Hochschule - In einem Forschungsprojekt werden Technik, Leistung und Nutzerverhalten von Elektorrollern untersucht. Kooperationspartner ist die Fair-Energie
Mit dem Scooter in die Stadt
REUTLINGEN. So macht Pendeln in der Stadt Spaß: Fünf nagelneue Elektroroller stehen seit wenigen Tagen auf dem Campus der Hochschule Reutlingen. Studenten, Mitarbeiter und Professoren können sich die Scooter ausleihen, um zum Beispiel die 8,5 Kilometer lange Wegstrecke vom Hohbuch zum Robert-Bosch-Zentrum für Leistungselektronik in Rommelsbach zu fahren. Und da die Roller mit Strom aus Wasserkraft betrieben werden, fahren sie klimaneutral und umweltschonend.
Die Elektroroller sind zudem Gegenstand eines Forschungsprojekts, das die Fakultät Technik aufgelegt hat, wie Hochschulsprecherin Christiane Rathmann verrät. Sponsor ist die Reutlinger Fair-Energie, die auch den Strom zur Verfügung stellt. Untersucht wird in dem Forschungsprojekt, wie alltagstauglich elektrisch angetriebene Roller in der Stadt sind. Die Projektmitarbeiter testen beispielsweise die enthaltene Technik und überprüfen sie auf Funktionalität und Leistungsfähigkeit.
Reichweiten-Tests
Dazu gehören das Antriebskonzept der Scooter und die beiden auf dem Markt gängigen Fahrakkus - Lithium- und Blei-Akkus. Bei den Akkus geht es darum, das Lade- und Entladeverhalten sowie das Verhalten bei niedrigen Temperaturen zu analysieren. Außerdem sind Reichweiten-Tests in der Stadt und Umgebung und eine Analyse des Nutzerverhaltens geplant. Deshalb werden viele Teilnehmer an den Versuchen ihre bei der Fahrt gewonnenen Eindrücke in einem Fragebogen zusammenfassen.
Zudem haben die Wissenschaftler für die Reichweiten-Tests einen GPS-Datenlogger in die Roller eingebaut, der die gefahrenen Strecken mit Höhen- und Geschwindigkeitsinformationen sowie die Stromaufnahme des Motors und die Batterie-Spannung speichert.
Das Projekt Elektromobilität verfolgt laut Rathmann aber noch ein weiteres Ziel: So sollen Studierende und Mitarbeiter der Hochschule an eine leistungsfähige und umweltfreundliche Alternative zum Auto herangeführt werden. »Wir wollen zeigen, dass Elektromobilität Spaß macht und umweltfreundlich ist«, sagt Professor Dr. Gerhard Gruhler, der Vizepräsident Forschung an der Hochschule Reutlingen.
Die Ausleihe ist für Hochschul-Angehörige kostenlos und wird mit einer Datenbank-gestützten Software verwaltet, auch eine Reservierung über das Internet wird künftig möglich sein. Mit ersten verwertbaren Ergebnissen aus den Tests ist im Herbst 2011 zu rechnen. »Aus den Daten können wir eine Menge Rückschlüsse ziehen, beispielsweise auf die Akzeptanz, auf organisatorische oder technische Hindernisse«, sagt Gruhler. »So können wir Verbesserungsmöglichkeiten ableiten oder sogar wertvolle Informationen für zukünftige Fragen der Elektromobilität in der Stadt Reutlingen gewinnen, die auch für die Fair-Energie von großem Interesse sind.«
»Elektromobilität ist eine Zukunftstechnologie, die neue Chancen für Umwelt und Wirtschaft in der Region bieten kann«, meint Klaus Saiger, Technischer Geschäftsführer der Fair-Energie. Sein Unternehmen wolle »eigene Erfahrungen in diesem Bereich sammeln sowie von den Forschungsergebnissen der Hochschule profitieren, um für zukünftig mögliche Elektromobilitäts-Konzepte in Reutlingen und der Region vorbereitet zu sein.« (pr)
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