Politik - Kundgebung mit Sahra Wagenknecht: Fünf-Uhr-Geläut der Marienkirche beendet den Wahlkampfauftakt des linken Spitzenpersonals in Reutlingen

Kirche bremst die Linke

Von Andrea Glitz

REUTLINGEN. Die gute alte Achalmstadt hat ihre eigenen Methoden, der Verbreitung des Antikapitalismus Einhalt zu gebieten. Punkt 17 Uhr setzte gestern das Glockengeläut der Marienkirche den Wahlkampf-Parolen der Spitzenkandidatin der Linken im dräuenden Bundestagswahlkampf ein Ende. »Da komme ich nicht gegen an.« Sahra Wagenknecht gab sich umgehend geschlagen, zumal sie aufgrund von Technikproblemen ohne Mikrofonverstärkung auskommen musste.

Zack, zack, zack: Watschen für die politischen Gegner. Sahra Wagenknecht stellte dabei das Thema Arbeit ins Zentrum.  GEA-FOTO:  MEYER
Zack, zack, zack: Watschen für die politischen Gegner. Sahra Wagenknecht stellte dabei das Thema Arbeit ins Zentrum. FOTO: Jürgen Meyer
Der Wackelkontakt ließ die gut 250 interessierten Zuhörer zwischen Naturkundemuseum und Kirche enger zusammen- und an die Rednerin heranrücken. In einer knappen halben Stunde watschte sie unter Beifall die politischen Gegner ab und zeichnete, wie ihre Vorredner, die Tübinger Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel und der Reutlinger Kandidat Günter Herbig, ihre Version von sozialer Gerechtigkeit auf.

»Ohne die Linke wäre der Wahlkampf todlangweilig«, befand Wagenknecht. Seien sich doch die anderen Parteien in fundamentalen Themen einig und gerade SPD und CDU nichts als »zwei Flügel einer neoliberalen Einheitspartei«.

Beide unternähmen nichts gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen – derweil sich Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bei diesem Thema »die Lunge aus dem Hals heuchelt«.

Sinkende Löhne und Renten korrespondierten mit steigenden Millionärsvermögen. Zentrale Forderungen der Partei sind deshalb der Mindestlohn, höhere Löhne generell und ein höherer Hartz-IV-Satz. (GEA)

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