Brandschutz - Städtischer Zuschuss für Sanierung des Kinderhauses St. Franziskus erhöht sich auf zwei Millionen Euro

Mehr Geld für das Kinderhaus St. Franziskus

VON ULRIKE GLAGE

REUTLINGEN. Das katholische Kinderhaus St. Franziskus in der Schubartstraße ist in die Jahre gekommen. Deshalb muss jetzt nachgebessert werden: Eine Brandschutzsanierung steht an, außerdem sollen zehn weitere Ganztagesplätze eingerichtet werden. Das Projekt wird aber teurer als gedacht. Deshalb muss auch die Stadt tiefer in die Tasche greifen: Ihr Zuschuss erhöht sich um 641 856 Euro auf zwei Millionen Euro. Obwohl Kostenerhöhungen im Gemeinderat normalerweise Stürme des Protests auslösen, stimmte das Gremium in seiner letzten Sitzung im Jahr ohne Wenn und Aber zu: Alle waren sich einig, dass das Geld gut angelegt ist.

Das katholische Kinderhaus St. Franziskus muss wegen Mängeln beim Brandschutz saniert werden. Die Stadt unterstützt die Kirche dabei mit zwei Millionen Euro.
Das katholische Kinderhaus St. Franziskus muss wegen Mängeln beim Brandschutz saniert werden. Die Stadt unterstützt die Kirche dabei mit zwei Millionen Euro. FOTO: Markus Niethammer
Die Stadt übernimmt generell bei freien Kindergarten-Trägern 90 Prozent der Betriebs- und 85 Prozent der Baukosten. Beim Kinderhaus St. Franziskus war die städtische Unterstützung notwendig, weil es im Gebäude »schwere Mängel« beim Brandschutz gibt, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Ein ganzes Maßnahmenbündel wurde entwickelt, um das Kinderhaus den Standards anzupassen. Bei Vorgesprächen mit der Stadt einigte man sich darauf, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und die Brandschutzsanierung mit einer Erweiterung zu verbinden: Die 86 Plätze sollen um zehn weitere Ganztagesplätze für über Dreijährige aufgestockt werden.

Die Sanierungskosten waren ursprünglich mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt, dazu kamen 285 000 Euro für Container, die in der Umbauphase als Ausweichquartier aufgestellt werden sollen. Der städtische Anteil von 1,262 Millionen war im Doppelhaushalt eingestellt. Nach einer ersten Kostensteigerung um weitere 136 000 Euro kam im Frühsommer die Nachricht von der katholischen Kirche, dass sich das Projekt noch einmal um 630 000 Euro verteuert.

Neubau doppelt so teuer

Die Verwaltung schaltete daraufhin Jochen Schmid vom Architekturbüro Hartmaier + Partner ein. Der inspizierte die Planung - und gab grünes Licht. Die Kostensteigerung sei nachvollziehbar: »Alles ist vernünftig kalkuliert, die Einheitspreise stimmen und die Ansätze sind so in Ordnung.« Schmid berechnete auch, ob ein Neubau günstiger wäre. Doch der, stellte sich heraus, käme doppelt so teuer. Gegen den Neubau spreche außerdem, dass ein Umbau deutlich schneller über die Bühne geht.

Die Fraktionen bekundeten einmütig Zustimmung zur Gesamtfinanzierung »Die Investitionen sind zwar erheblich, aber es lohnt«, so Dr. Karsten Amann für die CDU. Dass im Zuge der baulichen Veränderungen mehr Ü 3-Plätze geschaffen würden, führe außerdem zu einer Entspannung.

Die Brandschutzmaßnahmen seien unumgänglich, so Marcelus Kolompar (Grüne und Unabhängige), und die neuen Plätze »sehr positiv bei dem Minus, das wir haben«. Bei fast 50 Prozent Mehrkosten stimme die SPD-Fraktion »nicht leichten Herzens zu«, räumte Sebastian Weigle ein: »Aber der Inhalt ist es wert.« Dem Haus tue es gut, aufgemöbelt zu werden, sagte Annette Leininger (Freie Wähler). Und es habe die Aufwertung verdient: »Das Tollste ist der gute Geist, der darin herrscht.«

Der wird vorübergehend ein anderes Wirkungsfeld bekommen. Im Frühjahr - geplant ist die Pfingstzeit - sollen die Container aufgestellt werden, die dann während des Umbaus Ersatzdomizil für die Kinderhaus-Bewohner sein werden. (GEA)

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