Event - Die Vorbereitung zur Kulturnacht am 23. September läuft auf Hochtouren. Am 22. September wird vorgefeiert

Licht und junge Genres bei der Reutlinger Kulturnacht

VON ARMIN KNAUER

REUTLINGEN. Gut eine Woche noch bis zur Kulturnacht und der Adrenalinpegel bei den Organisatoren vom Netzwerk Kultur steigt. »Ich hätte jetzt schon das Bedürfnis, die Füße hochzulegen, dabei hat es noch gar nicht angefangen«, flachst Netzwerk-Kultur-Frau Edith Koschwitz.

Illuminationen, hier 2015 am Still-Wagner-Gelände, sind  auch auf dem Marktplatz zu erleben. Diesmal kann man sie auch ohne Smartphone genießen. FOTO: KULTURNACHT
Illuminationen, hier 2015 am Still-Wagner-Gelände, sind auch auf dem Marktplatz zu erleben. Diesmal kann man sie auch ohne Smartphone genießen. FOTO: KULTURNACHT
Damit es nicht ganz so schnell vorbei ist, wenn es erst mal angefangen hat, wird diesmal zwei Abende lang gefeiert. Am Freitag, 22. September, läuft ein umfangreiches »Aufwärmprogramm«, ehe es am Samstag, 23. September, richtig rundgeht. 190 Einzelprogrammpunkte an 67 Schauplätzen locken am Haupttag mit Musik, Comedy, Lesungen, Theater, Kabarett, Kunst. Meist geht es um 19 Uhr los, je nach Ort endet das Programm zwischen 22 Uhr und nach Mitternacht.

Dazu gibt es am Samstag Licht-Shows auf dem Marktplatz und an anderen Stellen, unter anderem von Leucht-Werk und Illuminist. Ab 18 Uhr ist auch für interkulturelle Bewirtung auf dem Marktplatz und die Wilhelmstraße rauf gesorgt - Kultur macht ja schließlich auch hungrig. Ums Gaumenwohl kümmern sich unter anderem verschiedene Vereine sowie die Grillschule im Wendler-Areal.

Hotspots Stadthalle und Wendler

Ein »Hotspot« ist die Stadthalle mit einer Tanznacht und unzähligen Vorführungen im Innen- und Außenbereich. Außerdem das Wendler-Areal mit Rocknacht, 20er-Jahre-Party, Kunstschau, Kurzfilmnacht und mehr. Ansonsten ist das Programm fast unübersehbar in seiner Fülle. Der besseren Übersicht wegen haben die Veranstalter es in vier »Touren« nach geografischer Lage gegliedert: »Markt«, »Echaz«, »Obere Mitte« und »Nikolai/Unter den Linden«.

Zwei Rote Fäden hat Edith Koschwitz ausgemacht: Unter dem Motto »Zeitsprung« geht der Blick nostalgisch zurück auf vergangene Jahrzehnte; andererseits habe man sich bemüht, auch neue, junge Genres zu bieten, betont Koschwitz.

Beides spielt schon beim »Aufwärmprogramm« am Freitagabend eine Rolle - für das die Kulturnacht-Tickets ebenfalls gelten. Einen Blick zurück in die Nachkriegszeit bis in die 60er-Jahre gibt's ab 19 Uhr im Spitalhofsaal, inszeniert von »Bildertanz«-Erfinder Raimund Vollmer. Die Band A Little Swing führt zurück in der Zeitschiene. Dazu berichten zwei Zeitzeugen über ihre wilden Jugendjahre in den 1960ern/70ern: Kaiserhallen-Wirt Wolfgang Kohla und Autor Thomas Deu-schle. Dazwischen gibt's Bilder und Film-Clips in einer Multimedia-Show. Diese steht dann am Samstag stärker im Fokus, begleitet von Beat-, Rock 'n' Roll- und Glamrock-Klängen dreier Livebands. Am Freitag sind auch einige alte Automodelle auf dem Marktplatz zu sehen.

