköpfigen Team, was die Arbeit dann »nicht ganz so eng« gestaltet. »Aber eine wirklich zufriedenstellende Lösung ist das nicht«, sagt sie.

Dabei wird Medienerziehung immer wichtiger. »Die Schulleitungen und Schulen wissen, was sie an uns haben«, sagt Uta Schneider-Grasmück. Längst sind die Mediotheken mit ihrem Personal oder mit Lehrern in die Vertretungspläne einbezogen.

Als ruhige oder kreative Rückzugsräume mit ihren vielfältigen Angeboten sind die Mediotheken aus keiner Ganztagsschule mehr wegzudenken.

Geheime Büchertipps

Am Pfullinger FSG finden ganze Lehreinheiten in der besonderen Atmosphäre der einstigen Schulbücherei statt, die umgebaut und erweitert wurde. Ungeachtet schwieriger Bedingungen oder gerade deswegen »ziehen wir an einem Strang«, sagt Anja Steffen-Hauser für die Bücherfrauen-Gruppe aus den Schul-Mediotheken – nicht nur für diesen Welttag des Buches und die gemeinsame Aktion »Bücher versüßen das Leben«.

Neben den Keksen werden an diesem ganz normalen Schultag auch Gutscheine für das Welttag-Buch »Die Krokodil-Bande in geheimer Mission« an Fünftklässler ausgegeben, und es werden sogenannte Blind Books als geheime Büchertipps verbreitet.

In der Mediathek des Pfullinger Friedrich-Schiller-Gymnasiums gibt es auch eine Lesung, die nichts kostet. Denn die junge Autorin Veronika Serwotka ist gerade für drei Wochen als Praktikantin an der Schule. (GEA)



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