Soziales - Kaffeehäusle wird im Rahmen einer Kooperation von Bruderhaus-Diakonie und Robert Bosch GmbH verschönert. Azubis legen sich mächtig ins Zeug
Hand in Hand barrierefrei arbeiten
Von Judith Knappe
REUTLINGEN. Sie strahlen mit dem Sonnenschein um die Wette. Mächtig stolz bringen zehn Teilnehmer von Baff (Bildung Aktion Freizeit Feste) ihre Mosaik-Kunstwerke an den Sitzgruppen der Terrasse des Kaffeehäusles an. Hilfe bekommen sie dabei von fünf Bosch-Azubis und acht Azubis einer Fliesenlegerklasse der Kerschensteiner Schule Reutlingen.
Nico Neuenfeld, Martin Brauer und Alexander Benedovski bringen ein Fliesen-Mosaik an der Terrasse des Kaffeehäusles an.
FOTO: Judith Knappe
»Das ist auf jeden Fall besser als Unterricht«, grinst Lars Jüptner. Er ist einer der Fliesenleger, die mit ihrem Lehrer Michael Silbernagl extra drei Tage fachmännische Hilfe leisten. »Wenn man sich dabei noch sozial engagieren kann, ist das natürlich doppelt gut«, erklärt Jüptner. Und die Unterstützung kommt gut an. »Das hat richtig Spaß gemacht«, schwärmt Steffen Rothweiler, ein Baff-Teilnehmer. Er erzählt mit Stolz geschwellter Brust von einem Schiff aus Mosaik, das er gemacht hat.
»Die ersten Tage waren wirklich anstrengend«
Im Glashaus auf der Pomologie entstehen die Kunstwerke in Gemeinschaftsarbeit. Zwei Wochen lang arbeiten hier Azubis von Bosch mit den Baff-Teilnehmern zusammen. Dieses Sozialprojekt ist eine Kooperation von Bruderhaus-Diakonie und Robert Bosch GmbH. »Die ersten zwei Tage waren wirklich anstrengend«, gibt Patrick Fink, Bosch-Azubi, zu. »Der Umgang ist einfach ein anderer.« Sie hätten sich aber schnell an die Situation gewohnt.
»Es wird besser und dann macht es richtig Spaß«, pflichtet ihm sein Kollege Christoph Class bei. Dieser Einschätzung teilt auch Rosemarie Henes, die als Ehrenamtliche bei Baff das Projekt begleitet. »Da sind schon originelle Menschen mit fremden Verhaltensweisen dabei. Da muss man eben erst einmal zusammenfinden.«
Umso mehr freut sie sich über die gelungene Zusammenarbeit und die spontane Hilfe von Michael Silbernagel. Ihn hatte Henes um professionellen Rat beim Fliesenlegen gefragt.
»Ich bin hergefahren, habe mir alles angeschaut und gesagt, dass ich mit meiner Klasse vorbei komme, um mit anzupacken«, erklärt der engagierte Lehrer, dessen Unterrichtsstunden dafür herhalten müssen.
Auch um das Material hat er sich gekümmert und einen Sponsor aufgetan: Eine Firma aus Augsburg spendierte Utensilien im Wert von über 800 Euro.
Für die letzte Woche des Projekts hoffen alle auf gutes Wetter. »Schließlich muss noch einiges geschafft werden«, sagt Rosemarie Henes. Sie freut sich auf die fertige Verschönerung - schließlich war die dringend notwendig. (GEA)
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