Bildung - Am Isolde-Kurz-Gymnasium können die Schüler ab dem nächsten Schuljahr einen neuen Zug wählen

Forschung und Technik ab Klasse 6

VON ULRICH HÄRING

REUTLINGEN. Wie bleibt ein Flugzeug in der Luft? Wie erzeugt ein Windrad Energie? Und wie funktioniert die Statik in einem Fachwerkhaus? Mit solchen Fragen können sich bald schon die Sechstklässler am Isolde-Kurz-Gymnasium (IKG) in Reutlingen beschäftigen.

Windräder und die Modelle von Fachwerkhäusern basteln bald schon die Sechstklässler am IKG. FOTO: HÄRINGWindräder und die Modelle von Fachwerkhäusern basteln bald schon die Sechstklässler am IKG. FOTO: HÄRING
Windräder und die Modelle von Fachwerkhäusern basteln bald schon die Sechstklässler am IKG. FOTO: HÄRING
Ab dem kommenden Schuljahr können die Schüler der fünften Klasse nicht nur entscheiden, ob sie ab der sechsten Klasse mit Französisch oder Latein weitermachen möchten, sondern ihnen steht dann auch die Möglichkeit offen, einen neuen, naturwissenschaftlich, technischen Zug (NWT-1) zu wählen. »Ein Weg zum Gymnasium ist einfach zu wenig für Kinder mit unterschiedlichen Begabungen«, sagt Schulleiter Martin Englert.

Eine von nur elf Schulen

Die Idee gab es schon vor der gescheiterten Bewerbung für das Abitur in neun Jahren (G9), sei dann aber auf Eis gelegt worden, sagt Englert. Da aber viele Eltern am Industriestandort Reutlingen eine naturwissenschaftliche Bildung für ihre Kinder wünschen, sei der Plan wiederbelebt worden. »Nach der Enttäuschung über Ablehnung des G9-Antrags sind wir nun glücklich eine von nur elf Schulen in Baden-Württemberg zu sein, die an dem Schulversuch teilnehmen.« Das Kepler-Gymnasium in Tübingen zählt auch dazu.

»Im Gegensatz zu den anderen Reutlinger Gymnasien, die eher sprachlich orientiert sind, wollen wir hier mit dem neuen Zug einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt setzen«, sagt Petra Notz, die als Abteilungsleiterin im Fachbereich Naturwissenschaften federführend an der Gestaltung des neuen Zuges mitwirkt.

Als zweite Fremdsprache kommt bei NWT-1 ab der achten Klasse zwingend Französisch hinzu. Eine Wahlmöglichkeit sei weder vom Kultusministerium vorgesehen, noch ressourcenmäßig umsetzbar. Der neue Zug bilde mehr ab, was im Abitur gefordert sei. Dort werde man in mindestens zwei naturwissenschaftlichen Fächern und einer Sprache geprüft. Durch zwei zusätzliche Wochenstunden in Französisch sei es auch den später einsteigenden Kindern möglich sprachlich Abiturniveau zu erlangen, meint Notz. »Bislang waren sprachlich begabte Kinder bevorteilt. Naturwissenschaftlich begabte Schüler tun sich oft schwer mit zwei Sprachen so kurz hintereinander.«

NWT ist ein eigenes Schulfach, das Elemente aus Physik, Biologie, Chemie und Geografie vereint und vertieft und technisch orientierte Anwendungen aufzeigt. »Mit Schülern, die schon ab der sechsten Klasse mit NWT beginnen, kann man später viel weiterführende Projekte durchführen«, erklärt Notz.

Es wird für den Versuch eine Klasse mit maximal 28 Schülern geben. Sollte es mehr Interessenten geben, müsse mithilfe eines Auswahlverfahrens entschieden werden, sagt Englert. Ob man sich dabei an Leistung orientiere oder beispielsweise naturwissenschaftlich interessierte Mädchen fördere, stehe noch nicht fest. Am Donnerstag, 19.März, um 19.30 Uhr gibt es einen Informationsabend am IKG. (GEA)



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