Existenzgründerinnen - Workshops, Werkstattgespräch und Erfahrungsaustausch beim Frauenwirtschaftstag
Frauen auf neuen Wegen
Von Elke Schäle-Schmitt
REUTLINGEN. »Erfolg ist weiblich«, so lautete das Motto, unter dem das Reutlinger Startnetz und das Amt für Wirtschaft potenzielle Existenzgründerinnen und Aufsteigerinnen zum diesjährigen Frauenwirtschaftstag geladen hatten. Was die zahlreichen Besucherinnen der Veranstaltung im Gebäude der Volkshochschule (VHS) auf jeden Fall mit nach Hause nahmen: Der Weg zum Erfolg, insbesondere zum weiblichen Erfolg, ist selten ein gerader.
Was wie die Ausstellung einer professionellen Maßschneiderei wirkt, ist derzeit erst Idee und Vision: Cordula Dimov (Mitte) träumt davon, individuelle Mode zum Beruf zu machen.
FOTO: Elke Schäle-Schmitt
Alle drei Teilnehmerinnen des Werkstattgesprächs, das von GEA-Redakteurin Gisela Sämann geleitet wurde, haben ursprünglich einen völlig anderen als den heute ausgeübten Beruf gelernt. Gaby Munz, seit 2006 Geschäftsführerin der Reutlinger Internetagentur »21TORR«, ist von Haus aus Journalistin. Njeri Kinyanjui, die sich vor einem Jahr in Mittelstadt mit der »Hottpott Saucen-Manufaktur« selbstständig gemacht hat, ist diplomierte Volkswirtin. Und Janna Blum, Inhaberin einer Mode-Boutique in der oberen Wilhelmstraße, lebt zwar schon seit dreißig Jahren von Maßkleidung und Mode, war davor aber zunächst Lehrerin.
»Ich bin als Mann etwas erschüttert über Ihre Offenheit«
Mit Gisela Sämann unterhielten sich die drei Geschäftsfrauen über Voraussetzungen, Formen und Auswirkungen weiblichen Berufserfolgs, über Motivation und Rückschläge, Netzwerke und Coaching - und landeten dabei, offenbar zwangsläufig, immer wieder bei den Unterschieden zwischen männlichen und weiblichen Verhaltensweisen. So ungeniert tauschten sie sich darüber aus, dass sich Moderatorin Sämann irgendwann zu dem Einwurf bemüßigt sah: »Männer an sich sind ja nicht schlimm.« Und Wirtschaftsamtsleiter Dr. Christoph Pfefferle merkte hinterher schmunzelnd an: »Ich bin als Mann etwas erschüttert über Ihre Offenheit«, konnte dem aber auch Positives abgewinnen: Selten könne er die »andere Sichtweise« von Frauen so ungebrochen kennenlernen.
Während es die drei auf dem Podium alle geschafft haben- sie stehen mit ihren Unternehmen oder in ihrer Führungsposition auf mehr oder weniger sicheren Beinen -, präsentierten sich im VHS-Foyer neben ebenfalls bereits »Arrivierten« wie dem Bistro »Kathrinchen« auch Frauen, die den Sprung in die Selbständigkeit noch vor sich haben. Cordula Dimov aus Ofterdingen etwa, derzeit noch als Managementassistentin bei einer großen Firma in Böblingen angestellt, würde gern ihr Hobby zum Beruf machen und individuelle Kleidung nähen. Jetzt ist sie auf der Suche nach einer tragfähigen Geschäftsidee, denn Erfolg muss sich auch auf dem Bankkonto niederschlagen - zumindest so weit, dass es für den Lebensunterhalt reicht. Darin ist sie sich mit Janna Blum und Njeri Kinyanjui einig. In den beiden Workshops des Nachmittags vermittelten Unternehmensberaterin Ulrike Droll und Marketing-Expertin Marianne Kaindl, was dazu nötig ist: Mut zum Erfolg und das richtige Handwerkszeug, etwa in Sachen Werbung.
Für den heiteren Ausklang des Nachmittags sorgten die »Bronnweiler Weiber« Friedel Kehrer und Märy Lutz mit »wertvollen« Tipps zum Umgang mit Geld und dem Leben an sich, insbesondere im Schwabenland. (GEA)
Zeitung lesen macht schlau! Setzen Sie sich als Zeitungspate dafür ein, dass alle Kinder und Jugendlichen einen kostenlosen Zugang zur Tageszeitung haben.
Wir denken schon heute an unsere Leser von morgen. Deshalb bringen wir Lokal-Nachrichten mit Deutschlands größter WG-Börse www.wg-gesucht.de zu jungen Leuten und Studenten.