Handwerk - 5 000 Euro für Enatec GmbH aus Bad Urach: Innovationspreis 2014 vergeben

Innovationspreis 2014 geht an Enatec GmbH

VON PATRICIA KOZJEK

REUTLINGEN. Die Preisverleihung im festlich-musikalischen Rahmen unterschied sich in diesem Jahr ein wenig von ihren Vorgängern: Beim 27. Wettbewerb um die Innovationspreise der Stiftung der Kreissparkasse Reutlingen zur Förderung innovativer Leistungen im Handwerk waren die Gewinner heuer nicht wie sonst im Vorfeld über ihre exakte Platzierung informiert, sondern lediglich benachrichtigt worden, dass sie zu den Auserwählten zählen.

Der erste Preis, dotiert mit 5?000 Euro Preisgeld, ging an Wolfgang Ostertag (Mitte) und sein Unternehmen Enatec GmbH Engineering und Anlagetechnik Bad Urach. Es gratulieren ihm der Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle (links), und Kreissparkassen-Vorstandsvorsitzender Michael Bläsius. FOTO: KOZJEK
Der erste Preis, dotiert mit 5 000 Euro Preisgeld, ging an Wolfgang Ostertag (Mitte) und sein Unternehmen Enatec GmbH Engineering und Anlagetechnik Bad Urach. Es gratulieren ihm der Präsident der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Möhrle (links), und Kreissparkassen-Vorstandsvorsitzender Michael Bläsius. FOTO: KOZJEK
Umso spannender war die Preisverleihung am Freitagabend in der Kundenhalle der Sparkasse, als die beiden Stiftungsvorsitzenden – KSK-Vorstandschef Michael Bläsius und Handwerkskammer-Präsident Joachim Möhrle – die Gewinner der Reihe nach auszeichneten und dabei den Erstplatzierten zuletzt: Wolfgang Ostertag (Mitte) und dessen Unternehmen Enatec GmbH Engineering und Anlagetechnik Bad Urach. Den mit 5 000 Euro dotierten Hauptpreis gab´s für die im Unternehmen ausgetüftelte »FireCAN«-Schnittstelle für Pulverlöschanlagen. Um einen schnelleren Löschbeginn von Feuerwehrfahrzeugen zu ermöglichen, wurde eine einheitliche Schnittstelle zur Vernetzung der Fahrzeug- und Löschaggregate entwickelt.

Zwölf Bewerber

Innovationen schlucken Geld. Dafür wachsen innovative Unternehmen schneller und sind über die Jahre meist erfolgreicher, glaubt Michael Bläsius. Einer von weiteren guten Gründen, warum die Kreissparkasse 1987 die Stiftung zur Förderung innovativer Leistungen im Handwerk gegründet habe. 483 Wettbewerber aus dem Landkreis hätten sich in 26 Jahren hierzu mit ihren Ideen und Entwicklungen eingebracht. »134 Preisträger wurden zwischenzeitlich mit insgesamt über 330 000 Euro ausgezeichnet«, rechnete der Vorstandsvorsitzende den Fest- und Ehrengästen vor.

Zwölf Einreichungen waren es 2014. Erneut hat die Handwerkerstiftung Preise in Höhe von insgesamt 12 000 vergeben. Dabei sei es für das siebenköpfige Preiskomitee »wieder einmal keine leichte Aufgabe gewesen«, fünf Preisträger (siehe Info-Box) zu ermitteln: »Der Wettbewerb macht deutlich, wie ideenreich und dynamisch unsere Betriebe sind, die nicht nur als Ausbilder eine große Bedeutung in der Region haben«. So vermittelten sie schließlich auch ein »positives Bild vom heimischen Handwerk«, unterstrich Michael Bläsius.

Nicht nur das: »Ein Jahresumsatz von 2,4 Milliarden Euro, den 4 122 Handwerksbetriebe mit ihren 22 000 Beschäftigten erzielen, sind beeindruckende Zahlen für den Landkreis Reutlingen«, lobte Landrat Thomas Reumann. »Diese Zahlen machen deutlich, dass wir es dem Erfinderreichtum, Pioniergeist und dem Mut unserer Unternehmer und gerade auch unserer Handwerksbetriebe verdanken, dass der Landkreis Reutlingen eine wirtschaftsstarke und innovative Region ist«.

Möhrle gewürdigt

Innovations- und Erfindungsreichtum, Pfiffigkeit und Durchsetzungsvermögen seien geradezu »Marken« dieser erfolgreichen Betriebe, betonte Reumann, der bei dieser Gelegenheit auch die langjährige Tätigkeit des Stiftungsvorstandes, Joachim Möhrle, würdigte.

Der Handwerkskammer-Präsident stehe – immer selbstbewusst im Auftreten – für Klarheit, Deutlichkeit und Offenheit. Sich dort einzumischen, wo’s notwendig ist, sei eine Tugend von Möhrle gewesen. »Joachim Möhrle ist ein Vorausschauender, der gerne anpackt und genau weiß, wie er’s anpacken kann. Im fairen Umgang miteinander und in pragmatischer Vorgehensweise«, würdigte Reumann den scheidenden Stiftungsvorstand, der 2005 sein Amt antrat. 2008 hat sich Möhrle für die Einführung der Sonderpreise in der Kategorie »Junges Handwerk« eingesetzt.

Über den Tellerrand

Der »Menschen-offene-Motorantreiber« habe stets auch über den Tellerrand geblickt und die Schul- und Bildungspolitik, vor allem das längere, gemeinsame Lernen an der Grundschule, im Auge gehabt, lobte der Landrat. Und: »Das Wichtigste ist der Charakter, Fachwissen man sich kaufen«, schloss er. »Zum Menschen gehört eben mehr als nur der Beruf.«

Er freue sich nicht über den Abschied, gestand Joachim Möhrle, er blicke zurück »auf eine wunderschöne Zeit und bereue keine Sekunde«. Er sei froh, dass es die Stiftung gebe: »Innovation ist wichtig. Das schönste Auto nützt nichts, wenn kein Benzin drin ist. So ist das auch mit einem erfolgreichen Unternehmen ohne Innovation.« (GEA)



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