Bundestagswahl - Handwerker konfrontieren Reutlinger Kandidaten beim politischen Forum mit ihren Forderungen

Handwerkerforum: Gegen Steuererhöhung und Gemeinschaftsschule

REUTLINGEN. Auf reges Interesse stieß das politische Handwerkerforum der Reutlinger Kreishandwerkerschaft im Haus der Innung. Die Kandidaten des Wahlkreises Reutlingen für die Bundestagswahl Michael Donth (CDU), Rebecca Hummel (SPD), der amtierende Bundestagsabgeordnete Pascal Kober (FDP) und seine Kollegin Beate Müller-Gemmeke, (Bündnis 90/Die Grünen) wurden von Kreishandwerksmeister Harald Herrmann und Geschäftsführer Ewald Heinzelmann mit den Forderungen des regionalen Handwerks konfrontiert.

Nach den Eingangsstatements der Kandidatinnen und Kandidaten stand in der anschließenden Frage- und Diskussionsrunde für die Handwerksbetriebe insbesondere das Thema Energiewende im Fokus. Viele Betriebe befürchten, dass durch die Energiewende die Energiepreise, insbesondere für Strom, weiter steigen und dadurch letztendlich internationale Wettbewerbsnachteile auch für kleine und mittelständische Unternehmen entstehen.

In der Bildungspolitik beurteilten die anwesenden Handwerker die baden-württembergische Abkehr vom bisherigen Schulsystem als Irrweg mit äußerst negativen Folgen fürs Handwerk und die gewerbliche Wirtschaft. Sie befürchten, dass viele Haupt- und Realschulen aufgrund der Verschiebungen, insbesondere auch wegen des Wegfalls der Schulempfehlung, nicht mehr existenzfähig sind. Aus diesen beiden Schultypen stammen aber aktuell und in der Vergangenheit ein Großteil der Auszubildenden und Nachwuchskräfte des Handwerks.

In puncto Steuerpolitik waren die Handwerker in Anbetracht der aktuell höchsten Steuereinnahmen seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland unisono gegen jegliche Art der Steuererhöhung und stattdessen für mehr Steuergerechtigkeit. Negativ angeprangert wurden beispielsweise Umsatzsteuerfreigrenzen von Kleinbetrieben, die dadurch Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Betrieben hätten. Besonders auffällig sei dies im Friseurhandwerk, in dem viele Kleinstunternehmen aufgrund steuerlicher Regelungen von der Umsatzsteuer befreit seien. Das führe zu Verdrängungseffekten und auch zum Arbeitsplatzabbau in größeren Salons.

Auch das Thema Sparen wurde von den Handwerkern in der Diskussionsrunde ins Spiel gebracht. Dabei stellten sie die Frage, ob die hohe Zahl an Bundestagsabgeordneten notwendig sei. Bekanntlich wird erwartet, dass aufgrund des geänderten Wahlrechts bei der diesjährigen Bundestagswahl die Zahl der Abgeordneten nochmals deutlich ansteigt, was zu entsprechenden Mehrkosten führen wird. (pr)



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