Bezirksgemeinderat - Ärger über Altkleider-Container von kommerziellen Händlern in Ohmenhausen. Lukrative Geschäfte mit Textilien auf Kosten der »Aktion Hoffnung«

Illegal, ziemlich egal?

VON ULRIKE GLAGE

REUTLINGEN-OHMENHAUSEN. Bezirksbürgermeisterin Heide Schnitzer sind sie schon lange ein Dorn im Auge: illegale Altkleider-Container, die kommerzielle Händler in Ohmenhausen aufgestellt haben – und nicht nur dort.

Altkleider-Container gehören inzwischen zum Straßenbild. Verbraucher müssen unterscheiden zwischen Organisationen, die mit den Kleidern oder dem Erlös aus deren Verkauf einen guten Zweck verfolgen, und gewerblichen Verwertungsfirmen, die Gewinn erzielen wollen. FOTO: DPA
Altkleider-Container gehören inzwischen zum Straßenbild. Verbraucher müssen unterscheiden zwischen Organisationen, die mit den Kleidern oder dem Erlös aus deren Verkauf einen guten Zweck verfolgen, und gewerblichen Verwertungsfirmen, die Gewinn erzielen wollen. FOTO: dpa
Nach hartnäckigem Nachhaken bekam sie jetzt eine Antwort von der Verwaltung. Doch die gab in der jüngsten Ortschaftsrats-Sitzung Rätsel auf.

»In allen anderen Städten werden die rigoros entfernt«, echauffierte sich die Ortsvorsteherin. Nur in Reutlingen nicht: In Ohmenhausen stehen gleich mehrere illegale Altkleider-Container. Erkennbar sind sie daran, dass sie nur mit einer Handynummer beschriftet sind. Die offiziellen dagegen tragen das Logo der »Aktion Hoffnung«, die im Auftrag der Stadt gebrauchte Kleidung sammelt.

Die illegalen Container werden von Händlern platziert, die mit der Altkleider-Verwertung laut Schnitzer lukrative Geschäfte machen – auf Kosten der gemeinnützigen »Aktion Mensch« und damit des guten Zwecks.

Damit nicht genug: Die illegalen Container sind in Ohmenhausen auch noch so dreist aufgestellt, dass sie mal Mäharbeiten, mal die Sicht an einem Einmündungsbereich behindern. Und, so die Ortsvorsteherin: »Die zahlen ja nicht mal Pacht für die Flächen.«

Verstoß ahnden

Seit einem Jahr hakt Heide Schnitzer nach, warum die Stadt die Container nicht entfernt. Jetzt kam die Botschaft vom Amt für öffentliche Ordnung, dass man »derzeit bemüht« sei, die nicht genehmigten Container auf den öffentlichen Verkehrsflächen zu entfernen und den Verstoß zu ahnden. Bußgeld- und Gerichtsverfahren seien anhängig. Man fordere die Eigentümer auf, die Altkleider-Container zu entfernen – mit Erfolg.

Bis Ohmenhausen reicht dieser Erfolg aktuell aber noch nicht: Die meisten Behälter stehen noch. Vielleicht deshalb, weil für illegale Container auf öffentlichen Grünflächen die Technischen Betriebsdienste zuständig sind, wie das Amt für öffentliche Ordnung in seinem Schreiben wissen lässt. Ob das eine Amt die gleiche Marschrichtung eingeschlagen hat wie das andere, bleibt deren Geheimnis.

»Ich verstehe das nicht«, schüttelte Schnitzer den Kopf. Und appellierte an die Bürger, einen großen Bogen um die illegalen Container zu machen und ihre gebrauchte Kleidung der »Aktion Hoffnung« zugutekommen zu lassen. (GEA)



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