Kinderbetreuung - Nach der Debatte der Empfehlungen beantwortet die Verwaltung noch offene Fragen

Kinderbetreuung: Massiver Einsatz für neues Personal

Von Jürgen Kempf

REUTLINGEN. Die Tagesbetreuung von Kindern ist derzeit ein Großthema der Kommunalpolitik. Der Reutlinger Gemeinderat hat kürzlich die von der Verwaltung vorgelegten Empfehlungen für den weiteren Ausbau gebilligt. Bei der Debatte blieben allerdings einige Fragen offen. In einer umfänglichen Vorlage hat die Verwaltung diese jetzt beantwortet und dem Verwaltungs-, Kultur- und Schulausschuss (VKSA) vorgelegt.

Die Kleinkindbetreuung beschäftigt derzeit.
Die Kleinkindbetreuung beschäftigt derzeit. FOTO: dpa
SPD, Grüne und RSÖ hatten in Anfragen verschiedene Problembereiche thematisiert. Dabei ging es beispielsweise um die Personalgewinnung und -bindung. Die Verwaltung solle ein Konzept entwickeln, wie künftig der wachsende Personalbedarf in der Kinderbetreuung gedeckt werden soll, so die Forderung.

Die Verwaltung verweist nun auf ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die sie ins Werk setzen will. Dazu gehört ein Nachwuchskräftepool, bessere Bezahlung der Leiterinnen, der Einsatz einer Teilzeitkraft zur Personalakquise, die Zusammenarbeit mit einer Personalleasing-Agentur, Job- und Einzelcoaching, Werbung auf Messen, Hospitanztage für Schüler oder auch den Aufbau von Plätzen für das freiwillige soziale Jahr. Man gehe davon aus, dass man sich damit auf dem ziemlich leer gefegten Fachkräftemarkt gut behaupten könne.

23 Neueinstellungen

Wie die zuständige Abteilungsleiterin Kariane Höhn auflistete, hat sich in Sachen Personal auch einiges bewegt. 2011 habe es 83, dieses Jahr bereits 23 Neueinstellungen gegeben. Lediglich 14,4 Vollzeitstellungen seien derzeit nicht besetzt, was 4,5 Prozent der gesamten Stellen (ohne Ausbau) entspreche. Angesichts der recht hohen Fluktuation kein schlechtes Ergebnis, war herauszuhören.

Deutlich macht die Verwaltung auch, dass verschiedene Wünsche wie eine generelle Erhöhung des Fachkraftschlüssels in der Kleinkindbetreuung derzeit nicht finanzierbar erscheinen. Empfohlen und auch angestrebt werde allerdings eine Erhöhung des Personalschlüssels in den Einrichtungen, in denen vermehrt Kinder mit besonderem Förderungsbedarf betreut werden. Die Verwaltung hat dabei 12 Einrichtungen (neun in städtischer, drei in freier Trägerschaft) im Auge.

Was die Forderung nach zusätzlichen »Springern/Springerinnen« anbetrifft, so verweist die Verwaltung darauf, dass in den vergangenen Jahren die Zahl dieser Stellen von 10,5 auf fast 15 gesteigert worden ist. Darüber hinaus schlägt sie vor, eine Springerstelle mit entsprechender Eingruppierung für Leitungspositionen zu schaffen.

Beantwortet wurde von Bürgermeister Robert Hahn gestern auch die Frage, was mit den rund 4,5 Millionen Euro Mehreinnahmen geschieht, welche die Stadt vom Land zusätzlich für die Kindertagesbetreuung zur Verfügung gestellt werden. Das Geld werde in diesem Jahr schlicht zur Reduzierung des Zuschussbedarfs bei der Kindertagesbetreuung verwendet. Nach dem Haushaltsplan beläuft sich der auf rund 21 Millionen Euro. Künftig sollten die Mehreinnahmen primär für den weiteren quantitativen Ausbau insbesondere der Kleinkindbetreuung verwendet werden. Darüber hinaus hätten Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften Priorität, heißt es in der Vorlage.

Die Fleißarbeit der Verwaltung wurde von allen Fraktionssprechern gelobt. Die Ausführungen seien sehr« gehaltvoll«, man könnte einige Anträge daraus formulieren, sagte Sabine Gross (Grüne). Sie sehe dies aber nicht als ihre Aufgabe, sondern als die der Verwaltung, dies »im Haushalt abzubilden«. Sie wünsche sich auch, dass das Geld für Sprachförderung und die Qualitätsoffensive vom Land »nicht in irgendwelchen Löchern verschwindet«.

Özlem Isfendyar (RSÖ) meinte, dass der VKSA als für die Kinderbetreuung zuständiger Ausschuss in seiner Gesamtheit Vorschläge für die Haushaltsberatungen machen sollte. Dazu sah sich aber beispielsweise Ernst-Ulrich Schmidt (CDU) nicht in der Lage. Er wolle sich nicht in das operative Geschäft einmischen. »Ich brauche eine Linie von der Verwaltung«, meinte er. Die SPD-Fraktion will sich nach den Worten von Sebastian Weigle mit der Vorlage beschäftigen (»Die Verwaltung hat die Probleme erkannt«). Der SPD-Sprecher kündigte Haushaltsanträge an. (GEA)



Das könnte Sie auch interessieren

US-Börsen: Dow verpasst Rekordhoch

New York (dpa) - An der Wall Street haben zum Woch... mehr»

GroKo-Befürworter trommeln für Koalitionsgespräche mit Union

Berlin (dpa) - Kurz vor der mit Spannung erwartete... mehr»

IS-Mann Cuspert soll bei Luftangriff getötet worden sein

Berlin (dpa) - Der schon mehrfach totgesagte Dschi... mehr»

Dortmund erneut sieglos: 1:1 bei Hertha

Berlin (dpa) - In der Fußball-Bundesliga hat Borus... mehr»

Eine-Million-Frage bei Jauch

Berlin (dpa) - Zum ersten Mal seit Herbst 2016 hat... mehr»

Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Aktion

Zeitungspaten gesucht

Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.
lesen »
Aktuelle Beilagen