Stadthalle - Neuer Steg über die Echaz schafft Verbindung ins Gerberviertel. Muster für Fassade vorgestellt
Gedecktes, vornehmes Braun
Von Jürgen Kempf
REUTLINGEN. »Ein großer Schritt über die Echaz«, so Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, als sie gestern mit dem Stadthallenprojektleiter Klaus Kessler und dem Kreissparkassen-Vertreter Joachim Deichmann den Steg in Höhe der derzeit geschlossenen Gaststätte »Gerberwehr« seiner Bestimmung übergab.
Optisch ansprechend: das 4,20 mal 2 Meter große Fassadenelement für die neue Stadthalle, das von Baubürgermeisterin Ulrike Hotz und Projektleiter Klaus Kessler vorgestellt wurde.
FOTO: Gerlinde Trinkhaus
Eigentlich wollte der Gemeinderat den Stegbau, mit der die künftige Stadthalle besser an die Altstadt angebunden werden soll, im Zuge der aktuellen Sparbemühungen zurückstellen. Doch als die Projektgruppe Stadthalle eine kostengünstige vorläufige Lösung fand, griff man zu.
Die Firma Brodbeck, die den Auftrag für die Baugrube erhalten hatte, bot einen gebrauchten Steg aus Stahlelementen an, der ursprünglich einmal als Fußgängerbrücke eine Autobahn überspannte. Da die Firma auch avisierte, den Steg nach drei Jahren für 10 000 Euro zurückzunehmen, betrugen die Kosten netto nur noch 30 000 Euro.
Das war im Etat noch drin, abgesehen davon, dass die Kreissparkasse einen finanziellen Beitrag leistet, weil sie dort Werbetafeln anbringt. Der neue Steg schafft jetzt eine direkte Verbindung zwischen Gerberviertel und den Parkplätzen am Krankenhäusle und damit auch in den geplanten »Bürgerpark«.
Dunkles Braun
Vorgestellt hat die Baubürgermeisterin gestern auch das Muster-Element für die Fassade der neuen Stadthalle. Es handelt sich um eine pulverbeschichtete Aluminium-Glas-Konstruktion, die in monatelanger Arbeit optimiert worden ist. Dabei ging es um technische, energetische und gestalterische Details, wie die allgemeine Widerstandsfähigkeit, Wind- und Regendichtigkeit, die Fugenplanung im Hinblick auf Ästhetik, aber auch Dehnungsausgleich, die Platzierung und Farbgestaltung des Sonnenschutzes, die sogenannte Taubenvergrämung und den Einsatz von Zwei- und Dreifach-Verglasung wie auch Sonnenschutzglas.
Herausgekommen ist ein optisch ansprechendes, in einem gedeckten, vornehmen Braun gehaltenes Element mit einem automatisch betätigten Sonnenschutz aus braunem Markisenstoff. Das Musterelement bleibt vorerst einmal an der westlichen Giebelseite des Krankenhäusles samt Informationstafeln zur Besichtigung und Begutachtung durch die Bürger stehen. Im Krankenhäusle befindet sich auch die Ausstellung zu Gelände und projektierter Stadthalle, die immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr geöffnet ist. Es werden auf Wunsch auch Führungen für Gruppen zwischen 20 und 25 Personen angeboten.
Das Element ist ein Teil der Erdgeschossfassade. Die Gestaltung der Fassade in den anderen Geschossen folgt jedoch dem Vorbild des Musterelements. Da die Elemente hundertfach gebraucht werden, können sie industriell gefertigt werden, was Kostenvorteile bringt. Die Ausschreibung läuft gerade. »Wir hoffen auf einen großen Bieterkreis und vernünftige Preise«, sagte Klaus Kessler gestern. Im Herbst soll der Gemeinderat dann den Auftrag für die Fassade vergeben. (GEA)