Gemeinderat - Vorgezogene Arbeiten in der Katharinenstraße. Fürderhin Flossenbürger statt portugiesischer Granit
Mehr Moos für den Granit in der Katharinenstraße
Von Andrea Glitz
REUTLINGEN. Die Sanierung der Katharinenstraße wird vorgezogen. Mit großer Mehrheit folgte der Reutlinger Gemeinderat am Dienstagabend einem entsprechenden Antrag der Verwaltung. Ab März will die Fair-Energie dort die Versorgungsleitungen inklusive Fernwärme legen. Im Jahr 2013 sollen dann Straßen- und Pflasterarbeiten über die Bühne gehen. Die Einzelhändler der Katharinenstraße hatten sich dafür starkgemacht, das Teilstück, das im Rahmen der Sanierung der Fußgängerzone ursprünglich frühestens ab dem Jahr 2017 in Angriff genommen werden sollte, vorzuziehen.
Die Katharinenstraße bekommt einen feinen Boden spendiert.
FOTO: Gerlinde Trinkhaus
Mit der fertigen Stadthalle werde die Straße an Bedeutung gewinnen, Fußgängerströme umsortieren und mehr Publikum anziehen, glauben die Händler. Eine Argumentation, der sich die Stadtverwaltung in ihrer Vorlage anschloss.
Das Ohr am Bürger
Auch die Mehrheit des Rats sieht das so. Stadtrat Helmut Treutlein (SPD) betonte aber, dass das Votum der Geschäftsleute nicht bestimmend sein dürfe. Rainer Löffler (CDU) widersprach energisch: Man solle auf den Einzelhandel hören. Er habe »das Ohr am Bürger«.
Julius Vohrer (FDP) mahnte generell zu mehr Eile bei der Sanierung der Fußgängerzone. »30 Jahre haben wir nichts gemacht, jetzt sind wir hintendran.« Er sprach sich dafür aus, weitere Flächen wie Kanzlei- oder Oberamteistraße in den Blick zu nehmen. Für die Optik wollen die Räte beim Belag was drauflegen. Der bereits im ersten Bauabschnitt der Wilhelmstraße zwischen Alb- und Marktplatz verlegte portugiesische Granit hält die Feuchtigkeit zu lange. Vor allem da, wo der Belag im Schatten liegt, verunziert Moos die Optik.
Die Stadtverwaltung hat nun vorgeschlagen, Katharinenstraße und Bauabschnitt 3 der Wilhelmstraße (Marktplatz bis Nikolaikirche) mit dem weniger porösen Flossenbürger Granit zu pflastern.
Der Stein aus der Oberpfalz hat allerdings auch einen Schönheitsfehler: Er braucht mehr »Moos« aus dem Stadtsäckel - sprich: Er ist teurer als der Kollege aus dem Süden. Für die Belagsarbeiten in Wilhelm- und Katharinenstraße kommen 210 000 Euro zusätzlich auf die Stadt zu. Gut angelegtes Geld meinten die meisten Räte und stimmten dafür. Man hofft auf bessere Haltbarkeit. Letztlich konnte aber auch Baubürgermeisterin Ulrike Hotz keine Garantie geben, wie sich das teurere Material auf Dauer verhält.
SPD-Rat Treutlein legte Wert auf die Feststellung, dass der Portugiese »kein lumpiges« Material sei. Die deutsche Alternative sei damals aus Kostengründen verworfen worden. »Jetzt können wir uns das leisten.«
Das wollte Annette Leininger (FWV) so nicht stehen lassen. »Was ist denn anders als vor drei Jahren?« Im Hinblick auf die Finanzen stehe der Stadt das Wasser doch »Oberkante Unterlippe«. Sie erinnerte auch daran, dass das externe Planungsbüro Trojan und Trojan damals einzig die Optik als Unterschied angeführt habe, und stimmte zuletzt mit ihrem Fraktionskollegen Hans Hubert Krämer gegen die Mehrausgabe. (GEA)
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