Einen ganz buchstäblichen Zeitsprung unternehmen Ralf Knödler und seine Mitstreiter im Jugendclub Hades. Diesen versetzen sie am Freitag und Samstag, 22. und 23. September, ab 18 Uhr bis mindestens Mitternacht zurück in seine Anfangszeit zu Beginn der 70er-Jahre, als er noch »Pupil« hieß. Dort legen dann DJs auf, die damals auch schon hier am Plattenteller standen - darunter Ralf Knödler selbst alias »DJ Dirndl«. Dazu werden innen und außen Bilder aus der rebellischen Anfangszeit des 1969 gegründeten Clubs gezeigt. »Das wird brummen«, freut sich Knödler, der wie seine Kollegen honorarfrei auflegt (mehr auf www.pupil17.de).

Zum Freitags-Aufwärmprogramm gehört auch die Aktion »Handel trifft Kultur«: Zwischen 19 und 22 Uhr sind in 16 Geschäften in der Reutlinger Innenstadt verschiedene Künstler in Aktion.

Nostalgie hier - junge Genres dort. Gleich mehrere Orte bieten jungen Singer-Songwritern eine Plattform. Am Freitag und Samstag wird das Café Benz von 19 Uhr an zur Songwriter-Bühne. Mit dabei sind unter anderem Jana Rozsas, Angela Kilian und Thilo Wehrmann. Am Samstagabend locken auf Einladung des GEA auch im Oertel + Spörer-Saal junge Singer-Songwriter-Größen: Hanna Herrlich mit Band, Eva Winter mit Band und Oliver Adam sind hier am Start.

Ex-Färberei 4 als Rockfabrik

Ebenfalls bereits am Freitag, Beginn 21 Uhr, verwandelt sich die ehemalige Färberei 4 in ein Festival regionaler Rockbands. Hier gibt es Musik von Pop bis Hardcore, zusammengestellt von den »Represent«-Machern Florian Failenschmid und Axel Albrecht. Auch das geht am Samstag weiter, dann schon ab 19 Uhr. Am Samstag wird sogar bis kurz vor ein Uhr abgerockt.

Diese traditionsreiche alte Fabrikhalle, die zwischendurch mal In-Disco war, als Location gewonnen zu haben, freut Koschwitz besonders: »Tauben raus, Musik rein - das wird Klasse!«

Ebenfalls als junges Genre vertreten ist diesmal die Stand-up-Comedy. Andreas Mohr, Kopf der Reihe »Comedy 72«, präsentiert am Kulturnacht-Samstag im Basement (Stadtmauerstraße) vier junge Pointen-Virtuosen: Sarah Kentner, Bene Reinisch, Johann Theisen und Nick Schmid.

Insgesamt ist die Kulturnacht-Meile diesmal kompakter. Weil das Still-Wagner-Areal wegfällt, reicht sie vom Kulturzentrum franz.K bis zum Wendler-Areal und vom Amtsgericht bis zum DRK. Ausnahme ist die Württembergische Philharmonie, die am Kulturnachtsamstag um 19.30 Uhr zu einer öffentlichen Probe in ihr Studio lädt. Dorthin kommt man mit dem Auto, mit dem Rad (am besten über die Storlachstraße) oder mit dem Stadtbus (Linien 3 oder 31, Haltestelle Orschel).

Kulturnacht 2017

Für die Kulturnacht am Samstag, 23. September, gibt's einen Flyer mit den Angeboten in Kurzversion. Nähere Beschreibungen sind auf der Kulturnacht-Homepage zu finden. Dort kann man sich einen persönlichen Tourplan zusammenstellen. Die Seite läuft auch auf dem Smartphone. Karten kosten im Vorverkauf 11 Euro, an der Abendkasse (Marktplatz) 14 Euro. Karten im Vorverkauf gibt's unter anderem im Konzertbüro am Markt und im GEA-Center am Burgplatz. Sie gelten auch für den Freitag. Los geht's am 23. September um 18 Uhr. Shuttlebus gibt's diesmal keinen. Zur Philharmonie fahren die Stadtbus-Linien 3 und 31. Am Freitag, 22. September, ist ab 19 Uhr Programm im Spitalhofsaal (»Bildertanz«), Hades (»Pupil17«), Ex-Färberei 4 (Rocknacht ab 21 Uhr) und Geschäften der Innenstadt (»Handel trifft Kultur«). (GEA)

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