Infrastruktur - IG Einkaufen und Leben in Orschel-Hagen diskutiert neue Pläne für Süderweiterung der Gartenstadt

Kleinere Wohnungen sind gefragt

VON ANDREAS DÖRR

REUTLINGEN. In einer öffentlichen Sitzung der Interessengemeinschaft Einkaufen und Leben in Orschel-Hagen (Igeloh) am Dienstagabend im Haus der Begegnung stand unter anderem das Thema Süderweiterung auf der Tagesordnung. Im Vorfeld dieses Treffens gab es eine Infoveranstaltung der Wohnungsgesellschaft GWG Reutlingen im Seniorenzentrum Gertrud Luckner in der Nürnberger Straße.

FOTO: Manfred Grohe
Teilnehmer waren Mitglieder des Kirchengemeinderates, des Forums Orschel-Hagen, der Interessengemeinschaft Einkaufen und Leben in Orschel-Hagen, des Jugendhauses und Vertreter von Gemeinderatsfraktionen. Referent war Klaus Kessler. Was der Technische Geschäftsführer der GWG vortrug, kam etwas später in der Igeloh-Sitzung zur Sprache.

Die ursprünglich geplanten Reihenhäuser werden nach den neuen Plänen in »Wohnhöfe« integriert. Dies wurde notwendig, weil aufgrund des geänderten Wassergesetzes für Baden-Württemberg respektive des Hochwasserschutzgesetzes die geplante Bebauung nun weiter vom Ufer des Dietenbachs entfernt anfangen muss. Die dadurch fehlende Wohnfläche wird durch punktuell höhere Häuser ersetzt.
»Dem Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum wird Rechnung getragen«
 

So entstehen etwa 360 Wohnungen. Zunächst waren 250 Wohnungen geplant. Die GWG will dabei der veränderten Nachfrage nach kleineren Wohnungen nachkommen. Der Wohnungsmix besteht aus 2- bis 4-Zimmerwohnungen. Die durchschnittliche Wohnungsgröße wurde reduziert, die Wohnungsanzahl erhöht. »Durch die neue Konfiguration wird dem Bedarf an bezahlbarem Wohnraum Rechnung getragen. Angedacht sind 20 bis 30 Prozent Wohnungen mit Sozialbindung in einer insgesamt im Quartier ausgewogenen Durchmischung«, sagt Klaus Kessler. Trotz des Zuwachses an Wohnungen soll nicht so dicht gebaut werden wie eigentlich geplant.

Mitglieder der Igeloh befürchten, dass durch die höhere Zahl an Wohnungen mehr Verkehr vor allem durch die Nürnberger Straße fließt. Für diese Hauptverkehrsader, die Orschel-Hagen von West nach Ost durchschneidet, sei aber eine Verkehrsberuhigung geplant (der GEA berichtete), sagte Igeloh-Mitglied Edeltraut Stiedl. Dadurch sollen vor allem Lastwagen aus Orschel-Hagen herausgehalten werden.

Die GWG setzt auf ein Mobilitätskonzept mit verbessertem ÖPNV mit kürzeren Taktzeiten, mehr Elektro-Fahrräder und Carsharing.

Verkehrsgutachter Dr. Jürgen Karajan bestätigt, dass »der Anschluss des neuen Wohngebiets Orschel-Hagen Süd mit einer Einmündung am Dresdener Platz in den Spitzenstunden morgens und abends leistungsfähig ist. Es treten nur geringe Wartezeiten auf«.

Geplant ist eine Quartiersgarage, um Mehrverkehr zu vermeiden. Darüber hinaus sollen die weiter vom Quartierseingang entfernten Wohnhöfe Parkhäuser bekommen. Durchschnittlich sind 0,9 Stellplätze pro Wohnung vorgesehen, wobei eine spätere Anpassung oder Erweiterung möglich sein soll. Baubeginn ist frühestens Ende 2020. Dann wäre Bezugstermin ein bis eineinhalb Jahre später. Im Rahmen einer Bürgerinformation sollen die veränderten Pläne der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Termin steht jedoch noch nicht fest.

Von der Stadtverwaltung wird im Übrigen ein Konzept zur Parkraumbewirtschaftung von Orschel-Hagen entwickelt. Gesucht werden auf diesem Weg Lösungen für die immer schwieriger werdenden Parksituationen in der Gartenstadt. Gleichzeitig wird die Neugestaltung des Dresdner Platzes ins Auge gefasst. Dazu soll es einen von Stadtverwaltung und GWG organisierten Workshop geben, damit die Orschel-Hagener ihre Vorstellungen von einer neuen »Ortsmitte« einbringen können.

»Sonst wird die Süderweiterung ein Stadtteil im Stadtteil«
 
Für Aram Jaich, bis vor wenigen Tagen Leiter des Jugendhauses - er wechselt ins Amt für Jugend, Schule und Sport - steht außer Frage, dass die Anbindung der Süderweiterung an Orschel-Hagen über den Dresdner Platz erfolgen muss. »Sonst wird die Süderweiterung ein Stadtteil im Stadtteil.« Edeltraut Stiedl begrüßte die Sozialbindung, sprich die Bereitstellung von Wohnraum für Menschen mit schmälerem Einkommen. Wichtig sei auch, dass junge Familien zuziehen. »Die Süderweiterung soll den Orschel-Hagenern Mehrwert bieten sowohl bei der Gestaltung der Ortsmitte als auch bei der Anbindung an den ÖPNV«, sagt Klaus Kessler.

Auch der Laubcontainer, der dieses Jahr erneut beim Haus der Begegnung aufgestellt werden soll, stand auf der Tagesordnung der Igeloh-Sitzung. Igeloh-Sprecher Hannes Höltzel beklagte, dass es einmal mehr schwierig sei, ausreichend Helfer zu finden. Schüler werden an acht Tagen vom 21. Oktober bis 18. November mittwochs von 14.30 und 16 Uhr und samstags von 10 bis 11.30 Uhr Orschel-Hagenern, die Laub anliefern, zur Seite stehen.
»Ohne weitere Helfer steht das Angebot auf der Kippe«
 

Unterstützung sollen die Schüler von ehrenamtlichen Helfern bekommen - und die zu finden, ist nicht ganz einfach. Igeloh-Mitglied Petra Günther regte an, am Laubcontainer Infozettel zu verteilen, damit der personelle Engpass wenigstens im kommenden Jahr vermieden wird. »Ohne weitere Helfer steht das Angebot auf der Kippe.« (GEA)



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