Umwelt - Jetzt ist die Zeit der Laubbläser. Wann dürfen sie eingesetzt und wo darf Laub entsorgt werden?

Im Herbst droht Ärger durch Laubbläser

VON ANDREAS DÖRR

REUTLINGEN. Wenn Bäume die ersten Blätter verlieren, kommt die Zeit der Laubbläser. Diese Geräte sind praktisch, nerven aber, wenn sie schon um 7 Uhr morgens angeworfen werden. Ist das eigentlich erlaubt? Und wo darf das Laub entsorgt werden? Fachleute geben Auskunft.

Laubbläser sind hilfreich, aber manchmal auch laut.
Laubbläser sind hilfreich, aber manchmal auch laut. FOTO: dpa
Laub, das auf öffentlichen Wegen liegt, darf in die Biotonne - sofern keine Kippen oder Kronkorken die Biomasse verunreinigen. »Dann ist das Laub Restmüll«, sagt Monika Serrancoli von den Technischen Betriebsdiensten (TBR).

Zweimal im Jahr Grüngutabfuhr

Wer Laub aus seinem Garten entsorgen will, kann dies ebenfalls über die Biotonne tun. »So lange, bis die Tonne voll ist.« Wenn das der Fall ist, kann man sich mit einem speziellen städtischen Jutesack behelfen. Er trägt die Aufschrift »Biomüll - trocken« und dient der Entsorgung von trockenen Bio-, Küchen- oder Gartenabfällen. Dessen Bereitstellung erfolgt am Abfuhrtag neben der Biotonne. Kaufen kann man diese Jutesäcke an der Rathaus-Information, bei den Bezirksämtern und der Pforte der TBR. Er kostet 1,80 Euro pro Stück.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, im Rahmen der zweimal im Jahr stattfindenden Grüngutabfuhr Laub loszuwerden. Dazu muss ein Jutesack mit dem Aufdruck »Grüngut - trocken« gekauft werden. Er fasst 80 Liter und kostet 70 Cent. Dieser Sack darf allerdings nur bei der Grüngutabfuhr benutzt werden. Wer ihn neben die Biotonne stellt, bleibt darauf sitzen. Und er darf nicht für die Entsorgung von Erde, Vertikutierabfällen oder organischen Küchenabfällen verwendet werden. Auch diese Säcke gibt es an der Rathaus-Information, bei den Bezirksämtern und der Pforte der TBR.

Wer weder auf Säcke noch auf die Biotonne zurückgreifen will, kann auch einen der beiden Häckselplätze anfahren. Kleinanlieferungen aus dem privaten Bereich kosten 2,50 Euro pro angefangenen Kubikmeter. Dies gilt sowohl für den Häckselplatz in Betzingen als auch für den Häckselplatz Kirrisgrube in der Mittelstädter Straße in Oferdingen.

Pro Tag können Privatpersonen dort einen Kubikmeter Laub abliefern - weil Laub eigentlich kein Häckselmaterial sei, sagt Monika Serrancoli.

Die Abfallberaterin rät übrigens dazu, Laub unter Sträucher zu kehren oder im Garten auch mal einen Laubhaufen stehen zu lassen. Nicht nur Igel wird das freuen. »Laub ist eine tolle organische Substanz und kein Abfall. Laub passt also super in den Naturkreislauf.«

Das Laub einfach auf dem Gehweg liegen zu lassen, ist nicht erlaubt. Es muss entweder vom Hausbesitzer oder seinen Mietern weggeräumt werden. »Das gilt auch für die Abflussrinne an der Straße«, sagt Harald Grieb, stellvertretender Amtsleiter der städtischen Gewerbeaufsicht.

Alles sehr kompliziert

Weit komplizierter ist die Sache mit den Laubbläsern. Geregelt ist ihr Betrieb im Paragraf 7 der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung. In reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten oder Kleinsiedlungsgebieten dürfen Laubbläser an Werktagen nicht von 7 bis 9 Uhr, nicht von 13 bis 15 Uhr und nicht von 17 bis 20 Uhr betrieben werden - sofern es sich um Laubbläser mit Verbrennungsmotoren handelt.

Wird der Laubbläser elektrisch betrieben und hat das Gerät das gemeinschaftliche Umweltzeichen, gilt diese Regelung nicht. Dann darf von 7 bis 20 Uhr geblasen werden, weil Elektrobläser deutlich leiser sind. Völlig unüberschaubar wird's, wenn es um Mischgebiete geht, in denen sich sowohl Gewerbe als auch Wohnungen befinden. »Es ist alles sehr kompliziert«, räumt Harald Grieb ein. Wenn Ärger dräut, weil sich jemand gestört fühlt, muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Wer mit einem Laubbläser mit Verbrennungsmotor um 7 Uhr den Gehweg von Laub befreit, riskiert ein Bußgeld. »Das kann zwischen 20 und 100 Euro betragen«, sagt Harald Grieb - sofern der Vollzugsdienst den Übeltäter in flagranti erwischt. Wer seinen Nachbarn anzeigt, findet sich womöglich vor Gericht wieder. »Dann wird er als Zeuge gehört«, sagt Harald Grieb. Das werden sich wohl die wenigsten antun wollen. Ein freundliches Gespräch mit dem Nachbarn, er möge doch bitte nicht zu nachtschlafender Zeit den Laubbläser betätigen, ist womöglich der einfachere Weg. (GEA)

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