Jugendcafé - Der Treff am Federnseeplatz hat nach einigen Turbulenzen vorübergehend geschlossen. Start voraussichtlich Ende Februar mit neuem Team und neuem Konzept

Jugendcafé Reutlingen bald wieder geöffnet

Von Ulrike Glage

REUTLINGEN. Verschlossene Türen, kein Mittagstisch, keine Action - Sendepause im Jugendcafé am Federnseeplatz, das nur noch für besondere Veranstaltungen seine Pforten öffnet. »Uns gibt es noch« ist auf Plakaten an den Fenstern zu lesen. Und das sagt auch Ulrich Schubert, Leiter der Abteilung Jugend im Amt für Schulen, Jugend und Sport: Hinter den Kulissen wird an einer Neuausrichtung gebastelt. Voraussichtlich Ende des Monats soll das Jugendcafé stufenweise wieder eröffnet werden - mit neuem Team und neuem Konzept.

Demnächst geht es wieder los im Jugendcafé am Federnseeplatz
Demnächst geht's wieder los im Jugendcafé am Federnseeplatz FOTO: Alexander Rabe
Dass der Jugendtreff vorübergehend dichtmachte, hatte gleich mehrere Gründe. Da gab's zunächst mal Probleme mit einer Clique Jugendlicher, die allzu dominant im Café auftraten. Die Folge, sagt Schubert, war ein »Verdrängungseffekt«. Darunter litt das Image des Jugendcafés, andere Jugendliche machten einen Bogen um den offenen Treff.

Kontakte auf der Straße

Dann kam dem Jugendcafé auch noch das Personal abhanden. Die Folge: Im Sommer wurde ein komplett neues, dreiköpfiges Team eingestellt - doch ausgerechnet die Hausleiterin schmiss schon in der Probephase hin. Die Stelle musste neu ausgeschrieben werden.

Und wie es der dumme Zufall so will, kamen im August dann auch noch die Deckenplatten im Café-Raum runter und eine Sanierung wurde fällig. Eine Zwangspause war also ohnehin angesagt. Nach den Sommerferien war das Jugendcafé nur noch für besondere Veranstaltungen und die Rechtsberatung geöffnet. »Wir haben die Kontakte zu den Jugendlichen eher auf der Straße gesucht«, berichtet Ulrich Schubert.

Im November war das Fachkräfte-Team mit Daniel Stumfol, Christina Christakidis und Nicole Ittner als neuer Hausleiterin zwar wieder komplett. Aber gleich wieder loslegen, womöglich im gleichen Strickmuster wie bisher - darin sahen die Beteiligten keinen Sinn. Zumal in der Zwischenzeit begleitend zu den Jugendgemeinderatswahlen eine Fragebogenaktion gelaufen war, bei der alle Reutlinger Teens und Twens ihre Wünsche zur Jugendarbeit hatten äußern können. Außerdem hörten sich die Jugendhaus-Mitarbeiter bei ihren Kollegen um, auch in anderen Städten.

Auf der Grundlage all dieser Befragungen und der dabei gewonnenen Erkenntnisse wurde dann ein neues Zielgruppenkonzept erarbeitet. Denn das Jugendcafé soll wieder, so Ulrich Schubert, »zu einem Ort der Begegnung werden für Jugendliche aus der Innenstadt, aus unterschiedlichen Schichten und unterschiedlichen Milieus«. Wegen der Vereinnahmung durch eine einzige Clique war das in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr gewährleistet.

Was nicht heißt, dass diese Clique künftig außen vor bleiben muss. Man wolle, sagt Schubert, wieder Kontakt aufnehmen, um »zu vereinbaren, unter welchen Voraussetzungen sie willkommen ist«. Das Jugendcafé-Trio wird zudem speziell Mädchen in der Innenstadt ansprechen. Denn da, so Ulrich Schubert, »sind die klassischen Cliquen eher jungslastig«. Gruppenangebote sind geplant. Und der Mittagstisch, der bisher eher floppte, soll in veränderter Form wieder eingeführt werden.

Außerdem soll das Jugendcafé mit Veranstaltungen aufgewertet werden - wie bisher in Zusammenarbeit mit dem Jugendgemeinderat, aber auch mit den Schülermitverwaltungen. Weil das Jugendcafé aber nicht nur als Ort der Begegnung, sondern auch der Beratung konzipiert ist, werden auch weiterhin Anwälte den Jugendlichen an fixen Terminen oder auf Anfrage bei Problemen helfen. (GEA) Seite 12



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